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1. Buch: Einführung in die Mediation

Bitte beachten Sie: Es geht um die Mediation nicht etwa um die Medi-t-ation.
Zugegeben, zwischen der Mediation und der Meditation liegt nur ein "t". Dennoch liegen Welten dazwischen. Viele haben ein Gefühl, das sie mit der Mediation verbinden. Andere wissen viel darüber. Nur wenige haben sie so verstanden, dass sie ihren Flow spüren. Wiki to Yes ist angetreten, die verstehensbasierte Streitvermittlung verständlich zu machen.

Einführung

Die Fachbücher gewähren einen umfassenden Zugang zu dem komplexen Thema.

Das erste der insgesamt 12 Wiki to Yes Fachbüchern über Mediation hat folgenden Inhalt:

Wozu müssen wir überhaupt etwas verstehen und welche Rolle spielt der Konsens dabei?
Wo ergeben sich dabei Anhaltspunkte für die Mediation?
Wie sehr ist die Praxis dazu bereit, meditativ zu denken und zu handeln?
Was sind die Pros und Cons der Mediation und wozu brauchen wir die Mediation überhaupt?
Sind das nicht die ersten Fragen, die sich aufdrängen, wenn wir mit der Mediation in Berührung kommen?

Gliederung der Fachbücher

Fundstellen mit der Kategorie Einführung sind:

Geschichte der Mediation

Angeblich gibt es die Mediation schon seit 2000 Jahren. Zumindest gibt es historische Dokumente, die den Begriff im Verständnis einer Streitvermittlung belegen. Obwohl die Mediation im heutigen Verständnis von Amerikanern geprägt wurde, der Begriff also aus dem Englischen stammt, wird sein Ursprung im Lateinischen gesehen. Er reicht vom Wortstamm „medeor, mederi“, (heilen, ganz machen) bis zum Lateinischen mediatio (Vermittlung)1 . Die Suche nach antiken Wurzeln ist deshalb möglich, weil die Streitvermittlung ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist und in jeder Kultur verankert wird. Wenn wir also auf die Geschichte der Mediation zurückschauen, schauen auf die Geschichte der Streitvermittlung. Die Mediation im technischen und juristischen Verständnis, wie wir sie heute kennen, unterscheidet sich davon. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb lohnt es, sich mit der Geschichte der Mediation auseinanderzusetzen.

Geschichte der Mediation Etymologie

Fundstellen mit der Kategorie Historie sind:

  • wiki page:
    • Historie 2000 Jahre Erfahrung mit der Streitvermittlung

Erklärungsversuch

Die gesetzliche Definition erscheint eindeutig. Danach ist die Mediation ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem der Mediator die Parteien durch eine Mediation führt, damit sie freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben. Die Mediation ist also ein Verfahren. Der Mediator ist der Führer. Diese Definition führt nicht nur in einen Zirkelschluss. Sie gibt dem Verfahren auch einen Charakter und dem Mediator eine Rolle, die es zu hinterfragen gilt. Die Definition in §1 Mediationsgesetz weicht übrigens von der offiziellen Übersetzung der EU Direktive ab. Dort ist davon die Rede, dass der Mediator mit den Parteien die Mediation durchführt. Schon diese kleine Nuance führt zu einem anderen Bild über Mediation und zu einem abweichenden Verständnis. Es gibt verschiedene Arten und Anlässe, eine einvernehmliche Beilegung des Konfliktes herbeizuführen. Was davon ist Mediation? Was macht ihren Unterschied und ihre Besonderheit aus? Die nachfolgenden Beiträge wollen helfen, das mediative Format der einvernehmlichen Streitbeilegung besser kennen zu lernen.

 Merke:

Dem Verständnis hilft es am Besten, wenn die Mediation als eine verstehensbasierte Streitvermittlung, mithin als ein Verfahren der Verstehensvermittlung begriffen wird, das die gesamte Komplexität des Falles bei der Mediation beachtet 2 3

Mediation kurz und bündig

Fundstellen mit der Kategorie Mediationsverständnis sind:

Herleitung

Es gibt (noch) keine abgestimmte und vollständige Theorien. Die theoretischen Grundlagen sind umstritten 4 . Dementsprechend ungenau ist die Herleitung der Mediation und ihre wissenschaftliche Aufarbeitung. Sie steckt - wenn man so will - noch in den Kinderschuhen. Das Harvard-Konzept, das Prinzip der Konsensfindung und Glasl's Konflikteskalation werden zu ihrer Herleitung herangezogen. Weitere Theoriefragmente ergeben die Konflikttheorie, die Kommunikationstheorie u.v.a.m. Sie beschreiben die Mediation aber nur unvollständig. Viele der Theorien verfolgen ganz andere Ansätze, die wenn überhaupt nur indirekt mit der Mediation zu tun haben.

