Lade...
 
Wiki to Yes, das Metaportal
Seiten-ID: 1683 Erfahrungen in und mit der Mediation in der Welt der Mediation 3-Abteilung »  Erfahrung und Vernetzung 4-Inhalt »  (10) Staat »  Implementierung

Die Welt der Mediation

Welt der Mediation
Die Welt der Mediation ist größer als sie auf den ersten Blick erscheinen mag.
Es sind nicht nur der Titel, die Ausbildung oder der Fall, der eine Mediation ausmachen und nicht nur einige Mediatorenverbände. Die Welt der Mediation geht weit über die Verfahren gem. §1 Mediationsgesetz hinaus und kennt viele Player und Protagonisten. Um die Mediation und ihre Entwicklung korrekt einschätzen zu können, zählt auch das Wissen, wo und wie die Mediation durch wen zur Anwendung kommt und wie sie behandelt wird.




Die geübte Mediation
Das Wissen zeigt sich an der Umsetzung

Erfahrungen als Feedback

Die Behandlung der Mediation ergibt sich aus Erfahrungen im Umgang mit der Mediation. Die Erfahrungen wiederum werden durch die Wahrnehmung von Verhaltensweisen geprägt. Aus ihnen lässt sich das erforderliche Feedback herleiten, aus dem heraus die Entwicklung der Mediation beurteilt und gefördert werden kann.1 Die Umfrage zur Implementierung soll dazu beitragen, das Bild abzurunden.

Umfrage zur Implementierung der Mediation

Sowohl die Besprechung der Evaluierung wie auch der Mediationsreport 2019 haben gezeigt, dass es nicht genügt, fallbezogene Eckdaten selektiv und statistisch zu erfassen und solitäre Entscheidungen, wie etwa die Festlegung von Ausbildungsstandards zu treffen, wenn es um die Mediation und ihre Förderung geht. Um die Entwicklung der Mediation korrekt einschätzen zu können, sollte die ganze Welt der Mediation in den Blick genommen werden. Insbesondere sollten auch die Erfahrungen von Praktikern beachtet werden, die in Erhebungen oft gar nicht zu Wort kommen. Neben der Fallarbeit geben auch das Marketing und die Implementierung der Mediation einen Anhaltspunkt über ihr Verständnis.

Die systemische Sicht

Das gesamte Erfahrungsspektrum zum Thema Mediation ergibt sich aus einer systemischen Sicht.
Die Mediation ist komplex. Sie ist ebenso komplex wie die Fälle und die Umwelt in der sie zur Anwendung kommt.

Wenn die Mediation als ein System betrachtet wird, das nicht nur fallbezogenen2 , sondern auch gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Einflüssen unterworfen ist, kann ihre Wirkung am besten kontrolliert und eingeschätzt werden. Erst die systemische Sicht deckt die Korrelationen zwischen Systemen (wie z.B. der Staat, die Justiz, die Berufe usw.), der Umwelt (z.B. die Gesellschaft) und den Elementen (z.B. der Mediator, die Konsumenten) auf. Die Grafik im Header soll einen ersten, rudimemntären Eindruck von den zu beachtenden Korrelationen vermitteln. Sie mag dazu beitragen, die Welt der Mediation in all ihren Bezügen aufzuschlüsseln. In der Grafik werden bereits einige Komponenten ausgewiesen, die zur Kennzeichnung der Mediationswelt heranzuziehen sind.

Die Komponenten

Grundsätzlich lässt sich die Welt der Mediation in Gegenstände und Protagonisten unterteilen. Die Skizze im Header ordnet die zentralen Fragen, also die Gegenstände, dem Äquator der Mediationswelt zu. Die Institutionen und Protagonisten sind um den Äquator herum angeordnet, weil sie berufen sind oder sich berufen fühlen, die Problemfelder in der ein oder anderen Weise zu bedienen.

Themen und Problemfelder

Die wichtigsten Themen und Problemfelder sind:

  1. Geht es um die Mediation selbst, stehen Standards und Vorschriften im Vordergrund, an denen der Mediator sein Verhalten ausrichten soll. Die Haltung wird als wichtigstes Kriterium angeführt. Sie spiegelt sich im Verhalten wieder. Deshalb ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln, die mit der Fallarbeit aufkommen und Fragen zu stellen, an denen sich das Verhalten des Mediators ausrichten lässt.
  2. Die Ausbildung ist ein wichtiger Faktor, um dem Mediator ein mediationsgerechtes Verhalten zu vermitteln. Um die optimale Ausbildung beschreiben zu können, sind Erfahrungen hilfreich, wie der ausgebildete Mediator welche Mediationskompetenz erworben hat.
  3. Die Implementierung soll Regeln und Voraussetzungen schaffen, damit sich die Mediation optimal entwickeln kann. Hier helfen Erfahrungen, die den Vorgang der Implementierung und das Verhalten der regulierenden Kräfte und Institutionen betreffen.
  4. Das optimale Zusammenspiel der Kräfte ist eine wesentliche Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf der Prozesse. Deshalb spielen Erfahrungen über den Wettbewerb ebenfalls eine wichtige Rolle.

