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Seiten-ID: 1137 Kompetenz zur Verwirklichung des Wesens der Mediation 3-Abteilung »  Praxis

Kompetenz: Alles über das mediative Wissen und Können finden Sie auf folgenden Seiten:

Mediatorenprofil Mediationskompetenz Kompetenzausbildung Qualität 

Die mediative Kompetenz

Der Begriff mediative Kompetenz wird recht häufig erwähnt. Einmal, wenn es darum geht, die Fähigkeit des Mediators zu beurteilen, eine Mediation durchführen zu können. Zum Anderen, wenn untersucht wird, ob und inwieweit das, was die Mediation ausmacht, auch in anderen Vorgängen anwendbar ist oder nicht. In beiden Fällen kommt es darauf an, sich bewusst zu werden, was unter der mediativen Kompetenz genau zu verstehen ist.




Know how
to do the mediation perfectly!

Definition

Kompetenz beschränkt sich nicht auf das Know how. Der Begriff bezieht sowohl die Erfahrung wie die Fertigkeit mit ein, das Wissen korrekt anzuwenden. In einem professionellen Kontext kommen noch die Effizienz und Reproduzierbarkeit hinzu, die sich in der Qualität und der Nachvollziehbarket ausdrücken.

 Merke:

4178 - Weil die Mediation eine Vermittlung ist, beschreibt die mediative Kompetenz das zum Verstehen und zur Verstehensvermittlung notwendige Wissen und die Fertigkeiten, den zur parteiseitigen Lösungsfindung notwendigen Erkenntnisprozess bedarfsabhängig und nachvollziehbar zu verwirklichen

Unterscheidung

Wenn im Zusammenhang und bei der Durchführung von der Kompetenz gesprochen wird, ist der Fokus stets auf die Kompetenz des Mediators gerichtet. Dabei wird übersehen, dass die Mediation als ein selbstregulierendes, sich selbst kontrollierendes und steuerndes Verfahren eigene Kompetenzen besitzt. Diese Kompetenz verwirklicht sich in der Mediationslogik und der konzeptuellen Ausgestaltung des Verfahrens. Wer die Fähigkeit der Mediation zur Selbstregulierung außer acht lässt, schätzt die Kompetenz des Mediators konsequent falsch ein. Er stellt sie über das Verfahren, obwohl seine Aufgabe darin besteht, die Mediation zu verwirklichen.

Die differenzierte Sicht erfordert eine Abgegrenzung, die mit den Begriffen Mediationskompetenz und Mediatorenkompetenz aufgegriffen wird und sich in dieser Terminologie verankert.

Komponenten der Mediatorenkompetenz

Die Definition legt insgesamt drei unterschiedliche Komponenten offen, die dazu beitragen, die mediative Kompetenz mit Inhalt zu füllen und zu konkretisieren. Die drei Komponenten sind:

  1. Wissen
  2. Fertigkeit
  3. Tätigkeit

Komponente: Wissen

Die ZMediatAusbV hat versucht, das Mindestwissen des Mediators zusammenzustellen. Daraus ist ein Katalog geworden, der nur bedingt aussagekräftig ist und lediglich einen Eindruck hinterlässt, wie das Wissen auszurichten sei.

Bei der Frage nach der Kompetenz des Mediators kommt es natürlich maßgeblich darauf an, was unter Mediation zu verstehen ist. Viele Mediatoren achten eher auf formale Aspekte.

Beispiel - Aussagen zur Abgrenzung der Mediation: "Das ist keine Mediation, weil der neutrale Dritte Entscheidungsbefugnisse hat!", "Das ist keine Mediation, weil Vorschläge gemacht wurden!" "Das ist keine Mediation, weil keine Face to Face Kommunikation stattgefunden hat" usw.


Formale Kriterien sind unzureichend, um die Mediation und die zu ihrer Wesensverwirklichung führende Kompetenz zu beschreiben. Auch die zum Teil disponiblen Prinzipien1 , eignen sich nicht zur Festlegung von Mediations- geschweige denn von Kompetenzmerkmalen. Besser geeignet ist die Prüfung, ob das Mediieren das Wesen der Mediation verwirklicht hat oder nicht.

Wesen der Mediation

Wenn sich das Wissen auf eine Kompetenz beziehen soll, ist es auf eine Vorgehensweise zu richten. Damit gerät der Prozess der Mediation in den Fokus und die Frage, ob und wie welche Werkzeuge zu seiner Verwirklichung anzuwenden sind. Die Frage lässt sich aus der Mediationslogik heraus beantworten. Sie beschreibt, wie die Verhandlungslogik, die Prozesslogik, die Themenlogik, die Phasenlogik, die Konfliktdynamik und die Suchlogik zusammenzuführen sind, damit sich die Mediation als Erkenntnisprozess verwirklicht.

