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Seiten-ID: 401 Onlinekommentar zur Ausbildungsverordnung 3-Abteilung »  Werkzeuge

ZMediatAusbV-Kommentar

DER Kommentar zur Ausbildungsverordnung

Der zertifizierte Mediator 

Der offizielle Titel der Verordnung lautet: "Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung – ZMediatAusbV)". Die Verordnung datiert auf den 21. August 2016.


Der Begriff wird in §5 Mediationsgesetz verwendet. Danach ist ein zertifizierter Mediator ein Streitvermittler, der eine Ausbildung zum Mediator abgeschlossen hat, die den Anforderungen dieser Rechtsverordnung entspricht. Bemerkenswert ist der Ausbilungsschwerpunkt, der den Tätigkeitsschwerpunkt verdrängt. Faktisch ist der zertifizierte Mediator ein Berufsmediator.

Der zertifizierter Mediator als Berufsmediator Soll ich zertifizierter Mediator werden? 

Rechtssystematik

Die ZMediatAusbV ist eine Verordnung, die auf ein Gesetz zurückzuführen ist, das deren Erlass ermächtigt hat. Rechtsgrundlage für die ZMediatAusbV ist § 5 MediationsG. Dort wurde ausgeführt:

Das Bundesministerium der Justiz wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates nähere Bestimmungen über die Ausbildung zum zertifizierten Mediator und über die Fortbildung des zertifizierten Mediators sowie Anforderungen an Aus- und Fortbildungseinrichtungen zu erlassen. In der Rechtsverordnung nach Satz 1 können insbesondere festgelegt werden:

  • nähere Bestimmungen über die Inhalte der Ausbildung, wobei eine Ausbildung zum zertifizierten Mediator die in § 5 Absatz 1 Satz 2 aufgeführten Ausbildungsinhalte zu vermitteln hat, und über die erforderliche Praxiserfahrung;
  • nähere Bestimmungen über die Inhalte der Fortbildung;
  • Mindeststundenzahlen für die Aus- und Fortbildung;
  • zeitliche Abstände, in denen eine Fortbildung zu erfolgen hat;
  • Anforderungen an die in den Aus- und Fortbildungseinrichtungen eingesetzten Lehrkräfte;
  • Bestimmungen darüber, dass und in welcher Weise eine Aus- und Fortbildungseinrichtung die Teilnahme an einer Aus-und Fortbildungsveranstaltung zu zertifizieren hat;
  • Regelungen über den Abschluss der Ausbildung;
  • Übergangsbestimmungen für Personen, die bereits vor Inkrafttreten dieses Gesetzes als Mediatoren tätig sind.

Die Rechtsverordnung kommt dieser Ermächtigung nach.

Entwicklung

Auch ein Gesetz oder eine Verordnung macht eine Entwicklung durch vom Entwurf bis zum Erlass. Die Entwicklungszeit der ZMediatAusbV hat etwa 4 Jahre betragen. Der Entwurf kannte noch 10 Paragrafen. Aus 10 sind 8 geworden. Weggefallen sind die Vorschriften über die Grundqualifikationen (§ 2 des Entwurfs) und über die praktische Erfahrung (§ 5 des Entwurfs), mithin die Pflicht, Mediationen durchzuführen und die Pflicht zur Dokumentation.

Verordnungsentwurf

Sinn und Zweck

Nach den Ausführungen in der Begründung zum Entwurf der ZMediatAusbV-E1 soll die Einführung des „zertifizierten Mediators“ einen Anreiz für bereits tätige oder angehende Mediatoren schaffen, eine bestimmte Ausbildung und Fortbildung zu absolvieren. Dies wiederum soll zur Qualität der Mediation auf dem Markt beitragen und Transparenz für Bürgerinnen und Bürger herstellen.

Bedenken bestehen insoweit, als die Qualität der Ausbildung besonders dann, wenn die Qualität des Produktes selbst nicht festgelegt ist2 , keinen großen Nutzen für den Bürger bringt. Sicherlich ist die Vereinheitlichung der Ausbildung eine Hilfe. Wie sich die Verordnung auf das Produkt niederschlagen soll, ist aber eine bisher nicht beantworete Frage. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Weil der Titel nur die Mindestanforderungen abdeckt, wird es weitere Titel geben, wofür der zertifizierte Mediator ein Downgrade ist, das sich dem Bürger als Kunden lange nicht mehr erschließt und das der wohl auch kaum so wahrnehmen wird.

 Merke:

Hervorzuheben ist auch, dass die Verordnungsermächtigung des § 6 MediationsG nicht ermächtigt, ein behördliches Zulassungssystem oder eine behördliche Kontrolle der Ausbildung einzurichten. Bis dahin gibt es keine staatliche Ausbildung zum Mediator 3

Die Begründung zum Verordnungsentwurf führt dazu aus, dass aus Kostengründen und Gründen der Entbürokratisierung auf keine unmittelbare oder mittelbare staatliche Stelle zurückgegriffen werden sollte, die die Einhaltung der Ausbildungsinhalte für den „zertifizierten Mediator“ kontrolliert4 . Mithin werden dies Fragen

Der Trend

Obwohl die inhaltlichen Anforderungen an die Mediatorenausbildung lediglich Mindestanforderungen darstellen, ist die Hürde (auch finanziell) für die Aneignung der Kompetenz durch die Einzelsupervision recht hoch aufgehängt. Das passt irgendwie nicht recht zusammen.

Was auffällt: Aus der Dokumentation wird zwingend eine Einzelsupervision. Die Einzelsupervision ist stark in den Vordergrund getreten. Sie wird insgesamt in 5 Fällen vorgeschrieben. Die ZMediatAusbV verwendet das Wort insgesamt 11 mal. Aus den Zeitstunden (§ 3 des Entwurfs) sind Präsenzzeitstunden (§ 2 Abs. 4) geworden. Ein Fernstudium ist damit beim zertifizierten Mediator jedenfalls nicht mehr möglich. Aus der Fortbildungsverpflichtung von 20 Zeitstunden innerhalb von zwei Jahren (§ 4 des Entwurfs) sind 40 Zeitstunden innerhalb von 4 Jahren geworden (§ 3).

Was tun wenn...

Hinweise und Fußnoten

Ausbildungsverordnung, zertifizierter Mediator - Verordnung
Siehe auch: Mediationsgesetz, Mediator-Beruf, Mediator-Funktion
Diskussion (Foren): Siehe Ausbildungsforum

1 ZMediatAusbV-Entwurf Seite 1,11
2 Siehe Qualität
3 Merke betrifft einen Lehrsatz von: Allgemein, in-Mediation
4 Antworten auf diese Frage findet sich bei Ausbildungszertifikate
© Wiki to Yes: Arthur Trossen "ZMediatAusbV - Die Ausbildungsverordnung" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/ZMediatAusbV