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Seiten-ID: 1045 Konfrontation, Krieg und Gewalt 4-Inhalt »  (04) Mediieren (Verfahren) »  Strategie 3-Abteilung »  Archiv

Konfrontation

Die Konfrontation ist eine Gegenüberstellung von sich störenden Belangen, die in eine Auseinandersetzung führt1 . Die störenden Sachverhalte stellen sich als widersprüchlich dar. Die Auseinandersetzung darüber führt in eine Entweder- oder Lösung.




Ich bin total dagegen!

Konfrontationsstrategie

Eine Konfrontation kann auch gewaltsam ausgetragen werden. Ihre stärkste Form verwendet militärische Gewalt. Sie wird als Krieg bezeichnet. Eine sowohl psychologisch wie militärisch zu interpretierende Auseinandersetzung mit der Kriegsführung deckt Konfrontationsstrateigen auf. Sie ist für Mediatoren insoweit hilfreich, als sie die Konfrontation strategisch beschreibt. So lassen sich Merkmale und Verhaltensweisen aufdecken, die darauf hinweisen, wenn die Parteien konfrontieren, sich also in der falschen (nicht zum Verfahren passenden) Strategie bewegen.

Sunzi hat sich in dem Buch "Die Kunst des Krieges" mit den Konfrontationsstrategien auseinandersgesetzt2 . Das Buch kann von Lectronica heruntergeladen werden3 . Es werden indirekte Strategien beschrieben, die den Kampf mit einem stärkeren Gegner vermeiden helfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Video um ein bei Youtube (Google) hinterlegtes Video handelt. Es wurde im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet. Was das bedeutet, erfahren Sie in der Datenschutzerklärung.

Konfrontationsverhalten

Für den Mediator ist das Studium des Buches interessant, um ein konfrontatives Verhalten der Parteien identifizieren zu können. Folgende Konfrontationsstrategien werden beschrieben:

Kooperation Konfrontation
das eigene Spiel spielen Pläne des Gegners durchkreuzen
Allianzen bilden Stärkung der gegnerischen Kräfte verhindern
Vertrauen bilden Täuschung des Gegners
Motivieren Provozieren, statt Belagern
keine Überraschungen Überraschen durch unerwartete Angriffe
Abstimmen Offensive ergreifen
Offenheit Heimlichkeit
Gemeinsam planen heimlich planen und bewegen
hinterfragen argumentieren
feststellen (verifizieren) behaupten
mitteilen Beweise sammeln

Eine Konfrontation muss nicht immer in einem mit physikalischen Waffen geführten Krieg enden. Der Rosenkrieg beispielsweise beschreibt die Konfrontation in einem extrem hoch eskalierten Familienstreit. Dort werden beispielsweise die Kinder als Waffe benutzt. Bei der Konfrontation im Nullsummenspiel ist die vorrangige Strategie immer den Gegner zu schwächen. Die binäre Logik der Strategie (ich gewinne, wenn der andere verliert) versagt, sobald es eine dritte Alternative gibt.

Konfrontation erkennen

Wie wichtig es ist, die Konfrontation zu erkennen und wie eine verkannte Konfrontation zu Fehleinschätzungen des Verfahrens führen kann, ergibt das folgende Beispiel:

Beispiel Die Kindesanhörung: In einer hoch eskalierten Familienmediation, die von einer Rechtsanwältin und einem Psychologen in Co-Mediation durchgeführt wurde, sehen es die Mediatoren als einen Erfolg, dass sich die Eltern darum gerissen haben, das Kind gemeinsam dem Richter zur Anhörung vorzuführen. Die Mediatoren verkennen, dass die Gemeinsamkeit ein aus der Konfrontation begründeter Kontrollbedarf ist. Sie ist keineswegs ein Zeichen dafpür, dass die Mediation auf dem richtigen Weg ist. Sie ist eher ein Zeichen dafür, dass die Parteien noch immer in der Konfrontation verharren.


Das Verhalten der Parteien ist ein wichtiges Indiz dafür, ob und inwieweit sie sich auf den kooperativen Prozess der Mediation einlassen können und eingelassen haben. Mediatoren sollten die Parteien unbedingt darauf ansprechen, wenn es Zeichen für Konfrontation gibt. Sie müssen in die 1.Phase zurück und die Zielsetzung überprüfen.

Bedeutung für die Mediation

Es ist wichtig, dass der Mediator das strategische Verhalten der Parteien erkennt. Zum Einem hilft es ihm, die Medition treffsicher anzubieten. Zum Anderen hilft es ihm, zu erkennen, ob die Mediation auf dem richtigen Weg ist. Wenn die Parteien konfrontieren kann das nur zwei Gründe haben. Der eine Grund findet sich in einem fehlerhaft initialisierten Verfahren. Der andere Grund findet sich in dem Konflikt. Bemerkt der Mediator also, dass die Parteien sich in eine Eskalation entwickeln, prüft er zunächst, ob er alles richtig gemacht hat. Wenn er die Frage bejaht, zeigt sich in dem Verhalten der Konflikt. Der Mediatir weiß jetzt, worauf er die Parteien anzusprechen hat.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.
Bearbeitungsstand: 2019-07-24 13:41 / Version 23.
Alias: Auseinandersetzung, Krieg
Siehe auch: Konflikteskalation, Konfliktevolution
Prüfvermerk: -

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Seite zuletzt geändert: am Mittwoch Juli 24, 2019 13:41:54 CEST von Arthur Trossen.