Protagonisten

Als Protagonisten, die für die Umsetzung der Gegenstände verantwortlich sind, lassen sich folgende Personen und Institutionen ermitteln:

  1. Der wichtigste Protagonist wäre die Mediation selbst.3 Würde sie als eine Person auftreten können, wären ihre Wahrnehmungen außerordentlich hilfreich, wenn es um die Frage geht, ob und wie die Mediation selbst über ihre korrekte Umgesetzung denkt.
  2. Für die Mediation sprechen zunächst die Mediatoren. Ihr Verhalten und Ihre Erfahrungen belegen, wo und wie die Mediation leicht oder schwer umzusetzen ist.
  3. Die Konsumenten geben letztlich dazu eine Rückmeldung. Ihr Verhalten belegt zugleich die Bereitschaft, sich einer völlig andersartigen Herangehensweise an Konflikte zu stellen.
  4. Die konfliktnahen Berufe können die Mediation unterstützen oder mit ihr in eine ablehnende Konkurrenz treten. Die Erfahrung, wie die Konfliktberufe mit der Mediation umgehen, spiegelt also ebenfalls das vorherrschende Verständnis der Mediation wieder.
  5. Die Institutionen (Verbände und Kammern) sind angetreten, das Verhalten der Mediatoren auf die ein oder andere Weise zu steuern. Manche wollen auch das Verhalten der Konsumenten postitiv beeinflussen. Die Erfahrungen mit den Implementierungsbemühungen geben einen Eindruck wieder, ob und inwieweit die Mediation auch in diesen Instanzen verinnerlicht wurde und wie sie zur Geltung kommt.
  6. Für die Regierung und den Gesetzgeber gilt das Gleiche, nicht nur wenn es um die Mediationspolitk geht.
  7. Letztlich spielen auch die Erfahrungen und Verhaltensweisen der Gesellschaft eine wichtige Rolle für die Erkenntnis, ob und wie die Mediation am besten zu verbreiten ist.

Mit der Anordnung von Themen und Protagonisten in der Headergrafik soll einserseits gezeigt werden, dass und wie Gegenstände und Protagonisten miteinander interagieren und sich wechselseitig beeinflussen. Andererseits soll sie aufdecken, wohin der Fokus zu lenken ist, wenn es darum geht, die Entwicklung der Mediation zu beschreiben, zu korrigieren und zu fördern. Der Verzeichnis der Institutionen soll dazu beitragen, die Protagonisten zu identifizieren.

Verzeichnis der Institutionen

Der Mikrokosmos

Wer die gesamte Komplexität der Fragestellungen zur Anwendung und Implementierung der Mediation im Blick hat, wird bemerken, dass sich alle gesellschaftlichen und politischen Phänomene wiederfinden, die auch in der Politik und der Gesellschaft zu beobachten sind. Bestimmte Phänomene wiederholen sich sogar.4 Obwohl die Mediation aus ihrem Wesen heraus ein anderes Vorgehen nahelegt, werden von einigen der Protagonisten die gleichen politischen Machstrategien genutzt, die außerhalb der Mediation zum Tragen kommen und letztlich zum Versagen der Politik beitragen.5

Beispiel - politische Muster: Politische Muster, die sich wiederholen sind z.B. die Bildung von Mehrheiten unter Ausschluss von Minderheiten und jenseits vom Konsens, das Schaffen von Fakten, das Herbeiführen von Lösungen, die sich nicht am Nutzen orientieren usw.


Die Mediationslandschaft ist ein Spiegel der Geselllschaft. Wenn sie als ein Mikrokosmos gesehen wird, gewährt sie einen besser überschaubaren Überblick, wenn es darum geht, neue, konstruktive Vorgehensweisen nicht nur in der Mediation, sondern auch in der Politik und der Gesellschaft zu finden. Es lohnt sich also, die Welt der Mediation näher zu betrachten.

