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Fachmediationen

Die Vielfalt der Mediation zeigt sich auch an den Feldern, in denen sie vorkommt. Nicht immer ist die Unterscheidung hilfreich. Nicht immer ist sie eindeutig. In welches Fach würden Sie einen Gegenstand legen, der in alle Fächer passen könnte?




Mediationsfelder
Bereiche der Mediation

Komplexität

Wieder geht es um die Komplexität. Eine Möglichkeit, sie in den Griff zu bekommen, ist das Schaffen einer Ordnung. Die Wissenschaft untergliedert sich in Fächer (Disziplinen). Für die Mediation bemühen sich die Psychologie, die Rechtswissenschaft, die Soziologie und die Philosophie. Es gibt sicherlich noch mehr Disziplinen, die man aufzählen könnte, wenn wir beispielsweise an die Kybernetik denken, die Medizin und die Biologie. Das Zusammenspiel der Fachkompetenz wird als Interdisziplinarität beschrieben.

 Merke:

Die Interdisziplinarität ist ein Wesensmerkmal der Mediation, weil es schwer fallen würde, die Mediation nur aus einer Disziplin heraus zu beschreiben 1

Zur Problematik der Fachlichkeit

Analog zur Vorstellung, dass ein Facharzt von der Fachrichtung für die er niedergelassen ist mehr weiß als der Allgemeinmediziner und analog der Vorstellung, dass sich ein Fachanwalt für Familienrecht besser in der Scheidungsmaterie bewegen kann, als der nicht spezialisierte Anwalt, bildet sich die Meinung heraus, dass Fachausrichtungen in der Mediation erforderlich seien, um die Mediation auf bestmögliche Weise in den Branchen durchzuführen. Diese Einschätzung wird aus ökonomischen Gründen geschürt, weil sie geeignet ist die Nachfrage zu stimulieren. Für den Laien ist ein Baumeditor in einer Bausache lösungsnäher als ein nicht spezialisierter Mediator. Die Einschätzung ist aus folgenden Gründen nicht unbedenklich:

  1. Die Mediation ist prozess- nicht lösungsorientiert. Eine Unterscheidung etwa zwischen der Familien- und der Wirtschaftsmediation wäre fachlich nur dann geboten, wenn die Prozesse vom Fachgebiet abhängig anders (als interdisziplinär, also disziplinübergreifend) ablaufen. Das ist allerdings nicht der Fall. Die Mediation verläuft in allen Disziplinen nach dem bekannten Schema und in den vorgestellten Mediationsmodellen. Allerdings ändern sich die Themen, die Fragestellungen und die Kommunikation in Abhängigkeit davon, in welchem Feld die Mediation aufkommt .
  2. Es gibt Mediatoren, die behaupten, dass die fachliche Sicht eher zur Fachidiotie (also zu einer eingeschränkten Sicht) führt und die Wahrnehmung einschränkt, ohne sie zu erweitern. Die Sachlichkeit wäre damit zur Mediation kontraproduktiv.
  3. Die Mediation behandelt schwerpunktmäßig Konflikte, nicht Themen. Konflikte orientieren sich nicht an Fachrichtungen.

Die Ausrichtung der Fachlichkeit

Der Eindruck einer Spezialisierung mag generell eine fachliche Erweiterung suggerieren. In der Mediation bedeutet ein Fachwissen aber nicht zwingend eine Erweiterung der meditativen Kompetenz. Die Geschichte von Medi & Ator zeigt, wie leicht sich eine Fachmediation einrichten lässt, solange berufsrechtliche Regeln fehlen. Die Angabe einer Fachmediation kann also durchaus eine Reduktion auf die Sachlichkeit bedeuten. Dann ist sie abzulehnen.

 Merke:

Konflikte sind nicht auf eine reine Fachbehandlung zu reduzieren. Bei Fachmediationen ist deshalb stets zu prüfen, ob sie eine Erweiterung zur Mediation oder eine Einschränkung darstellen 1

Dass Konflikte nicht auf eine reine Fach- und Sachbehandlung reduziert werden, ist ein besonderes Eigenschaftsmerkmal, das die Mediation von anderen Verfahren unterscheidet. Die Interdisziplinarität verdient eine besondere Beachtung. Konsumenten sollten anhand der Ausbildung prüfen, ob die Fachmediation eine Erweiterung oder eine Einschränkung darstellt. Die angegebenen Ausbildungsstunden ergeben einen Hinweis.

Selbst die Frage, ob die Fachbezogenheit ein Qualifikationsmerkmal für die Auswahl des Mediators darstellt, ist eine berechtigte Frage. Das Beispiel der Unternehmensübergabe innerhalb einer Familie (realer Fall) mag das Problem verdeutlichen. Der Fall zeigt, dass es nicht das Fach, sondern der Konflikt, genauer die Konfliktdimension ist, die bestimmt, welcher Mediator zuständig sein sollte.