Einen theoretischen Ansatz, der die Mediation vollständig in ihrer Wirkungsweise und Effizienz erklären kann, ist ihre Herleitung als Kognitionsprozess. In diesem Verständnis beschreibt der Prozess die Erkenntnisschritte, ihre Herstellung und die Bedingungen ihrer Realisation, sodass es den Parteien möglich wird, selbst einen Lösungsweg zu finden. Die Erkenntnisse dieser noch wenig bekannten Theorie fließen in die Ausführungen über die Mediation ein.

Mediationstheorien

Fundstellen mit dem Stichwort und der Kategorie Herleitung sind:

Fundstellen mit dem Stichwort und der Kategorie Verständnis sind:

Anschaulich

Es ist nicht einfach, jemandem zu erklären, dass trotz eines hoch entwickelten Konfliktes eine einvernehmliche Konfliktbeilegung, selbst zwischen uneinsichtig erscheinenden Parteien, möglich ist. Wer sich intensiver mit der Mediation befasst, wird nicht nur ihre Komplexität, sondern auch ihre Kompetenz erkennen. Die Mediationsmetaphern geben einen ersten Eindruck. Das Gleiche gilt für dei anschaulichen Videos. Man muss tiefer einsetigen, wenn man die Mediation wirklich verstehen will. Am besten ist es, wenn man sich den Verlauf einer Mediation im realen Fall einfach einmal ansehen kann, um sich von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugen zu lassen. Um Ihnen diese Erfahrungen nicht vorzuenthalten, befassen sich etliche Beiträge mit der Darstellung einer Mediation. Eine Fallsammlung, Tutorials und die Auseinandersetzung mit der Wissenschaft und Erfahrungen geben einen tieferen Einblick, der in diesen Büchern aufgegriffen wird.

Metaphern und Bilder zur Mediation Kurzvideos

Fundstellen mit der Kategorie Beispiel sind:

  • wiki page:
  • article:
    • 4.) Die Weihnachtsbaumdiebe Medi & Ator haben sich inzwischen etabliert und sogar eine Schule eröffnet. A-X-ion heisst sie. Bei den Vorbereitungen auf das “Weihnachtsgeschäft” begegnen sie Wichtel und Riese, zwei wirklich
    • 1.) Die Weihnachtsmediation Medi & Ator mediieren den Streit zwischen dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen. Ein besonders herausfordernder Fall, den unsere Mediatoren aber erfolgreich abwickeln. Nur Profis erkennen, was sie all
    • Dialog vor dem Gericht Die nachfolgende Situation geschieht so oder ähnlich wahrscheinlich ziemlich häufig. In der Praxis würde wohl anders gefragt und argumentiert werden. Deshalb ist dieser Dialog zugleich ein !!!Bei
  • forum post:
    • Babysitterfall Vor einer Gerichtsverhandlung, bei der es um den Umgang des Kindesvaters mit seinem etwa 5-jährigen Kind ging, erschien die getrennt lebende Mutter etwas verfrüht im Verhandlungszimmer. In diesem St
    • Babysitterfall Vor einer Gerichtsverhandlung, bei der es um den Umgang des Kindesvaters mit seinem etwa 5-jährigen Kind ging, erschien die getrennt lebende Mutter etwas verfrüht im Verhandlungszimmer. In diesem St
  • forum:
    • Fallsammlung Dieses Forum dient zur Sammlung von Fällen, um die Bandbreite der Mediation darzustellen. Fälle zur Bearbeitung finden Sie im Forum "Intervision".

