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Seiten-ID: 667 Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt 4-Inhalt »  (01) Einführung 3-Abteilung »  Mediationstour 8-Redaktion

Wäre der Nutzen der Mediation den Parteien bewusst, gäbe es kaum Gründe, sich gegen die Mediation zu entscheiden. Dann zählt nur die Frage, welches Verfahren das geeignete ist. Nicht immer kommt es darauf an. Manchmal gibt es einen Widerstand, der erst zu überwinden ist.

Überwindung der Startprobleme

Es geht um die Frage, wie sich die Schwierigkeiten, eine Mediation in Gang zu bringen, überwinden lassen. Die Antwort fällt leichter, wenn man die Starthindernisse kennt.

Die Starthürde

Die Mediation erwartet, dass BEIDE Parteien sich nicht nur über das Verfahren, sondern auch über den Mediator einig werden. Das ist im Streit gar nicht so einfach. Die Faustregel lautet:

Merke:1

Je höher der Konflikt eskaliert ist, umso schwieriger ist es eine Einigung - auch über die Vorgehensweise und die Wahl des Vermittlers herbeizuführen.

Die Hürde Konflikt

Ein hochentwickelter Konflikt motiviert zur Ablehung. "Wenn ich zustimme, dann denkt der Gegner doch dass ich schwach bin, oder dass ich nachgebe, oder gar seinem Willen unterwerfe. Wer die Mediation aus diesen Gründen ablehnt, hat sie nicht verstanden. Das ist einer der Gründe, warum Wiki to Yes so viel Wert auf korrekte Informationen über die Mediation legt und dazu beiträgt, dass die Mediation korrekt verstanden wird. Mediation ist anders! Das MUSS man einfach begreifen. Die Mediation selbst kommt dem Konfliktdenken entgegen, wenn sie sich wie eine Exklave unter den Verfahren etabliert und eine unverbindliche Insel bildet, die - im Falle des Scheiterns - die Chancen der Partzeien in anderen Verfahren nicht beeinträchtigt. Mit anderen Worten:

Merke:2

Wenn die Mediation scheitert, kann der Krieg unbeeinträchtigt fortgesetzt werden. In den Fällen muss der Mediator darauf achten, dass die Mediation die Streitpositionen im Falle ihres Scheiterns nicht beeinträchtigt.

Die Hürde Strategie

Wenn die Partreien Krieg im Kopf haben, dann ist ihre Grundeinstellung zum Gegner durch Misstrauen geprägt. Eine Kriegsstratregie erlaubt keine Verhandlung. Verhandlung basiert auf Offenheit und die wiederum erfordert das Vertrauen, dass der Gegner die Situation nicht gegen die Interessen der Partei ausnutzt. Offenheit würde im Krieg zum Nachteil gereichen. Schon Sunzi hat gesagt: Wenn ich den Feind besiegen will, muss ich ihn kennen. Dafür ist die Offenbarung von Interessen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erlaubt sie das Eingehen auf die Bedürfnisse.
Die Offenbarung erlaubt einerseits das Einlassen (mithin die Befriedigung) von Bedürfnissen. Andererseits legt sie aber auch die Angriffsflächen offen. In dem Moment wo ich zum Beispiel in einer Familiensache zugebe, dass ich das"Sorgerecht" nur deshalb erstreite, weil ich Unterhaltsansprüche realisieren will, dann sinken meine Chancen, das Sorgerecht zu erhalten dramatisch.

Die Hürde Leistbarkeit

Idealerweise werden die Kosten der Mediation nach Kopfteilen geteilt. Natürlich kann es passieren, dass eine Partei sich die Kosten nicht erlauben kann. Natürlich bestehen keine Bedenken wenn die Mediation von der anderen Partei oder von Dritten gesponsert wird3 . Der Mediator muss allerdings darauf achten, dass die Zahlung nicht den Eindruck hinterlässt, er sei jetzt von den Weisungen der zahlenden Partei abhängig.

Lösungsmöglichkeiten

Oft geschieht es, dass die eine Partei bereits erkannt hat, dass der Krieg am Ende zwei Verlierer hinterlässt und dasss man seine Ressoucen sinnvoller einsetzen kann, die andere Partei aber nicht. Deren emotionales Intersse ist noch auf Siegen eingestellt, was sich am Unterliegen der gegnerischen Partei messen lässt. Siegen ist nicht Gewinnen. Eine Erkenntnis, die sich nur erschließt, wenn die emotionale Bereitschaft gegeben ist. Das kann man im Stadium des Starts einer Mediation kaum erwarten. Es wäre aber eine Aufgabe des Mediators, zu dieser Erkenntnis zu verhelfen. Die Möglichkeit hat er aber erst, wenn die Mediation zustandegekommen ist. Folgende Anregungen sollen dazu beitragen, dass dies gelingt:

  • Der Mediator nimmt mit der Gegenseite Kontakt auf
    Das ist ein gefährliches Spiel, weil die Gegenseite den Mediator als im Lager der Partei wahrnimmt.
  • Eine gemeinsame Vertrauensperson oder eine Vertrauensperson des Gegners nimmt den Kontakt auf.
    Das ist eine erfolgreiche Strategie. Vertrauenspersonen sind zB der gegnerische Anwalt, ein Familienmitglied, ein vertrauensvoller Kolllege oder gemeinsamer Freund.
  • Das Gericht empfiehlt eine Mediation
  • Die Mediation empfielt sich selbst
    Die Verfahren haben unterschiedliche Wirkunsgsbereiche. Dazu muss man die Verfahren und ihre Wiorkunsmöglichkeiten kennen. Der Grundsatz lautet: Kein anderes Verfahren kann die Komplexität von Fragestellungen so gut und strukturiert verarbeiten, wie die Mediation. Im Gericht zählen z.B. nur Fakten und Rechtsfolgen. In der Mediation kann man sich auch auf emotionale, wirtschaftliche und familiäre Fragen einlassen.
  • Die Interessen empfehlen eine Mediation
    Interessen sind gleichzusetzen mit dem erwarteten Nutzen. Wenn ich z.B. ein Umgangsrecht will, an dem der Gegner kein Intersse hat, wird auch eine Verurteilung zur Umgangsgewährung möglicherweise zum Sieg aber kaum zum Erfolg führen. Der Grund liegt darin, dass die Motivation, sich auf die Regelung einzulassen nicht erkennbar war. Das Problem ist, dass man die Interssen oft zu Beginn des Verfahrens nicht wirklich kennt. Man glaubt vielleicht die Lösung zu kennen, die sich im Anspruch ausdrückt. Aber ist es das was wirklich befriedigt? Jetzt ist zwischen den Interssen am Verfahren und denen am Ausgang des Verfahrens zu unterscheiden. Das Intersse an der Mediation wäre es, nach eine (noch unbekannten) Lösung zu suchen, die eine maximale Nutzenbefriedigung ermöglicht. Der Brexist ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Menschen diesen Schritt gerne übersehen. Es wird eine Entscheidung herbeigeführt, ohne dass geklärt ist, welchen Nutzen sie erzielen soll, auf welchen verbindlichen Wirklichkeiten sie beruht und wie man sie mit erträglichen Mitten erreichen kann. Die Mediation setzt sich mit all diesen Fragen zwingend auseinander. Ihr Ziel ist nicht der Rechtsfriede, sondern der Frieden.

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Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Alias: Hürden
Siehe auch: Kosten, Honorierung
Prüfvermerk: Administrator

3 Siehe die sogenannte Donatormediation und die Ausführungen zu den Kosten und der Honorierung