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Seiten-ID: 1825 Über die Fehleranfälligkeit im Denken und in der Wahrnehmung B) Inhalt »  05. Methodik »  3. Verstehen A) Abteilung »  08. Archiv

Verzeichnis der Denk- und Wahrnmehmungsfehler

Das folgende Verzeichnis ist alphabetisch geordnet:

Alles oder Nichts-Denken

Das Denken erfolgt vornehmlich in nur zwei entscheidungsrelevanten Kategorien: ja oder nein, richtig oder falsch, Gewinner oder Verlierer. Grautöne werden unterdrückt, Zwischenlösungen werden ausgeblendet.
Auflösung: Widerspruch akzeptieren und Grauzonen (andere Lösungen) ausloten

Assoziationenfalle

Das menschliche Gehirn verknüpft auch unzusammenhängende Informationen miteinander (eben mit Assoziationen)
Auflösung: Kriterien für eine Beurteilung hinterfragen und zusammenstellen

Es wird immer erst schlimmer

Der Mensch neigt zu negativen Prognosen (dass etwas ganz Schlimmes passieren wird), auch wenn es dafür keinen Anhaltspunkt gibt. Man will ja Schaden verhindern, also wird die Gefahr fokussiert und manchmal auch herbeigedacht.
Auflösung: Vorsicht mit Prognosen (Woher wissen Sie das?)

fundamentaler Attributionsfehler

Der fundamentale Attributionsfehler beschreibt das Phänomen, dass der Beobachtende das was er beobachtet der Person oder dem Objekt stets als Eigenschaft zuschreibt.

Attributionsfehler: Ein Passagier beobachtet wie ein Punker im Bus eine alte Dame anrempelt. So ein Flegel wird er denken. Flegel ist eine vermutete Eigenschaft der beobachteten Person. Die Umstände, warum, es zum Anrempeln gekommen ist, verschließen sich der Wahrnehmung
Gedankenlesen

Viele Menschen neigen dazu, in den Köpfen anderer zu Denken. Sie agieren in der Erwartung einer Reaktion, die sie anderen zutrauen, ohne wirklich zu wissen, was den anderen Menschen bewegt, der möglicherweise auch nur auf das Verhalten seines Gegenübers reagiert.
Auflösung: Im eigenen Kopf denken

Gefühlsdenken

Der Mensch neigt dazu, Gefühle als Beweis und Meinungen als Fakten anzunehmen
Auflösung: Unterscheidung Fakten, Meinungen, Emotionen

Halo Effekt

Der Halo-Effekt (von englisch halo, Heiligenschein) bewirkt eine kognitive Verzerrung, indem von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften geschlossen wird. Bei dem Halo Effekt verzerrt eine einzelne Qualität das Gesamtbild optional positiv oder negativ. Der Halo-Effekt korresponidert mit dem fundamentale Attributionsfehler, wenn der Handelnde seine Wahrnehmung nicht auf seine Eigenschaft, aber auf die Situation zuschreibt, die ihn stets entlastet.

Halo-Effekt: Der Punker in dem vorangegangenen Beispiel wird sagen: §Als ich in den Bus einstieg, bin ich gestolpert und habe eine alte Frau angerempelt, die im Weg rumstand"


Bei dem Halo Effekt verzerrt eine einzelne Qualität das Gesamtbild optional positiv oder negativ.
Auflösung: Bewertungen einzeln prüfen

Overconfidence-Effekt

Menschen überschätzen ihre Fähigkeit exakte Prognosen zu geben um ein Vielfaches
Auflösung: Prognosen vermeiden oder zumindest deren Grundlagen hinterfragen

Personalisieren

Der Mensch neigt dazu, äußere Ereignisse auf sich selbst zu beziehen. Er höht den Appell, nicht die Ich-Botschaft.
Auflösung: Auf die Ich-Botschaften achten!

