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Seiten-ID: 761 Wie passt das Angebot zum Bedarf? 3-Abteilung »  Dienste 4-Inhalt »  Dienste (Angebot) »  Dienstleistung

Das Angebot

Das Angebot von Produkten und Dienstleistungen zur Konfliktbeilegung orientiert sich im Idealfall am Bedarf der Konfliktparteien. Zumindest sollte das so sein. Dieser Beitrag setzt sich mit der Ausgestaltung eines Angebotes, also den Dienstleistungsanforderungen einer Mediation auseinander.

Das biete ich!

Entsprechend den Bedarfen sind auch die Angebote nach Phasen zu unterscheiden.

Angebotsphasen

Damit sich Angebot und Nachfrage entsprechen, greift das Angebot die folgenden Bedarfsphasen auf und passt sich der Nachfrage an:
Phasen der Konfliktbewältigung

Prophylaxe

Noch im Vorfeld eines Konfliktes könnten Angebote zur Konfliktvermeidung interessant sein. Unternehmen könnten sich beraten lassen, um zu analysieren ob es ein Konfliktrisiko gibt und wie sich das Risiko unter Umständen vermeiden lässt. Mithilfe der Mediation ließen sich auch Beziehungen gestalten, um sie krisenfest zu machen.

Merke:1

Die Mediation würde die Kompetenz einer Konfliktprophylaxe bereitstellen. Allerdings wäre das Angebot mangels Konflikt keine Mediation i.S.d. Mediationsgesetzes. Die Kompetenz würde jedoch nach den Grundsätzen der integrierten Mediation in einer Beratungsleistung vorgehalten werden können.

Entstehung

Die Entstehungsphase entspricht dem naming der Konflikttheorie. Die betroffene Person muss sich noch mit der Frage auseinandersetzen, ob und gegebenenfalls welchen Konflikt sie hat. Hier bietet Wiki to Yes Hilfestellungen an. Als Dienstleister haben Sie die Möglichkeit sich hier einzubringen und eine Expertise anzubieten. Für die Betroffenen wäre es eine sehr große Hilfe, wenn sie frühzeitige Informationen finden, wie man mit Konflikten umgeht und Eskalationen vermeidet. Oft entstehen Konflikte aus einer Interaktion, die wiederum aus Unkenntnis über Kommunikation und Wahrnehmung zustande kommt.

Beilegung

Nach der Konflikttheorie folgt der naming- die claiming-Phase. Der Konflikt eskaliert. Die Partei sucht nach Beratern. Hier werden die ersten Weichen gestellt. Die Parteien brauchen Unterstützung um einen Eindruck von ihrem Konflikt, der Tragweite und Möglichkeiten seiner Lösung zu bekommen. Es ist die sogenannte Clearing Instanz, wo es um die Auswahl des passenden Verfahrens geht. Wiki to Yes hilft bei der Überleitung in die Dienstleistung. Es gibt Anleitungen für eine Konfliktanalyse, Dienstleistungsverzeichnisse und Beratung bei der Auswahl des passenden Dienstleisters, bis hin zum Online-Support.

Folgen

Das Mediationsgesetz schreibt ein Vor- und Nachbefassungsverbot vor. Das hat der Mediator zu beachten. Es könnte relevant werden, wenn die Parteien eine Nachbetreuung brauchen. Die Mediation endet mit einer Entscheidung, wie die Zukunft gestaltet werden soll oder wie ein Problem abzuwickeln ist. Unterstützung bei der Abwicklung selbst ist nicht mehr die Aufgabe des Mediators. Kunden bevorzugen das „alles aus einer Hand" Konzept. Sie kaufen ja auch kein Auto, in dem sie den Lenker bei einem Händler die Reifen bei einem anderen und den Motor bei einem Dritten kaufen. Für den Mediator ist es deshalb geschickt, ein Netzwerk vorzuhalten, dass die unterschiedlichen Dienstleistungen unter einem Konzept koordinieren lässt. Die institutionalisierte Mediation wäre dafür ein Beispiel.

Leistungsgegenstand

In allen Phasen kommt die Mediation informatorisch, methodisch oder als Verfahren zur Geltung. Um die damit verbundene Dienstleistung gegen andere Angebote abzugrenzen, muss der Konsument eine Vorstellung davon haben, inwieweit die Mediation geeignet ist, seinen Bedarf zu decken.

Tatsächlich fällt es schwer, die Alleinstellungsmerkmale der Mediation so zu beschreiben, dass sie in das Bedarfsspektrum des Konsumenten passen. Die Pros und Cons geben Hinweise für eine Abgrenzung und stellen Leistungsmerkmale heraus.

Die Pros und Cons der Mediation 

Der Leistungsgegenstand für eine Mediation i.S.d. Mediationsgesetzes ergibt sich aus dem Leistungsverprechen:

Persönlichkeit

Persönlichkeit und Haltung sind Kriterien, die zur Qualifiikation und zur Abgrenung der Mediation gerne herangezogen werden. Die Streitvermittlung soll - wie auch in der Evaluierung des Mediationsgesetzes herausgestellt wurde - eine Kompetenz darstellen, die stark von der Persönlichkeit des Vermittlers abhängt. Konsequent sucht auch der Markt nicht nach Mediatoren, sondern nach Persönlichkeiten. Auch die Politik bedient sich der Persönlichkeiten, die nicht einmal eine Mediatorenausbildung haben, wenn sie eine Schlichtung nachfragt. Übersehen wird, dass die Persönlichkeit des Anbieters kein Produktmerkmal ist.