Erscheinungsformen

Die Mediation dringt in alle Lebensbereiche vor. Dementsprechend gibt es mindestens so viele Varianten wie Herleitungen, Formen, Modelle und Konzepte. Die Vielfalt mag erschlagen. Sie zu kennen heißt, die Varianz der Mediation zu begreifen und ihre Flexibilität zu nutzen. Die Erscheinungsformen der Mediation zu kennen, bedeutet aber auch, ihre Einsatzmöglichkeiten zu verifizieren. Die bekannteste Einteilung unterscheidet nach Anwendungsbereichen:

Familienmediation Wirtschaftsmediation weitere Anwendungsfelder

Die Vielfalt der Mediation ist ein Feature, kein Bug, auch wenn sie den Umgang mit ihr nicht gerade einfach macht. Die Kunst (auch für den Gesetzgeber und die Standard gebenden Verbände) besteht darin, die Anwendung eines informellen und flexiblen Verfahrens möglichst eindeutig zu definieren, ohne die Mediation dabei in irgendeiner Art und Weise zu verkürzen oder zu verstümmeln. Das setzt voraus, dass man sich über die durch das Wesen des Verfahrens gesetzten Grenzen genau bewusst ist.

Wesen der Mediation

Fundstellen mit der Kategorie Erscheinungsformen sind:

Voraussetzungen

Die Mediation ist ein Gespräch. Woran erkennt der Laie seinen Gehalt? Woran kann der Profi seine Qualität messen? Die Kenntnis und Prüfung der Voraussetzungen (des Verfahrens) 5 beschreibt den Weg von der faktischen zur professionellen Mediation. Bemühungen, die Mediation formal von anderen Verfahren abzugrenzen und ihren Bestand zu sichern, führen zur Beachtung von Mediations- und Tätigkeitsverboten. Es gibt feststehende Regeln, die der Mediator kennen muss, damit er die Mediation rechtsfehlerfrei durchführen kann. Es sind aber nicht nur Regeln zu beachten. Jede Mediation beispielsweise beginnt mit einer Konfliktanalyse - zumindest sollte sie es. Wiki to Yes stellt ein Prüfungsschema zur Verfügung, das Ihnen helfen soll, keine Voraussetzungen zu übersehen.

Voraussetzungen

Verstehen & Verstehensvermittlung

Die in der Mediation zu findende Lösung betrifft stets die Zukunft. Mithin geht es in der Mediation darum, die Zukunft zu gestalten. Die Basis der zu findenden Lösung, also der Lösungsweg, basiert auf dem vollständigen, wechselseitigen Verstehen. Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu verstehen, sondern die Zukunft. Antoine de Saint-Exupéry sagte einmal:

Die Zukunft soll man nicht voraussehen können, sondern möglich machen


Mediation sieht keine Zukunft voraus. Aber sie macht sie möglich. Sie ermöglicht Zukunft, indem sie die Kriterien des (zukünftigen, anzustrebenden) Nutzens herausarbeitet. So betrachtet könnte man sagen, die Mediation ist das einzige Verfahren, das den Nutzen in sich evaluiert. Damit wird auch deutlich, was zu verstehen ist: Es sind die Motive, die den erwarteten Nutzen beschreiben6 .

Verstehensvermittlung

Fundstellen mit der Kategorie Verstehen sind:

Fundstellen mit der Kategorie Vermittlung sind:

Interessenerhellung und Konfliktarbeit

Der Konflikt ist das zentrale Thema der Mediation7 . Immerhin möchte sie dazu beitragen, den Konflikt beizulegen oder gar zu lösen. Dabei kann die Mediation verschiedene Bearbeitungstiefen erreichen. Sie reichen von der Problemlösung auf der reinen Sachebene bis hin zur echten Konfliktbeilegung auf der emotionalen Ebene. Sie reichen von der Aufdeckung der Motive (Interessenerhellung) bis hin zur Ausgrabung der Bedürfnisse und der damit verbundenen Konfliktarbeit. Die Mediation kann alle Dimensionen des Kontinuums der Streitbeilegung abdecken.

Fundstellen mit der Kategorie Konfliktarbeit sind:

Strategie

Die Strategie beschriebt den Weg zum Ziel. Das Ziel der Mediation ist das Finden einer Lösung. Die Strategie der Mediation ist demzufolge der Weg des Suchens. Die Suche soll alle Aspekte beachten können und setzt eine Metasicht voraus. Um diese Perspektive zu erlangen ist ein offenes Gespräch erforderlich, das ale Informationen einbeziehen kann. Strategisch bewegt sich die Mediation in einer Kooperation. Nur sie erlaubt die Einbeziehung aller Informationen.