Plentitudo-Effekt
Der Mensch neigt dazu, das Wahrgenommene als vollständig anzunehmen. Vielen Menschen ist deshalb nicht bewusst, dass das was sie wahrnehmen nur ein perspektivischer Teil der Wahrnehmbarkeit ist. Den Effekt beschreibt Trossen aus der Erfahrung mit Medianden, die immer wieder verblüfft sind, wenn ihnen bewusst wird, dass ihre Wahrnehmung nur einen kleinen Teil der Realität erfassen kann.
Primäreffekt
Der Primär- oder primacy effect bezeichnet den Eindruck, den man von einer Person gewinnt, wenn man sie zum ersten Mal siehtError: Tag not found in any previous footnote. Es handelt sich um ein ein psychologisches Gedächtnisphänomen. Der Primäreffekt besagt, dass man sich an früher eingehende Information besser erinnert wird als später eingehende Information.Wenn die Erstinformation nocht nicht mit anderen gespeicherten Informationen abgeglichen werden kann, geht sie besser ins Langzeitgedächtnis über und kann später nicht mehr so leicht überschrieben werden.1
Projektion
Darunter versteht man die Tendenz, Personen, die einem ähnlich sind, höher einzuschätzen als andere PersonenError: Tag not found in any previous footnote
Rezenzeffekt
Darunter versteht man die Tendenz, kürzlich stattgefunden Ereignissen ein stärkeres Gewicht zu verleihen, als weiter zurückliegende Ereignisse2 .
Rollenzuschreibung
Der Mensch wird an den Merkmalen gemessen, die seiner sozialen Rolle zugeschrieben werden.
Selbstwertdienliche Verzerrung

Auch self-serving bias genannt, beschreibt die Wahrnehmungsverzerrung, mit der Erfolge stets einem inneren Tatbestand oder einer eigenen Kompetenz zugeschrieben werden. Negative Ergebnisse werden hingegen einem äußeren Tatbestand oder Ereignis zugeschrieben.
Auflösung: Faktenrelativierung und Coping-Fragen

Simplifizieren

Die Simplifizierung Ist phänomenologisch mit der selektiven Wahrnehmung zu vergleichen. Beide Phänomene bewirken ein relatives Denken. Der Mensch neigt dazu, nach einfachen Lösungen für komplexe Probleme zu suchen, um den Alltag besser bewältigen zu können. Er orientiert seine Entscheidung an dem, was er als Konstante ausmacht. Die Entscheidung bezieht sich auf das, was man im Blick hat. Gleiches lässt sich besser mit Gleichem vergleichen, weshalb Ungleiches gerne ausgeblendet wird. Die Komplexität wird reduziert.
Auflösung: Sich der Komplexität stellen

Social Loafing

Das "soziale Faulenzen" erlaubt es Einzelnen in einer Gruppe nicht ihre beste Leistung zu bringen weil das nicht auffallen würde. Je größer die Gruppe ist desto mehr nimmt die Leistung des Einzelnen ab.
Auflösung: Arbeitsteilung mit spezifizierter Verantwortung (so dass es auffällt, wenn einer nicht die gewünschte Leistung erbringt)

Social Proof

Das Denken sucht nach Orientierung. Es unterscheidet dabei nicht welcher Qualität die Orientierung ist. Ein Vorurteil genügt oder die Vorstellung, dass Millionen Menschen sich nicht irren können. Machen wir uns klar, dass bereits diese Annahme ein Irrtum ist? Wenn Viele etwas tun, wird es deshalb nicht richtiger.
Auflösung:

Überaktivität

Menschen tun die bei irgendwas als nicht selbst wenn sie gar keine Ahnung haben.
Auflösung: Zurückhaltung bis die (ganze) Lage erkannt ist

Verlustaversion

Emotional verstanden wirkt ein Verlust 2 mal stärker als ein Gewinn.
Auflösung: Verluste akzeptieren, indem die Chancen gesehen werden

Verantwortungsdiffusion

Weil die Verantwortung in einer Gruppe geteilt wird, kann der Einzelne Verantwortung zurücknehmen. Andererseits wirkt das Risk Shift. Er wird in seinen Entscheidungen riskanter, weil er die Konsequenzen nicht alleine tragen muss.
Auflösung: Verantwortlichkeit festlegen

Zufriedenheitshamsterrad

Das Hamsterrad beschreibt, dass man immer wieder einen neuen Impuls an Glück oder Unglück braucht, sonst verpufft jede Zufriedenheit oder Unzufriedenheit.
Auflösung: Routine vermeiden

Hinweise und Fußnoten
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Bearbeitungsstand: 2021-01-14 07:17 / Version 6.
Siehe auch: Denken, Wahrnehmung
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Seite zuletzt geändert: am Donnerstag Januar 14, 2021 07:17:54 CET von Administrator.