Handwerklichkeit

Davon ausgehend, dass der Konsument nur nachfragt, was er selbst nicht herstellen kann, hilft die Kenntnis der handwerklichen Aspekte eher bei der Feststellung, inwieweit das Angebot den Bedarf des Konsumenten zu decken vermag. Aus handwerklicher Sicht sind Leistungsmerkmale:

  1. Verstehen und Verstehen ermöglichen
  2. Verstehensvermittlung
  3. Abbildung verschiedener Metaebenen
  4. Wertefreiheit und Neutralität
  5. Verwirklichung der Mediation
    Erkenntnisgewinnung im Kognitionsprozess
  6. Konfliktarbeit

Bedarfstauglichkeit

Die im Kapitel Bedarf zusammengestellten Bedarfe können in der Mediation wie folgt gedeckt werden:

Unterstützungsbedarf Deckung in der Mediation
Verfahrensmanagement Erfolgt im Clearing bzw. der Prüfung der Geeignetheit
Verfahrenskompetenz Die Fähigkeit eine Mediation zu steuern und optimal nach den Regeln der Kunst durchzuführen und effizient zu verhandeln ist Bedstandteil des Angebots.
Konfliktmanagement Der Mediator unterstützt das Konfliktmanagement der Parteien. Er fertigt eine Konfliktanalyse und berät, wie am besten auf das Konfliktgeschehen einzuwirken ist, um entweder eine Streitbeilegung oder eine Konfliktlösung zu erwirken.
Streitkompetenz Die Mediation gibt keinen Anlass zum Streit. Die Parteien werden in eine Kooperation geführt. Die Kompetenz des Mediators (der Mediation) ist eine Kompetenz, die aus dem Streit herausführt.
Lösungsmanagement Die Mediation setzt eine Suche nach der Lösung voraus. Einschätzungen der möglichen Lösung sind gegebenenfalls Beratungsinhalte, die nur ein Parteiberater vornehmen kann. Sie werden in der Mediation aber spätestens in der WATNA-BATNA Instanz ermöglicht, sodass die gefundene Lösung mit anderen möglichen Lösungen verglichen werden kann.
Sachkenntnis Wird als Teil des Verstehens erarbeitet. Die Bestandsaufnahme arbeitet den Sachverhalt heraus und geht auf unterschiedliche Sichten ein.
Rechtskenntnis Rechtswissen zur Durchführung des Verfahrens wird gewährleistet. Rechtswissen zur Bewertung der Lösung ist eine externe Beratung. Rechtswissen bei der Formulierung der gefundenen Lösung wird im Regelfall ebenfalls extern abgefragt.
Fachwissen Expertisen zur Bewertung von fachlichen Hintergründen werden herausgearbeitet. Der Mediator hilft dabei, das Fachwissen einzubringen, nachdem sdie streitigen Sachfragen auf ein Minumum reduziert wurden.
Seelsorge Eine psychologische Unterstützung erfolgt insoweit, als dies zur Durchführung der Mediation erforderlich ist.
Verstehenshilfe Reflexion und Übersetzung werden bei der Verstehensvermittlung gewährleistet.

Alleinstellungsmerkmal

Im Vergleich zu anderen Dienstleistungen der Konfliktbeilegung hat die Mediation folgende Alleinstellungsmerkmale:

  1. Es wird die bestmögliche Lösung gesucht. Die Lösung wird nicht solitär entwickelt, sondern mit anderen möglichen Lösungen verglichen, sodass ein umfassendes Bild von Lösungsmöglichkeiten entsteht, für das sich die Parteien entscheiden können.
  2. Die Lösung basiert auf einem vollständigen und abgestimmten Verstehen beider Parteien.
  3. Die Parteien haben ständige Kontrolle über den Prozess.
  4. Die Mediation ist ein informelles Verfahren, das sich den situativen Anforderungen und den individuellen Verhandlungsbedingungen (Setting) anpassen kann.
  5. Die gesamte Komplexität des Falles wird aufgedeckt, berücksichtigt und bewältigt, sodass neben einer Problemlösung auch eine vollständige Konfliktlösung möglich ist.
  6. Die Mediation gibt keinen Anlass zum Streit, weshalb sie eine deeskalierende Wirkungen hat.
  7. Die Mediation orientiert sich am Nutzen, nicht am Ergebnis. So wird sichergestellt, dass die Lösung eine situationsbedingt maximal mögliche Befriedigung erreichen kann, die alle Pros und Cons berücksichtigt.

Bedeutung für die Mediation

Die Persönlichkeit und die Haltung sind eine Bedingung für die Durchführung der Mediation, beschreiben jedoch nicht ihr Leistungsvermögen. Die Handwerklichkeit beschreibt die zur Leistungserfüllung erforderlichen Kompetenzen. Erst die Prüfung der Bedarfstauglichkeit erlaubt es dem Konsumenten, den Nutzen des Verfahrens für sich zu entscheiden. Der Mediator sollte beim Angebot einer Mediation darauf achten, dass der Konsument erkennt wo und wie eine Deckung seines Bedarfs möglich ist und was er im Einzelfall vom Mediator bekommt. Das Angebot ist davon zu unterscheiden, wie es dem Konsumenten vermittelt wird.

Bewerbung des Angebots 

Hinweise und Fußnoten

Alias: low interest product, Push-Informationen, Pull-InformationenWerbung
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

1 Dies ist ein Lehrsatz von: in-Mediation
2 Dies ist ein Lehrsatz von: Allgemein, in-Mediation
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Montag Oktober 2, 2017 16:27:05 CEST von Arthur Trossen.