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Seiten-ID: 867 Lieber gehe ich in den Knast! - Der hoch eskalierte Familienkonflikt 3-Abteilung »  Wissen 4-Inhalt »  Konflikt »  Konfliktverhalten

Rosenkrieg Mehr Eskalation geht nicht!

Ein Rosenkrieg bezeichnet einen hoch eskalierten Familienstreit. Auf der Glasl'schen Eskalationsskala befinden wir uns in der neunten Stufe.

Es ist wie es ist
Über den Krieg der Gefühle

Begriff

Der Begriff Rosenkrieg stammt wohl aus dem Familienzwist, der nach dem Ende des hundertjährigen Kriegs zwischen England und Frankreich im Jahre 1455 begann. Die Niederlage Englands führte zu einem innerfamiliären kriegerischen Konflikt um die Thronfolge zwischen dem Hause York und dem Hause Lancaster, der bis 1485 währte. Weil beide Familien eine Rose im Wappen trugen, die eine eine weiße, die andere eine rote, hat sich die Rose zum Symbol für hoch eskalierte Familienkonflikte etabliert.

Aufkommen

In der Praxis kommt es nicht zwingend zum Tod aber durchaus zur Selbstvernichtung, die als Preis für die Vernichtung des Gegners in Kauf genommen wird. Ein Rosenkrieg ist also nicht lediglich ein Streit aus Anlass der Trennung. Es ist ein Konflikt, der auf der höchsten Eskalationsstufe anzusiedeln ist.

Selbstvernichtung im Rosenkrieg: Der Ehemann sagt zum Beispiel in einer Familiensache vor Gericht: „und ehe ich die auch nur einen Pfennig Unterhalt zahle gehe ich lieber in den Knast!". Und das macht er auch.


Statistisch gesehen, sind die Rosenkriege recht selten. Sie werden auf 5% der Fälle taxiert, machen aber 50-60% der Arbeit, etwa des Richters, aus. Der soziale Schaden ist immens, weil mit der Vernichtung auch die Zerschlagung von Vermögen, Arbeitsplatz, Einkommen und Altersversorgung, wofür letztlich der Steuerzahler aufkommt. Der psychologische Schaden ist ebenfalls immens und kann bis zur Zertsörung der persönlichen Psyche führen.

Es geht um Gefühle

Das Verhalten der Parteien ist irrational. Von außen bnetrachtet ist es nicht mehr nachvollziehbar. Es ist gefühlsgesteuert. Letztlich mündet es in dem manchmal untauglichen Versuch, die Gefühle in den Griff zu bekommen und das zerstörte Weltbild wiederherzustellen. Was geschieht, wenn die Partei mit den, einer emotionalen Achterbahn zu vergleichenden, widerstreitenden Gefühlen nicht umgehen kann? Was macht sie, wenn sie sich verloren, hilflos und überfordert fühlt, wenn sie sich angegriffen fühlt und die andere Seite dafür verantwortlich macht? Was macht sie, wenn sie sich gegen unglaubliche Verletzungen zur Wehr setzen muss und wenn sie die Hoffnung verloren hat?

Dieses Video gibt einen Eindruck über die emotionale Betroffenheit im Familiensystem.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Video um ein bei Youtube (Google) hinterlegtes Video handelt. Es wurde im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet. Was das bedeutet, erfahren Sie in der Datenschutzerklärung.

Bedeutung

Meistens ist der gefühlte Hass eine Folge von einer vorausgegangenen großen Liebe. Oft kommt die Beendigung der Beziehung für eine der Parteien völlig unerwartet und überraschend. Sie fühlt sich hintergangen, betrogen und missbraucht. Gestern noch glaubte sie an die Liebe, heute geht dieses Gefühl ins Leere.

Wie lässt sich das kompensieren?

Viele meinen, Hass sei das Gegenteil von Liebe. Das ist insofern nicht zutreffend, als Hass wie Liebe binden. Die Auflösung der Liebe findet sich in der Gleichgültigkeit oder der emotionalen Unabhängigkeit. Sie beendet den psychologischen Trennungsprozess und verwirklicht sich in der Autonomisierung. Der Hass steht diesem Prozess meist im Wege. Es ist deshalb der zur Liebe passende Kontrast. Es wäre falsch, den Hass zu bewerten. Hass hat auch eine positive Seite, denn er mag helfen, sich von der Liebe zu befreien. Er bringt Handlungsenergie und ist - so gesehen - besser als eine Depression. Der Hass hat also durchaus positive Aspekte, solange er eine Übergangsphase in ein anderes Gefühl ermöglicht. Die Bendigung einer Beziehung wird durch Trauer verarbeitet. Trauer lässt los, Hass hält fest.

Problematisch wird der Hass, wenn er die Interaktionen beeinflusst. Schon Spinoza1 hat gesagt:

Haß wird durch Gegenhaß gesteigert, durch Liebe dagegen kann er getilgt werden.


Das ist leicht gesagt, aber eine echte Herausforderung, wenn die Liebe für den anderen ins Leere geht und von diesem sogar zurückgewiesen wird. Der Mediator weiß, dass Emotionen nicht verhandelbare Tatsachen sind und dass das Zurücvkweisen der Emotionen den ganzen Mensch zurückweist.

