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Seiten-ID: 1652 Curricula und Ausbildungsinhalte 3-Abteilung »  Akademie


Ausbildung: Ein komplexes Thema das sich über mehrere Seiten erstreckt.

Ausbildung Kriterien Inhalte Kompetenz Zertifikate Entscheidungshilfe Verzeichnisse Forum

Die Ausbildungsinhalte

Was Sie wissen müssen und wo Sie das Wissen im Wiki finden

Wie navigieren Sie durch das Wissen das Sie sich aneignen müssen, um ein guter Mediator zu sein?
Woher wissen Sie überhaupt was Sie zu lernen haben?

Die Antwort auf diese Fragen finden Sie in einem sogenannten Curriculum. Ein Curriculum beschreibt
ein Lehrprogramm. Es geht über einen Lehrplan hinaus, der in der Regel auf die Aufzählung der Unterrichtsinhalte beschränkt ist. Das Curriculum orientiert sich an Lehrzielen und am Ablauf des Lehr- und Lernprozesses. Insbesondere enthält es Aussagen über die Rahmenbedingungen des Lernens.

 Hinweis:

Die unterschiedlichen Ausbildungsqualitäten werden entsprechend der Qualifizierung des Mediators1 in drei unterschiedlichen Levels vorgehalten. Die zu dem jeweiligen Ausbildungslevel passenden Inhalte werden in den Examensfragen vorgehalten und abgefragt.

Level 1: Mindestinhalte

Der Gesetzgeber hat sich berufen gefühlt, die Ausbildungsinhalte in einer Rechtsverordnung festzulegen. Die ZMediatAusbV beschreibt die Voraussetzungen des zertifizierten Mediators, indem es den Ausbildungsumfang und -inhalt festlegt. Wie der Verordnungsgeber selbst hervorhebt, ist damit nur der Mindestinhalt einer Ausbildung beschrieben.

Ausbildungsziel
Das Ausbildungsziel wird in der ZMediatAusbV nicht explizit genannt. Wenn die Mindestanforderungen einer beruflichen Anwendung der Mediation gemeint ist, muss dieser Level ein grundlegendes Wissen über die Mediation und ihre Anwendungsmöglichkeiten beinhalten.