 Merke:

Der Konflikt ignoriert fachliche Grenzen! 1

Die Fachkompetenz

Natürlich liegt es nahe einen Wirtschaftsmediator zu benennen, wenn es schon eine Wirtschaftsmediation geben soll. Weil es sich bei den Berufsbezeichnungen nicht um geschützte Titel handelt, ist der Konsument gut beraten, wenn er den fachlichen Hintergrund und die Kompetenz des Mediators hinterfragt und sich von der Fachbezeichnung nicht blenden lässt.

Der Fachmediator

Das Fachwissen

Es gibt durchaus Meinungen, die den Standpunkt vertreten, ein Mediator solle am Besten gar keine Fachkenntnisse besitzen, um die notwendige Unbefangenheit vorzuweisen und jede Vorbelastung zu verhindern. Andererseits muss er fachlich relevante Zusammenhänge kennen, damit er alle Aspekte der im Fach anzuwendenden Komplexität erkennen will.

Fachkenntnisse: In einer Scheidungsangelegenheit kommt es sehr auf juristische Fragestellungen an, die teilweise zwingendes Recht ergeben. Ohne sie zu kennen, kommt am Ende gegebenenfalls ein nicht verwertbares Ergebnis heraus. Kennt der Mediator die rechtlichen Bedingungen, besteht andererseits die Gefahr, dass er eigene Gerechtigkeitslösungen der Partei nicht erkennt oder gar von vorneherein unterdrückt. Die Gerichtsentscheidungen übner Haftungsfäölle in der Mediation lassen sich fast alle auf dieses Phönomen zurückführen2 .


Es ist schwierig, die Frage nach dem notwendigen Fachwissen pauschal zu beantworten. Dass Wissen schädlich sein soll, macht nachdenklich. Das Argument, wann (zu viel) Fachwissen schädlich sein kann, ist eine verringerte Neugier und Voreingenommenheit, gegebenenfalls auch eine unangepasste Ausgewogenheit und ein (fachlich) dominierter Fokus. Es hängt also mehr vom einzelnen Fall als vom Themengebiet ab, welche Kenntnisse erfporderlich sind und welche nicht.

Fachwissen Bauschäden: Im Streit zwischen Architekt und Bauhherren wird ein Architekt als Mediator eingeschaltet, weil unterstellt wird, dass er die Zusammenhänge bei Bauschäden besser durchschaut. Weil dem so ist, erscheinen Sachverhalte klar, die der Bauherr aber nicht versteht. Aus der Sicht des Bauherren scheint der Mediator plötzlich auf der Seite des Architekten zu stehen.


Andererseits gibt es Zusammenhänge, die nur Insider kennen können. Dann geht es mehr um Insiderwissen als um Facdhkenntnisse.

Fachwissen Personenschäden: Die Verhandlungen finden nicht zwischen Schädiger und Unfallopfer statt, sondern zwischen Anwälten und Versichereren unterschiedlicher Ebenen und Interessen. Wer das Zusammen- oder Gegeneinanderspiel nicht durchhschaut läuft Gefahr mit den falschen Personen und an den Ineteressen vorbei zu verhandeln


Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein Mediator so viel Hintergrundwissen braucht, um den Konflikt zu verstehen und auch in die Ecken blicken zu können, wo die Partei nicht hinschauen wollen oder können. Ideasl ist es, wenn der Beruf des Mediators sich aus den Ursprungsberufen löst und der Mediator eine Kernkompetenz besitzt, die er zur Durchführung einer Mediation benötigt. Eine Auseinandersetzung mit Fragen der Wissens- und Kompetenzvermittlung finden Sie im Zusammenhang mit den Ausbildungsanforderungen. Die Herleitung der Kernkompetenzen wird im Zusammenhang mit der Interdisziplinarität erörtert.

Ausbildungsinhalte Interdisziplinarität

Der Verfahrensschwerpunkt

Der Streitgegenstand orientiert sich immer an der Lösung (weil Position), während sich der Konfliktgegenstand sich eher auf das Motiv, den Motor des Streites einlässt. Der Mediationsgegenstand umfasst beides. Die Feldkompetenz des Mediators muss also beide Gegenstände abdecken können.

Übersicht

Das Verfahren und wofür es gut ist


Fachmediationen erfassen

Helfen Sie, weitere Fachmediationen zu identifizieren. Es geht darum, dass die Liste möglichst vollständig ist. Das Ziel ist es alle fachmediationen zu kennen.

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Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-05-02 13:02 / Version 191.
Alias: Fachmediationenverzeichnis, Fachmediation, Mediationsfelder, Mediationsfeld, Fachkenntnisse
Siehe auch: Dienstleistung, Mediation
Diskussion: Forumsbeitrag Mediationskompetenzen

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