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Anwendungsfelder der Mediation
Bitte beachten Sie die Systematik der Mediation, um die Bedeutung der Anwendungsfelder korrekt einzuschätzen. Hier geht es um die Wirtschaftsmediation oder genauer gesagt, um die Mediation im Anwendungsfeld Wirtschaft.

Mediationssystematik: Anwendungsfelder Fachmediationen Wirtschaftsmediation

Mediation im Anwendungsfeld Wirtschaft

Die offizielle Definition der Wirtschaftsmediation lautet: "Mediation bei Streitigkeiten mit wirtschaftlichem Bezug".
Das Definitionsmerkmal ist sehr ungenau, denn einen wirschaftlichen Bezug gibt es auch in einer Familienmediation. Andererseits ist eine Wirtschaftsmediation nicht zwingend dadurch gekennzeichnet, dass ein wirtschaftlicher Sachverstand erforderlich ist. Oft wird die Wirtschaftsmediation als für zivilrechtliche Streitigkeiten zuständig angesehen. Viele glauben, dass sich die Wirtschaftsmediation von solchen Mediationen abgrenzt, in denen Emotionen oder Beziehungskonflikte im Vordergrund stehen. Die Vorstellung, dass Emotionen in der Wirtschaft keine Rolle spielen ist aber ebenso unzutreffend wie die Annahme, es ginge nur um das Geld. Tatsächlich geht es um viel mehr.

Fachbereiche der Wirtschaftsmediation

Die nachfolgende Einteilung der Anwendungsbereiche deckt die gesamte Wirtschaftsmediation ab. Sie belegt die Vielfalt der Wirtschaft s Mediation und deutet die Kompetenz an, über die ein Wirtschaftsmediator verfügen muss:

B2C Verbrauchermediation

Verbraucherstreitigkeiten sind Streitigkeiten im Bereich B2C (Business to Consumer) bei denen ein Verbraucher beteiligt ist. Gegenstand sind meistens Probleme bei der Lieferung oder bei Sachmängeln, die unterschiedlich bewertet werden.

B2B zwischenbetriebliche Mediation

Streitigkeiten kann es auch Zwischenbetrieben geben. Sie sind im B2B-Bereich (Business to Business) anzusiedeln. Hier geht es meistens um das Verhältnis von Unternehmer und Subunternehmer oder die Zusammenarbeit von Unternehmen bei der Produktentwicklung oder der Vertragsabwicklung.

Innerbetriebliche Mediation

Bei innerbetrieblichen Konflikten kann es um die Arbeitsbeziehungen von einzelnen Mitarbeitern gehen, um die Zusammenarbeit von Abteilungen oder gar das gesamte Betriebsklima.

Inhabermediation

Bei der Inhabermediation ist stets ein Gesellschafter oder Firmeneigner beteiligt. Hier geht es meist um Firmenübernahmen, also um einen Rechtsnachfolgekonflikt, um Wertekonflikt oder um Identitätskonflikte.

Unterfälle der innerbetrieblichen Mediation

Speziell im Bereich der innerbetrieblichen Mediation ergeben sich Fallkonstellationen, die unterschiedliche Bearbeitungsschwerpunkte und Herangehensweisen nach sich ziehen. Um die Unterschiede herauszustellen, bietet sich folgende Schwerpunktsetzung an:

Arbeitsplatzmediation

Dieser Begriff wird synonym mit der innerbetrieblichen Mediation vewendet. Er stellt jedoch heraus, dass der Bearbeitungsscherpunkt auf der Mitarbeiterbeziehung liegt.

Unternehmensmediation

Die Unternehmensmediation bezeichnet mediative Konfliktlösungen, bei denen das Unternehmen im Vordergrund steht. Indem sie an Entscheidungsprozesse im Unternehmen anknüpft, erweitert sie den Einsatzbereich der Mediation im Unternehmen.

Mediation bei Mobbing

Hier geht es um scheinbar individuelle Probleme zwischen einzelnen Arbeitnehmern. Der Beitrag setzt sich auch mit der Schikane von Vorgesetzten oder Untergebenen (Bossing und Staffing) auseinander.

Mediation in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten

Eine besonderes Hintergrundweissen ist für die Bearbeitung von arbeitsrechtlichen Streitigkeitenb in der Mediation erforderlich. Wie damit umzugehen ist, behandelt der Beitrag über die arbeitsrechtlichen Streitigkeiten,

Abgrenzungen

Die Differenzierung nach Anwendungsfeldern, statt nach Arten oder Branchen, soll deutlich machen, dass in jedem Anwendungsfeld alle Mediationsmodelle und Mediationsformate zumindest theoretisch zur Anwendung kommen können. Natürlich haben die Anwendungsbereiche spezifische Ausprägungen, sodass sich typische Vorgehensweisen identifizieren lassen. Die Vorstellung jedoch, dass sich Konflikte an Fachbereichsgrenzen halten, ist nicht realistisch. Deshalb sollte auch ein Wirtschaftsmediator ein Generalmediator sein, der mit allen Konflikten umgehen kann.

Wirtschaftsmediator

Mit der Bezeichnung Wirtschaftsmediator kann zum Einen der Tätigkeitsschwerpunkt des Mediators ausgedrückt werden. Zum Anderen kann die Bezeichnung auf eine spezifische Ausbildung verweisen. In beiden Fällen sollte der Konsument genau hinschauen und prüfen, in welchen Anwendungsfeldern der Wirtschaftsmediation der Mediator tätig werden kann und inwieweit die Ausbildung oder Erfahrung die Kompetenz in diesen Tätigkeitsbereichen hinterlegt. Am Titel lässt sich nicht immer die erforderliche Mediationskompetenz ablesen. Sie sollte besonders im Bereich der Wirtschaftsmediation hinterfragt werden. Lesen Sie zur Problematik der Fachmediatorenbezeichnung bitte den Beitrag Fachmediator.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier - und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.

Bearbeitungsstand: 2022-12-03 10:55 / Version 49.

Alias: Wirtschaftsmediator
Siehe auch: Generalmediator, Fachmediation
Prüfvermerk: -


Last edited by Arthur Trossen , based on work by Bernard Sfez and ArthurTrossen .
Page last modified on Saturday December 3, 2022 10:55:46 CET.
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