Nummer Ausbildungsinhalt Fundstellen in Wiki to Yes
1 Einführung und Grundlagen der Mediation Einführung, Geschichte der Mediation
1a Grundlagen der Mediation Mediation ist anders!, Eigenschaften, Grundlagen, Herleitung, Durchblick
1aa Überblick über Prinzipien, Verfahrensablauf und Phasen der Mediation Prozesslogik, Verfahrensgrundlagen, Ablauf, Prinzipien
1bb Überblick über Kommunikations und Arbeitstechniken in der Mediation Werkzeuge, Mediatorenkoffer, Methodik, Techniken, Interventionenverzeichnis
1b Abgrenzung der Mediation zum streitigen Verfahren und zu anderen alternativen Konfliktbeilegungsverfahren Systematik, Streitbeilegungsverfahren, Streitvermittlung
1c Überblick über die Anwendungsfelder der Mediation Anwendungsfelder, Fachmediation
2 Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation Rahmenbedingungen, Ablauf, Phasenlogik, Mediationsmodell, Mediationsform
2a Einzelheiten zu den Phasen der Mediation Phasenlogik, Vorphase, Phase 1, Phase 2, Phase 3, Phase 4, Phase 5, Nachphase
2a/aa Mediationsvertrag Vereinbarungen, Mediationsvertrag, Mediationsdurchführungsvereinbarung, Mediationsabreden
2a/bb Stoffsammlung Themenlogik, Positionen, Themensammlung
2a/cc Interessenerforschung Erfolgskriterien, Interesse; Konfliktarbeit
2a/dd Sammlung und Bewertung von Optionen Lösungen, Lösungsalternativen, Lösungskriterien, Nutzen
2a/ee Abschlussvereinbarung Ziel und Ergebnis, Abschlussvereinbarung
2b Besonderheiten unterschiedlicher Settings in der Mediation Setting
2b/aa Einzelgespräche Einzelgespräch
2b/bb Co-/Teammediation, Mehrparteienmediation, Shuttle-Mediation Mediationsformate, Shuttle-Mediation, Co-Mediation, Teammediation,
2b/cc Einbeziehung Dritter Dritte, Parteien
c Weitere Rahmenbedingungen Rahmen
2c/aa Vor- und Nachbereitung von Mediationsverfahren Vorphase, Nachphase
2c/bb Dokumentation/Protokollführung Dokumentation
3 Verhandlungstechniken und -kompetenz Mediation-Verhandeln
3a Grundlagen der Verhandlungsanalyse Verhandlungsanalyse
3b Verhandlungsführung und Verhandlungsmanagement: intuitives Verhandeln, Verhandlung nach dem Harvard-Konzept/integrative Verhandlungstechniken, distributive Verhandlungstechniken Verhandlungstheorie
4 Gesprächsführung, Kommunikationstechniken Kommunikationstechniken
4a Grundlagen der Kommunikation Kommunikation
4b Kommunikationstechniken (z. B. aktives Zuhören, Paraphrasieren, Fragetechniken, Verbalisieren, Reframing, verbale und nonverbale Kommunikation) Techniken, Loopen, Fragetechniken
4c Techniken zur Entwicklung und Bewertung von Lösungen (z. B. Brainstorming, Mindmapping, sonstige Kreativitätstechniken, Risikoanalyse) Lösungen
4d Visualisierungs- und Moderationstechniken Hilfsmittelverzeichnis, Visualisierung
4e Umgang mit schwierigen Situationen (z. B. Blockaden, Widerstände, Eskalationen, Machtungleichgewichte) Herausforderung, Blockaden, Machtgefälle, Eskalation, Deeskalation
5 Konfliktkompetenz Konflikt, Konfliktdynamik
5a Konflikttheorie (Konfliktfaktoren, Konfliktdynamik und Konfliktanalyse; Eskalationsstufen; Konflikttypen) Konflikttheorie, Konfliktfaktoren, Konfliktdynamik, Konfliktanalyse, Konflikttypen, Eskalation
5b Erkennen von Konfliktdynamiken Konfliktdynamik
5c Interventionstechniken Interventionen
6 Recht der Mediation Recht
6a Rechtliche Rahmenbedingungen: Mediatorvertrag, Berufsrecht, Verschwiegenheit, Vergütungsfragen, Haftung und Versicherung Mediationsvertrag, Mediationsdurchführungsvereinbarung, Berufsrecht, Mediationskosten, Verschwiegenheit, Rechtsschutz
6b Einbettung in das Recht des jeweiligen Grundberufs Anwaltsmediator
6c Grundzüge des Rechtsdienstleistungsgesetzes Rechtsdienstleistung
7 Recht in der Mediation Recht, Lösungsweg, Abgrenzung-Recht
7a Rolle des Rechts in der Mediation Abgrenzung-Recht
7b Abgrenzung von zulässiger rechtlicher Information und unzulässiger Rechtsberatung in der Mediation durch den Mediator Rechtsberatung
7c Rolle des Mediators in Abgrenzung zu den Aufgaben des Parteianwalts Anwälte
7d Sensibilisierung für das Erkennen von rechtlich relevanten Sachverhalten bzw. von Situationen, in denen den Medianden die Inanspruchnahme externer rechtlicher Beratung zu empfehlen ist, um eine informierte Entscheidung zu treffen WATNA-BATNA, Wirksamkeit
7e Mitwirkung externer Berater in der Mediation Experten
7f Rechtliche Besonderheiten der Mitwirkung des Mediators bei der Abschlussvereinbarung Abschlussvereinbarung, Abgrenzung-Recht
7g Rechtliche Bedeutung und Durchsetzbarkeit der Abschlussvereinbarung unter Berücksichtigung der Vollstreckbarkeit Vollstreckbarkeit
8 Persönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis Haltung
8a Rollendefinition, Rollenkonflikte Rollen, Rollenkonflikte
8b Aufgabe und Selbstverständnis des Mediators (insbesondere Wertschätzung, Respekt und innere Haltung) Haltung
8c Allparteilichkeit, Neutralität und professionelle Distanz zu den Medianden und zum Konflikt Neutralität
8d Macht und Fairness in der Mediation Neutralität
8e Umgang mit eigenen Gefühlen Emotionen, Metaebene
8f Selbstreflexion (z. B. Bewusstheit über die eigenen Grenzen aufgrund der beruflichen Prägung und Sozialisation) Mediatorenprofil

Nummer Ausbildungsinhalt Zeitstunden
1
Einführung und Grundlagen der Mediation

a) Grundlagen der Mediation
aa) Überblick über Prinzipien, Verfahrensablauf und Phasen der Mediation
bb) Überblick über Kommunikations- und Arbeitstechniken in der Mediation
b) Abgrenzung der Mediation zum streitigen Verfahren und zu anderen alternativen Konfliktbeilegungsverfahren
c) Überblick über die Anwendungsfelder der Mediation

