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Seiten-ID: 448 Die Mediation im Anwendungsfeld Wirtschaft 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 3-Abteilung »  Archiv »  Archiv: Mediationen

Wirtschaftsmediation

Die offizielle Definition lautet: "Mediation bei Streitigkeiten mit wirtschaftlichem Bezug". Das Definitionsmerkmal ist sehr ungenau, denn einen wirschaftlichen Bezug gibt es auch in einer Familienmediation. Andererseits ist eine Wirtschaftsmediation nicht zwingend dadurch gekennzeichnet, dass ein wirtschaftlicher Sachverstand erforderlich ist. Oft wird die Wirtschaftsmediation als für zivilrechtliche Streitigkeiten zuständig angesehen. Viele glauben, dass sich die Wirtschaftsmediation von solchen Mediationen abgrenzt, in denen Emotionen oder Beziehungskonflikte im Vordergrund stehen. Die Vorstellung, dass Emotionen in der Wirtschaft keine Rolle spielen ist aber ebenso unzutreffend wie die Annahme, es ginge nur um das Geld.

Anwendungsfelder

Die hier vorgenommene Unterscheidung bezieht sich auf die Anwendungsfelder. Die nachfolgend aufgeführten vier Anwendungsbereiche decken die gesamte Wirtschaftsmediation ab. Die Unterscheidung bezieht sich auf :

Verbrauchermediation

Verbraucherstreitigkeiten sind Streitigkeiten im Berteich B2C (Business ./. Consumer) bei denen ein Verbraucher beteiligt ist. Gegenstand sind meistens Probleme mit der Lieferung oder mit Sachmängeln, die unterschiedlich bewertet werden.

Zwischenbetriebliche Mediation

Streitigkeiten kann es auch Zwischenbetrieben geben. Sie sind im B2B-Bereich (Business ./. Business) anzusiedeln. Hier geht es meistens um das Verhältnis von Unternehmer und Subunternehmer oder die Zusammenarbeit von Unternehmen bei der Produktentwicklung oder der Vertragsabwicklung.

Innerbetriebliche Mediation

Bei innerbetrieblichen Konflikten kann es um die Arbeitsbeziehungen von einzelnen Mitarbeitern gehen, um die Zusammenarbeit von Abteilungen oder gar das gesamte Betriebsklima.

Inhabermediation

Bei der Inhabermediation ist stets ein Gesellschafter oder Firmeneigner beteiligt. Hier geht es meist um Firmenübernahmen, also um einen Rechtsnachfolgekonflikt, um Wertekonflikt oder um Identitätskonflikte.

Unternehmensmediation

Die Unternehmensmediation bezeichnet mediative Konfliktlösungen, bei denen das Unternehmen im Vordergrund steht. Indem sie an Entscheidungsprozesse im Unternehmen anknüpft, erweitert sie den Einsatzbereich der Mediation im Unternehmen.

Abgrenzungen

Die Differenzierung nach Feldern soll deutlich machen, dass in jedem Anwendungsfeld alle Mediationsmodelle und Mediationsformate zumindest theoretisch zur Anwendung kommen können. Natürlich haben die Anwendungsbereiche spezifische Ausprägungen, sodass sich typische Vorgehensweisen identifizieren lassen. Die Vorstellung jedoch, dass sich Konflikte an Bereichsgrenzen halten ist nicht realistisch. Deshalb sollte auch ein Wirtschaftsmediator ein Generalmediator sein, der mit allen Konflikten umgehen kann.

Wirtschaftsmediator

Mit der Bezeichnung Wirtschaftsmediator kann zum Einen der Tätigkeitsschwerpunkt des Mediators ausgedrückt werden. Zum Anderen kann die Bezeichnung auf eine spezifische Ausbildung verweisen. In beiden Fällen sollte der Konsument genau hinschauen und prüfen, in welchen Anwendungsfeldern der Wirtschaftsmediation der Mediator tätig werden kann und inwieweit die Ausbildung oder Erfahrung die Kompetenz in diesen Tätigkeitsbereichen hinterlegt.

Zur Problematik der Fachmediatoren siehe Fachmediator

Fachmediator

Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: Generalmediator, Fachmediation
Prüfvermerk: -

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