Die Erfahrungsdatenbank

Um Ursachen und Wirkungen miteinander in Bezug zu setzen, spielen Erfahrungen eine wichtige Rolle. Die Rückkopplung mit Erfahrungen und Eindrücken sind in der Mediationslandschaft besonders wichtig, weil die Mediation einem Regelwerk unterzogen wird, das vornehmlich auf theoretischen Herleitungen beruht. Die Auswahl der Informanten und die Art der Meinungsbildung begünstigt die Selbstreferenzialität in gleicher Weise, wie sie von ihr bestimmt wird. Sie verhindert, dass erfahrene Praktiker und Anwender, die nicht in die Meinungsbildungsprozesse der regulierenden Instanzen eingebunden sind, zu Wort kommen.

 Merke:

Leitsatz 4962 - Je breiter die Erfahrungen gestreut sind, umso besser ist es für den Lern- und Umsetzungprozess.

Wiki to Yes bietet eine Plattform und mit ihr den Versuch, die Erfahrungen mit der Mediation und den Umgfang mit der Mediation in ihrer gesamten Breite zu erfassen, abrufbar zu machen und mit dem Wissen über die Mediation zu verknüpfen. Zu diesem Zweck werden alle Wahrnehmungen, die Mediationswelt betreffend, erfasst. Sie finden Erfahrungsberichte in der Abteilung Erfahrung verstreut. Gezielte Anlaufstellen sind die Nachrichten und die Kolumne. Erfahrungen vermitteln sich aber auch über die Fallstudien, in den Beispielen oder einfach, wenn Sie nach dem Begriff Erfahrung suchen.

Nachrichten Kolumne Fallstudien Beispiele Schlagwortsuche Erfahrung 

Das speziell für die Sammlung von Erfahrungen eingerichtete Forum Mediationserfahrungen gibt Ihnen die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit der Mediation oder der Mediationslandschaft einzubringen, ohne dass es auf einen inhaltlichen Bezug, etwa durch Kommentierungen, zu einer bestehenden Seite ankommt.6

Bitte beachten Sie, dass die vorstehende Auflistung nur die neuesten Beiträge des Forums Mediationserfahrungen anführt. Klicken Sie bitte auf den nebenstehenden Button, um Einträge zu ergänzen oder das gesamte Forum einzusehen.

 Aktionshinweis:

Sie sind nicht auf das Forum angewiesen, um Ihre Meinung, Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen zu teilen. Auf Expertisen erfahren Sie, wie Sie Beiträge einstellen können. Siehe auch alle Aktionen

Der Erfahrungsgewinn

Es genügt nicht, Erfahrungen zu sammeln. Entscheidend ist ihre Auswertung, wenn sie zu einem Erkenntnisgewinn führen sollen. Auch wenn das Forum im Idealfall bereits eine Zusammenstellung ergibt an der sich Anwender, Politiker und Funktionäre orientieren können, gehört es zur Funktionalität von Wiki to Yes als Metaportal, die Erfahrungen zusammenzuführen, um sie in einen Bezug zu Inhalten zu setzen und im Mediationsreport auszuwerten.

Mediationsreporte 

Bedeutung für die Mediation

Viele praktizierende Mediatoren verfügen über Erfahrungen, die weder in den wissenschaftichen Explorationen noch in den Erhebungen der Verbände berücksichtigt werden. Eine echte Hilfe für die Mediation und ihre Entwicklung ergibt sich erst, wenn das gesamte Erfahrungsspektrum erfasst wird. Das politik-, verlags- und verbandsunabhängige Metaportal bildet die bisher einzige Plattform, auf der dies möglich ist.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.
Bearbeitungsstand: 2019-09-23 00:25 / Version 47.
Aliase: Mikrokosmos, Mediationslandschaft, Mediationswelt
Siehe auch: Implementierung, Institutionen, Umfrage-Implementierung
Prüfvermerk: -

1 Die Förderung der Mediation und ihrer Entwicklung ist ein Ziel, das selbst der Gesetzgeber festgeschrieben hat. Siehe §8 Mediationsgesetz
2 Siehe Systemik
3 Siehe den Beitrag: Hier kommt die Mediation zu Wort
4 Sieh dazu auch die Beiträge Ziel, Unterbewusstsein und vor allem der Vortrag von Watzlawick: Wenn die Lösung das Problem ist
5 Die These ist mit Beispielen zu unterlegen und gegebenenfalls zu erforschen. Siehe dazu den Vorschlag: Die politische Dimension der Mediation
6 Auf Expertisen erfahren Sie, wie Sie Beiträge einstellen können.
© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Die Welt der Mediation" (2019) unter Wiki-to-Yes.org/Mediationswelt
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Montag September 23, 2019 00:25:11 CEST von Arthur Trossen.