Die Trennung ist mit Verlusten verbunden, die der betrogene Ehegatte für nicht gerechtfertigt hält. Er macht den anderen Ehegatten für sein Schicksal (den emotionalen wie wirtschaftlichen Verlust) verantwortlich und versucht irgendwie einen Ausgleich für die erlittenen Verletzungen herbeizuführen. Unglücklicherweise wird eine Heilung dadurch oft vereitelt.

Das Handeln der Partei(en) ist emotionsgesteuert. Die Gefühle sind so stark, dass sie das Handeln in die Irrationalität treiben. Der gedankliche Fokus kennt nur noch einen Punkt: Genugtuung. Dieses Bedürfnis zieht sich in alle Scheidungsfragen hinein. Es kommt zu einem Endloskampf, bei dem Richter, Jugendamt, Gutachter, Anwälte, Freunde, Arbeitgeber, ... einbezogen werden und sich auch einbeziehen lassen. Jedes Mittel ist recht, um den anderen zu vernichten, weil eine andere Form von Rehabilitation im Verständnis der Partei nicht möglich ist.

Die Gegenpartei beurteilt die Schuldfrage oft anders. Für sie ist die Trennung das Ergebnis einer langen internen Auseinandersetzung, die sich allerdings in der Kommunikation der Eheleute nicht vermittelt hat. Mithin entwickeln sich ganz unterschiedliche Vorstellungen von Schuld, Ausgleich, Genugtuung. Oft entsteht der Hass nicht wegen der Trennung, sondern wegen der Art und Weise ihrer Durchführung.

Problemstellungen

Die Praxis tut sich schwer mit derart hoch eskalierten Familienkonflikten. Sie steht ihr oft hilflos gegenüber. Ein Zugangh findet sich, wenn sich alle Beteiligten über die typischen Problemstellungen bei der Bewältigung von Rosenkriegen bewusst werden.

Komplexität

Eine der wichtigsten Probleme und Gründe für die Konfliktentwicklung ist die Komplexität und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für Selektionen. Auf die unterschiedlichen, nicht aufeinander abgestimmten Prozesse wurde im Zusammenhang mit der Scheidung bereits hingewiesen.

Rosenkrieg - 1

Die Komplexität erstreckt sich nicht nur auf die Prozesse und das aus den Eheleuten als Streitparteien gebildete Streitsystem. Sie bezieht alle Akteure ein und erweitert das Strteitsystem auf außerhalb der Prozesse liegende Einflüsse der involvierten Personen. Es wäre eine verkürzte Sicht, nur die streitenden Eheleute im Blick zu haben. Um die Komplexität des Streitsystems zu verdeutlichen, mag die nebenstehende Skizze beitragen. Sie erfasst auch die Verwandten, Freunde und insbesondere die neuen Lebenspartner und deren Verhalten.

Rosenkrieg - 2

Sobald diese Personen einbezogen werden, wird deutlich, wie komplex die Streitigkeit angelegt wird und wer direkt oder indirekt an dem Streit beteiligt oder hineingezogen wird. Wenn dieses Beziehungsgefüge mit Interaktionslinien versehen wird, wird das Bild noch unübersichtlicher.

Bitte seien Sie sich bewusst, dass diese Skizze nur symbolhaften Charakter haben kann und um weitere Linien zu ergänzen wäre, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Für die Parteien gibt es genug Möglichkeiten, andere Personen zu instrumentalisieren, so wie diese auch Gelegenheiten haben, Einfluss auf die Parteien zu nehmen. Es bilden sich Lager bis in die Verwandtschaft hinein, wo die Kinder oft als die vermittelnde Schnittstelle zerrissen werden.

Verantwortlichkeit

Trotz der Komplexität der Einflüsse neigen die Parteien dazu, das sichtbare Verhalten stets der Gegenseite zuzurechnen. Der anwaltliche Schriftsatz wird so behandelt, als hätte ihn die Gegenseite höchstpersönlich geschrieben. Die Aussage des neuen Partners wird dem Ehegatten selbst zugerechnet usw. Der fundamentale Attributionsfehler begünstigt diese Sicht. Immer wird alles dem Gegner zugerechnet, so dass er verantwortlich wird.

Interessen

In dem komplexen Streitsystem kommen die unterschiedlichsten Interessen zusammen, die nicht unbedingt harmonisiert sind und die über die eigentlichen Interessen der Streitparteien hinausgehen. Die Berater möchten verdienen, die Entscheider möchten den Fall erledigen, manche möchten die Kinder beschützen, die Parteien möchten einander vernichten und Rache üben, die Angehörigen und Freunde möchten zeigen, dass sie hinter der Partei stehen, und, und, und. Längst ist das Ziel nicht mehr die Konfliktlösung. Es geht, auch wenn das nicht zugestanden wird, um etwas anderes.

