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Seiten-ID: 1039 Das richtige Verfahren weist den richtigen Weg 3-Abteilung »  Bücher (Wiki)

Verfahren

Wer sich im Verkehr verfährt, ist auf dem falschen Weg.
Wie muss man fahren, um auf dem richtigen Weg zu bleiben?
Das Verfahren gibt darauf die Antwort, indem es ein (sich) Verfahren verhindert.




Der geregelte (Vor-)Gang

Verständnis

Das Verfahren wird allgemein als die Art und Weise eines Vorgehens beschrieben. Der Verfahrensbegriff findet sich in unterschiedlichen Kontexten und Disziplinen wieder1 :

  1. Im juristischen Verständnis wird das Gerichtsverfahren assoziiert und als Maßstab eines Verfahrens herangezogen. Es ist ein formeller Prozess, wo Rahmen und Schritte als Rechtshandlungen vorgegeben sind.
  2. Im psychologischen Verständnis steht die durch den Ablauf bewirkte Entwicklung im Vordergrund (z.B. operante Verfahren, zur Veränderung der Konsequenzen des Symptoms).
  3. Im Verständnis der Mathematik oder der Informatik ist mit dem Verfahren ein Algorythmus gemeint.

Wie das Beispiel der Mediation zeigt, lassen sich die Bedeutungen kumulieren. Wenn von der Mediation i.S.d. Mediationsgesetzes gesprochen, wird, steht zwar das juristische Verständnis im Vordergrund. Es fällt allerdings schwer, die Mediation als eine Abfolge von Rechtshandlungen zu verstehen. Außerdem gibt es die Mediation, durchaus als Verfahren verstanden, auf die das Mediationsgesetzes nicht anwendbar ist, ganz zu schweigen von der Mediation als Methode. Die Mediation ist ein Verfahren mit einem sehr weiten Mediationsradius, das alle Konnotationen zusammengeführt. Sie ist ein Verfahren, das sowohl psychologisch, wie juristisch betrachtet werden kann. Wenn die Mediation als Erkenntnisprozess verstanden wird, findet sich in ihr sogar einen Algorithmus wieder. Weil die Mediation alle Betrachtungen einschließt, liegt es nahe, sie als ein Verfahren sui generis (eigener Art) anzusehen, auf das keine oder alle Konnotationen des Verfahrensbegriffs zutreffen.

Aufkommen

Phänomen Konflilktlandschaft unterschiedliche Verfahren ....

Rahmen

Das Vorgehen innerhalb eines Verfahrens findet weder im rechtsfreien Raum noch im freien Fall statt. Vielmehr bewegt es sich innerhalb eines mehr oder weniger verbindlich vorgegebenen Rahmens. Der Rahmen wird durch die rechtlichen Eckdaten, wie etwa die Auftragserteilung, das Verfahrensrecht (bei Gerichtsverfahren) und im Falle der Mediation durch den Mediationsvertrag vorgegeben. Alles was in dem Verfahren geschieht, muss in den Rahmen hineinpassen. Der Rahmen grenzt nicht nur die Verfahrenshandlungen ein, er grenzt auf die Verfahren gegeneinander ab. Welche Konsequenzen sich daraus für die Konfliktverfahren ergeben, lässt sich am besten mit der Containertheorie erklären.

Containertheorie 

Ablauf

Unabhängig von dem zugrunde liegenden Verfahrensbegriff lassen sich die Ausführungen eines Verfahrens auf ein Schema zurückführen, das sich auf ein Konzept, eine Struktur und eine Ordnung bezieht. Zumindest bei den Verfahren der triadischen Instanz lässt sich das Verfahren auf das Grundformat eines Entscheidungsprozesses zurückführen.

Entscheidungsprozesse

Effizienz

Die Effizienz eines Verfahrens lässt sich mit der Reichweite ihrer Bearbeitung ermitteln. Ideal wäre es, wenn ein Verfahren die volle Konfliktkonkungruenz abdecken kann. Voraussetzung dazu ist einerseits, dass sie zu bearbeitenden Themen den Konflikt abdecken. Andererseits kommt es darauf an dass die Bearbeitungstiefe ausreicht, um eine vollständige Konfliktbeilegung weiterzuführen. Beachten Sie bitte, dass zwischen der Streit- und der Konfliktbeilegung unterschieden wird.

Die Reichweite des Verfahrens lässt sich mit drei Parametern bestimmen. Die Parameter haben folgende Bedeutung:

  1. Der Fokus beschreibt die Lösungsrelevanz. Er ergibt sich aus der Zielsetzung, die zugleich den Verfahrensschwerpunkt definiert. Mehr dazu ...
  2. Das Thema entspricht dem Streit- oder dem Verfahrensgegenstand. Es geht in die Breite. Mehr dazu ...
  3. Die Bearbeitungstiefe ergibt sich aus der Lösung, die an den Dimensionen des Konfliktes zu messen ist, um ihre Tiefe auszuloten. Mehr dazu ...

Reichweite

K(Lösung)=Fokus*Thema*Tiefe  

Charakter

Es gibt noch weitere kennzeichnende Parameter für ein Verfahren, die am besten in einer Charakteristik zum Ausdruck kommen. Der Charakter bestimmt auch das Wesen der Verfahren. Die Aspekte, die den Charakter ergeben lassen sich in folgenden Kriterien wiederfinden:

  1. Zielsetzung
  2. Strategie
  3. Rahmenbedingungen
  4. Reichweite
  5. Bearbeitungstiefe
  6. Bearbeitungsschwerpunkte
  7. Kommunikationsmodell (Involviertheit und Verantwortung)

Bedeutung für die Mediation

Es genügt nicht, wenn der Mediator das Verfahren der Mediation kennt. Er muss den Mediationsradius erkennen und wissen, wie sich die Mediation methodisch und als Verfahren von allen anderen Verfahren der Streit- und Konfliktbeilegung abgrenzt. Nur so ist es möglich, den eigenständigen Wert der Mediation und ihre Kompetenz korrekt zu beschreiben2 .

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Alias: Vorgehensweise
Siehe auch: Marketing, Wesen
Archiv: Ein Beitrag zum Facharchiv
Prüfvermerk: -

© Wiki to Yes: Trossen "Verfahren" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Verfahren
Erstellt von Arthur Trossen. Letzte Änderung: Montag Februar 4, 2019 08:13:31 CET by Arthur Trossen.