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Seiten-ID: 1378 Statistisch belegte Veränderungen 3-Abteilung »  Akademie

Diese Seite ist Bestandteil der Trenderforschung bei Wiki to Yes

Trend (Statistiken)

Auswertung der Statistik bezogen auf die Trends der Mediation


Im Idealfall indizieren die Statistiken was zu tun ist, um die Implementierung der Mediation zu fördern. Im anderen Fall helfen sie das Bild zu verfälschen. Die Zahlen klingen so real. Dennoch führen ihre Auswertungen gerne an der Wirklichkeit vorbei. Um das zu vermeiden hat Wulf Rohwedder1 in dem Beitrag Alles Lüge oder was? auf wichtige Grundsätze im Umgang mit Statistiken hingewiesen:

  1. Stichprobe und Auswahlverfahren müssen genannt sein, damit die Stichprobe eingeschätzt werden kann
  2. Angabe der Repräsentativität (also der Schwankungsbreite und des Vertrauenswertes2 )
  3. Bezugnahmen müssen sich auf die gleiche Stichprobe, die gleiche Zeit und die gleichen Faktoren beziehen
  4. Direkte und indirekte Abhängigkeiten müssen aufgedeckt werden
  5. Die Qualität der Befragung von Probanden muss offengelegt und reflektiert werden

Gemessen an diesen Kriterien ist die Mediationsgesetz-Evaluierung ebenso wie andere Umfragen in diesem Bereich weder repräsentativ noch für die Einschätzung des Aufkommens der Mediation verwertbar. Die Umfragen gehen zum Teil von einem nicht abgestimmten Grundverständnis der Mediation aus und erheben Fragen, in denen sich die Mediation nicht wiederfindet3 .

Auch wenn die Evaluierung oder der Reboot nur ein selektives Bild der Mediationslandschaft wiedergeben, erlauben sie doch die Entwicklung der Mediation besser einzuschätzen. Wiki to Yes unternimmt den Versuch, das vorhandene Material nach erkennbaren Trends auszuwerten:

73% / 1% (2017)  

 Aktionshinweis:

Die Trendanalysen beruhen auf der Auswertung der in Wiki to Yes gesammelten Daten. Tragen Sie zur Vervollständigung der zugrunde liegenden Daten mit Ihrer Expertise bei, indem Sie bei den passenden Stellen auf Nachrichten, Statistiken, Forschungen, Trenddaten, Gesetzesvorhaben, Marktverhakten und Rechtsprechung hinweisen 4 5

Auf den Punkt gebracht könnte das statistische Verhältnis betreffend die Mediation im Jahre 2017 auf zwei Werte reduziert werden. 73% der Bevölkerung kennen die Mediation, aber nur 1% der Betroffenen (Streitparteien) fragt sie nach6 .

Anders sieht es in den Unternehmen aus. Hier haben bereits ein Drittel der Unternehmen einen Mediator beauftragt. 44% nutzen Verhandlungen zur Konfliktbeilegung.
28% haben in eine Schlichtung eingewilligt. Lediglich 37% der Unternehmen haben noch keine Erfahrungen mit diesen und ähnlichen Verfahren gesammelt7 .

Die unterschiedlichen Ergebnisse verdeutlichen, dass die Nachfrage im Bereich der gerichtlichen Verfahren und die Mediatoren die bei Umfragen erreicht werden doch nur einen selektiven Blick auf die Mediation und ihre Nachfrage erlauben. Auch ist es erforderlich, sich die Studien im einzelnen anzuschauen. Nicht immer erlaubt das statistsiche Material die Schlussfolgerungen, die man ihm gerne zuschreiben möchte. Die Aussage im Roland Rechtsreport beispielsweise, wonach die Bedeutung der Mediation gestiegen sei, wird durch die zitierten Zahlen nicht belegt. Gestiegen ist laut der dort durchgeführten Umfrage die Zahl der Menschen, die das Wort Mediation schon einmal gehört haben. Ob diese Zahl eine Aussage über die Bekanntheit oder gar über die Bedeutung der Mediation nach sich zieht ist spekulativ.

Auch Aussagen, wonach die Zahl der nachgefragten Mediationen stagniere und die Zahl der Gerichtsverfahren zurückgehe bedürfen der Relativierung. Die Mediationsgesetz-Evaluierung ermittelt zwar eine unveränderte Zahl nachgefragter Mediationen. Sie stellt diese aber nicht in Relation zu der Zahl der Angebote, die mit der stark zunehmenden Zahl an zusätzlichen Mediatoren angestiegen sein dürfte. Auch die Zahl der Gerichtsverfahren ist mit Aussagen zur jeweiligen Konjunktur und zur Veränderung der Bevölkerungszahl zu relativieren. Beides sind Faktoren, die auf die Nachfrage nach Gerichtsverfahren einwirken.

Zu beachten ist auch, dass die Mediation ein nutzenorientiertes Verfahren ist. Der Nutzen drückt sich nicht in der Tatsache des Zustandekommens einer Abschlussvereinbarung aus. Zählstatistiken, die Verfahren mit Abschlussvereinbarungen zählen, sind deshalb mit Vorsicht zu genießen.

Die Mediationsgesetz-Evaluierung versucht eine Korrelation zwischen der Nachfrage und dem Erfolg der Mediation herzustellen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Abschlussquote zwar bei 76% liege. Der Erfolg habe sich aber in weniger als 50% der Fälle hergestellt8 . Auch vor der Evaluierung wurde die Abschlussquote in ähnlicher Höhe angegeben. Allerdings wurde die Quote als Erfolg der Mediation gegenüber dem Gerichtsverfahren gewertet. Dort ist die Anschlussquote statistisch 100% (jedes Verfahren komnt zu einem Ergebnis). Wenn der Erfolg im Obsiegen gemessen wird, kann er jedoch nur bei 50% liegen. Wenn der Erfolg in der Konfliktbeilegung gesehen wird, liegen keine Zahlen für die Gerichte vor. Wenn bei der Mediation die Erfolgsquote hinter der Abschlussquote zurückliegt, spricht dies dafür, dass die Mediation nur eine Vergleichqualität besitzt. Dieser Eindruck entsprocht der von Moti beschriebenen Entwicklung9 .

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-08-20 22:38 / Version 4.
Diskussion: Forumsbeitrag Barometer
Siehe auch: TrendStatistik, TrendRechtsprechung, TrendNachrichten, TrendGesetzgebung, Forschungstrends, Berichte
Geprüft: Arthur Trossen

2 Eine gute Erklärung dieser Begriffe findet sich hier: http://www.sdi-research.at/aktuell/wissen/repraesentativitaet.html
4 Hinweise für die Anbringung von Kommentaren, Diskussionsbeiträgen und anderen Beiträgen finden Sie im Kapitel Expertisen
5 Anfertigung Hier finden Sie die Zusammenstellung aller Aktionen: Aktion
6 Die 73% ergeben sich aus dem Roland Rechtsreport und das 1% ergibt sich aus der Mediationsgesetz-Evaluierung
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Seite zuletzt geändert: am Montag August 20, 2018 22:38:41 CEST von Administrator.