 Merke:

4179 - Das mediative Know how kann also als das Wissen beschrieben werden, wie sich die Kompetenz der Verstehensvermittlung in der Logik des Mediierens verwirklicht

Das gesamte, zur Durchführung einer Mediation erforderliche Wissen wird bei Wiki to Yes zur Verfügung gestellt. Es vedeutlicht die Komplexität der Materie. Ein Verzeichnis des anzueignenden Wissens ergeben die Ausbildungsinhalte.

Auch die Frage, ob ein Mediator über ein spezifisches Fachwissen verfügen muss, ergibt sich aus dem Verstehensbedarf. Eine Auseinandersetzung mit der Frage finden Sie bei den Fachmediationen.

Fachmediationen

Komponente: Fertigkeit

Die Fertigkeit beschreibt die Umsetzbarkeit des Wissens. Sie ist erreicht, wenn ein intuitives Denken innerhalb der Prozesslogik erreicht ist. Die Fertigkeit basiert auf Talent und Übung. Oft wird die Bedeutung der mediativen Haltung angeführt. Tatsächlich ist die Art des Denkens ausschlaggebend für das Gelingen der Mediation. Wenn das Denken allerdings mit Meinung und Gesinnung gleichgesetzt und moralisch begründet wird, bezieht es sich auf etwas anderes als Mediation. Das Denken ergibt sich aus dem Erkenntnisprozess und der Notwendigkeit, eine durch den Mediator repräsentierte Metaebene herzustellen.

Haltungsmerkmale

Tatsächlich erwartet die Mediation eine andere Denkweise. Sie ist nicht argument- oder lösungs-, sondern nutzenorientiert. Das Verstehen steht im Mittelpunkt, weshalb die Mediation eine Metaebene für den Fall und das Verfahren abbildet. Der Mediator ist die personifizierte Metaebene, woraus sich seine Wertefreiheit ergibt.

Komponente: Tätigkeit

Die Tätigkeit des Mediators orientiert sich an seiner Rolle als Mediator, seiner Stellung im Mediationssystem und der sich daraus ergebenden Haltung. Wer sich auskennt in der Mediation kann genau sagen, warum er was gemacht hat oder wie was zu planen ist. Ein Qualitätsmanagement erlaubt das Herausarbeiten und Überwachen von Benchmarks.

Qualitätsmanagement

Wenn die zu gewährende Unterstützung zur Mediation passt, muss sie ausgewogen sein und sich darauf beschränken, den Medianden nur die erforderliche Hife anzubieten, die sie benötigen, um die zur Lösung führenden Erkenntnisse SELBST gewinnen zu können. Es ist eine besondere Herausforderung nicht in deren Kopf zu denken und keine Lösungen vorzugeben und sich nur dort einzubringen, wo es notwendig ist.

Dienstleistung

Kompetenzmerkmale

Als Entscheidungshilfe und erste Orientierung mag der Mediatorencheck dabei helfen, die Kriterien für die Auswahl des passenden Mediators zu finden.

Formular: Mediatorencheck

Bedeutung für die Mediation

Oft wird die Haltung als wesentliches Kompetenzmerkmal beschrieben. Wenn damit die geistige Einstellung, die Einnahme der Metaebene und die Verwirklichung des mit der Mediation zu ermöglichenden Erkenntnisprozesses gemeint ist, handelt es sich ganz sicher um eine wesentliche Kompetenz, die Wissen, Verständnis (Verstehen) und Erfarung erfordert. Präziser wird der Begriff erst, wenn er sich auf die Anforderungen der Mediation bezieht und diese als Voraussetzung, nicht als Konsequenz der Haltung betrachtet. Man sollte bei der Haltung also immetr den konkreten Bezug zur Mediation hinterfragen.

 Merke:

4180 - Auf einen Nenner gebracht bemisst sich die Kompetenz des Mediators an seiner Fähigkeit zu Verstehen, das Verstandene zu vermitteln und in den Erkenntnisprozess der Mediation einzubeziehen

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-04-09 06:14 / Version 61.
Alias: Wesensverwirklichung, Kompetenz, mediative Kompetenz, Mediatorenkompetenz, Mediatorenkompetenz
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Diskussion: Forumsbeitrag Mediationskompetenzen

1 Siehe dazu die Ausführungen unter Grundsätze
© Wiki to Yes: Trossen "mediative Kompetenz" (2017) unter Wiki-to-Yes.org/Mediationskompetenz
Erstellt von Arthur Trossen. Letzte Änderung: Dienstag April 9, 2019 06:14:45 CEST by Arthur Trossen.