Wo sich die Konfrontation und die Konfrontation strategisch ausschließen, muss die Mediation in einer isolierten Exklave, als ein selbständiges Verfahren durchgeführt werden. Es ist eine stratregische Anforderung, mit der sich das Kooperationsdilemma auflösen lässt.

Strategie

Diversifikation

Die Komplexität der Mediation bedingt ihre Vielfalt. Sie lässt sich im Mediationsradius zusammenfassen. Die Diversifikation ist ihre Konsequenz. Um die Mediation zu stärken, hat der Gesetzgeber eine verwirrende Ausweitung vermeiden wollen. Er hat das Gegenteil erreicht. Die beeinträchtigenden Irritationen und Fehlerquellen ergeben sich nicht aus der Vielfalt der Mediation, sondern aus einer nicht abgestimmten Systematik und Terminologie. Die Verwendung der Mediation ist diffus. Schon die Terminologie ist uneinheitlich. Abhilfe kann nur die Aufklärung herbeiführen, die sich auch kritisch mit den Irritationen und der ihr im Wege stehenden systemischen Brüche auseinandersetzt. Mit dieser Ausrichtung bekommt Wiki to Yes auch eine ungewollt politische Dimension.

Fundstellen mit den Kategorien Definition, Erscheinungsformen, Fachmediationen sind:

Vorbilder

Es kommt der Mediation entgegen, wenn der Begriff "Gutmensch" zum Unwort des Jahres gewählt wurde 8 , denn der Mediator ist alles andere als das. Als Repräsentant einer kognitiv empathischen Metaebene ist der ideale Mediator eher ein jenseits solcher Bewertungen anzutreffendes Neutrum. Auf seine Tätigkeit bezogen, muss er sich die Frage gefallen lassen: Was ist der Verdienst des Mediators, wenn es die Parteien sind, die die Lösung herbeiführen? Die Kompetenz des Mediators orientiert sich an der Fähigkeit, Verstehen zu vermitteln. Voraussetzung dafür ist Verstehen zu können. Es ist eine lautlose Kompetenz. Ihr Schwerpunkt ist das präzise Zuhören. Wer oder was könnte dafür ein Vorbild sein? Im Wiki-to-Yes sind Vorbilder alle Personen, die sich um die Verstehensvermittlung verdient gemacht haben. Bei ihnen steht der Konsens im Mittelpunkt des Denkens und Handelns.

Fundstellen mit dem Stichwort Persönlichkeiten sind:

  • wiki page:

Simple but not easy

Die Mediation kommt mit wenigen Regeln aus. Nur sieben Leitsätze genügen, um die Mediation zu beschreiben. Um sie zu verstehen, muss man sich mit ihrer Komplexität auseinandersetzen und sich auf ihre Tiefe einlassen. In den folgenden Fachbüchern finden Sie eine systematische Aufarbeitung aller Themen und Fragestellungen, die die Mediation betreffen. Sie sind Teil eines Think-Tanks, der Anfängern wie auch fortgeschrittenen Mediatoren eine zuverlässige Basis für eine anspruchsvolle Arbeit bietet.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-10-10 12:49 / Version 178.
Aliase: Einleitung, C01-Einführung
Siehe auch: Mediation, Durchblick
Geprüft: Arthur Trossen

1 Siehe Historie
2 Diese Definition wurde von der integrierten Mediation entwickelt. Sie basiert auf dem Verständnis, dass es sich bei der Mediation um einen Erkenntnisprozess handelt
3 Merke betrifft einen Lehrsatz von: Allgemein, in-Mediation
4 Dauner (Qualitätssicherung)
5 Siehe z.B. Check-Verfahren
6 Es hat sich herausgestellt, dass der Begriff Motive besser verdeutlicht worum es geht als der Begriff Interessen. Interessen werden oft mit Zielen verwechselt. Motive erhellen die Bedeutung und konkretisieren die gewünschte Befriedigung (den Nutzen).
7 Das Mediationsgesetz setzt einen Konflikt voraus. Diese Voraussetzung lenkt davon ab, dass die Mediation auch zur Konfliktvermeidung eingesetzt werden kann.
8 Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des "guten Menschen" in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Das Wort ist seit 2011 zum Unwort gewählt worden Siehe www.unwortdesjahres.net
© Wiki to Yes: Trossen, Arthur "Einführung in die Mediation" (2017) unter Wiki-to-Yes.org/Einführung