18
2
Ablauf und Rahmenbedingungen der Mediation

a) Einzelheiten zu den Phasen der Mediation
aa) Mediationsvertrag
bb) Stoffsammlung
cc) Interessenerforschung
dd) Sammlung und Bewertung von Optionen
ee) Abschlussvereinbarung
b) Besonderheiten unterschiedlicher Settings in der Mediation
aa) Einzelgespräche
bb) Co-/Teammediation, Mehrparteienmediation, Shuttle-Mediation
cc) Einbeziehung Dritter
c) Weitere Rahmenbedingungen
aa) Vorund Nachbereitung von Mediationsverfahren
bb) Dokumentation/Protokollführung

30
3
Verhandlungstechniken und -kompetenz

a) Grundlagen der Verhandlungsanalyse
b) Verhandlungsführung und Verhandlungsmanagement: intuitives Verhandeln, Verhandlung nach dem Harvard-Konzept/integrative Verhandlungstechniken, distributive Verhandlungstechniken

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4
Gesprächsführung, Kommunikationstechniken

Gesprächsführung, Kommunikationstechniken
a) Grundlagen der Kommunikation
b) Kommunikationstechniken (z. B. aktives Zuhören, Paraphrasieren, Fragetechniken, Verbalisieren, Reframing, verbale und nonverbale Kommunikation)
c) Techniken zur Entwicklung und Bewertung von Lösungen (z. B. Brainstorming, Mindmapping, sonstige Kreativitätstechniken, Risikoanalyse)
d) Visualisierungsund Moderationstechniken
e) Umgang mit schwierigen Situationen (z. B. Blockaden, Widerstände, Eskalationen, Machtungleichgewichte)

18
5
Konfliktkompetenz

a) Konflikttheorie (Konfliktfaktoren, Konfliktdynamik und Konfliktanalyse; Eskalationsstufen; Konflikttypen)
b) Erkennen von Konfliktdynamiken
c) Interventionstechniken

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6
Recht der Mediation

a) Rechtliche Rahmenbedingungen: Mediatorvertrag, Berufsrecht, Verschwiegenheit, Vergütungsfragen, Haftung und Versicherung
b) Einbettung in das Recht des jeweiligen Grundberufs
c) Grundzüge des Rechtsdienstleistungsgesetzes

6
7
Recht in der Mediation

a) Rolle des Rechts in der Mediation
b) Abgrenzung von zulässiger rechtlicher Information und unzulässiger Rechtsberatung in der Mediation durch den Mediator
c) Rolle des Mediators in Abgrenzung zu den Aufgaben des Parteianwalts
d) Sensibilisierung für das Erkennen von rechtlich relevanten Sachverhalten bzw. von Situationen, in denen den Medianden die Inanspruchnahme externer rechtlicher Beratung zu empfehlen ist, um eine informierte Entscheidung zu treffen
e) Mitwirkung externer Berater in der Mediation
f) Rechtliche Besonderheiten der Mitwirkung des Mediators bei der Abschlussvereinbarung
g) Rechtliche Bedeutung und Durchsetzbarkeit der Abschlussvereinbarung unter Berücksichtigung der Vollstreckbarkeit

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8
Persönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis

a) Rollendefinition, Rollenkonflikte
b) Aufgabe und Selbstverständnis des Mediators (insbesondere Wertschätzung, Respekt und innere Haltung)
c) Allparteilichkeit, Neutralität und professionelle Distanz zu den Medianden und zum Konflikt
d) Macht und Fairness in der Mediation
e) Umgang mit eigenen Gefühlen
f) Selbstreflexion (z. B. Bewusstheit über die eigenen Grenzen aufgrund der beruflichen Prägung und Sozialisation)

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Kommentierung zur ZMediatAusbV 

Level 2: Qualifikationsinhalte

Wenn die ZMediatAusbV nur Mindesinhalte 2 benennt, muss es eine weitere Qualifikation geben. Hierfür setzen sich die Mediatorenverbände ein. Die Ausbildungsinhalte werden in Standards formuliert.

Ausbildungsziel
Auch hier geht es um die berufliche Anwendung der Mediation. Der Wissens- und Erfahrungsstand des Mediators geht allerdings über die Mindestanforderungen hinaus.

Level 3: Versiertheitsinhalte

Versiertheit bedeutet: erfahren und kundig.

Ausbildungsziel
Dieser Ausbildungslevel setzt eine umfassende Fachlichkeit und Erfahrung voraus. Der Mediator kann mit allen Konflikten und Verfahrend es Konfliktmanagements umgehen.


Hinweise und Fußnoten

Alias: Curricula, Mindestinhalte, Mindestinhalt, Mindestanforderung, Mindestanforderungen
Bearbeitungshinweis: Textvollendung und Programmvollendung erforderlich. zB ...
Prüfvermerk: -

An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Mittwoch März 20, 2019 22:28:12 CET von Arthur Trossen.