Ziele

Die unkoordinierten Interessen und das zuvor dargestellte erweiterte Streitsystem verleiten zu konträren Sichten, Bewertungen, Ab- und Ausgrenzungen. Das Streitsystem ist konfrontativ angelegt. Es werden unterschiedliche Ziele (Lösungen) verfolgt. Sie verhindern ein paralleles Denken und führen in die Konfrontation. Dass die Parteien im Streit ein gemeinsames Ziel haben könnten, erscheint ganz unwahrscheinlich. Und dennoch ist es so.

Gemeinsames Ziel: Was jede Partei erziuelen will ist Ruhe zu haben., den Konflikt zu lösen oder Frieden zu finden.


Mithin ist nicht das Ziel konträr (wenn auf den Nutzen abgestellt wird), sondern die Vorstellung von der dahinführenden Lösung.

Fokus

Der Fokus ist auf die Vernichtung des Gegners gerichtet, was Verteidigung und Angriff bedeutet. Die einzig mögliche Strategie scheint die Konfrontation zu sein. Die Eskalation ist ihr Ausdruck. Der Fokus führt zu einer Selektion, die den Kontext aus dem Blick verliert.

Ablehnung im Rosenkrieg: Die Ehefrau und Mutter sagt, dass sie den Mann hasst und niemehr wiedersehen möchte. Er sei ein Nichts, den sie aus ihrem Leben gestrichen habe. Gleichzeitig betont sie, dass ihr Kind als die wahre und einzige Freude im Leben ansieht. Sie übersieht, dass dieses Kind von dem Ex-Partner stammt und sicherlich einiges vom Vater in sich trägt, womit die Ex-Ehefrau dann auch täglich konfrontiert wird.


Sicherlich erleichtert der selektierende Fokus die Bewertung. Er führt aber sicherlich auch zu falschen, einseitigen Bewertungen und deshalb in das Problem hinein statt hinaus2 .

Themen

Die Komplexität macht sich auch bei der Themenvielfalt bemerkbar. Es ist nicht nur eine einzelne Frage, die im Zusamenhang mit der Trennung zu regeln ist. Es sind viele Fragen, die juristisch voneinander getrennt werden, psychologisch aber nicht zu trennen sind. Die Fragen betreffen verschiedene Streitdimensionen und werden zu Schlachten in einem großen Krieg.

Konflikte

Der ursprüngliche Beziehungskonflikt diffundiert in viele andere Konflikte, was die Unübersichtlichkeit verstärkt.

Emotionen

Das Handeln der Parteien (und nicht nur der Parteien) ist emotionsgesteuert. Man könnte sagen:

Bei einem Rosenkrieg streiten die Emotionen miteinander.


Diese Erkenntnis beweist die Aussichtslosigkeit des Krieges, denn Emotionen sind nicht verhandelbare Tatsachen! Sie können nicht wiederlegt, überzeugt, gerechtfertigt oder negiert werden. Das einzige was sie möchten, ist gesehen und korrekt verstanden zu werden. Ein schwieriges Unterfangen, wenn die eigenen Emotionen im Wege stehen, die des anderen zu akzeptieren. Wenn der Rosenkrieg ein Krieg der Gefühle ist, warum lässt man dann nicht die Gefühle gegeneinander antreten, sondern Lösungen, Argumente und Peinlichkeiten?

Oft wird die Erkenntnisfähigkeit des Emotionenkrigeges durch das Helfersystem erschwert. Es kommt zu strukturellen Kopplungen, die die Gefühle der Parteien rechtfertigen, verstärken und aufrechterhalten, anstatt sie zu verstehen um sie beizulegen. Der Rosenkrieg wird zu einem Kampf, dessen Sieg nur in der Befriedigung gefunden werden kann. Aber in welcher? Die Emotionen werden missbraucht und fehlgedeutet, anstatt sie zu (be)achten. Man sieht den Feind, nicht den Menschen, in dem die Gefühle entstanden sind. Es geht also nicht um die Frage, warum ein Gefühl aufgekommen ist und wer dafür verantwortlich ist. Es geht um die Frage, was nötig ist, um es zu überwinden. Der Kontrast zu dem Gefühl, das es zu überwinden gilt, zeigt den Weg wie es zu überwinden ist.

Traumata

Ausgangspunkt aller Überlegungen sind psychische Verletzungen. Sie werden Traumata genannt. Interessanterweise sieht die Partei ihre Heilung nicht darin, der anderen Partei zu vermitteln, wie stark diese Verletzungen sind. Sie wird darin gesehen, der Gegenpartei eine gleichwertige Verletzung zuzufügen, wohl um ihr zu zeigen, wie stark die Verletzung ist. Der Wunsch wird umso größer, je mehr die Gegenpartei die Verletzung nicht wahrnehmen will.

Gefühle, die als Vorwürfe vermittelt werden, erwirken statt des Verständnisses einen Gegenangriff. Dieser wiederum wird als ein weiterer Stich in die Wunde verstanden, sodass er die Verletzungen verstärkt.

Ganz im Sinne des Dramadreiecks wechseln die Rollen von Täter, Opfer und Helfer. Die Wunden werden ständig wieder aufgerissen, eine Heilung wird verhindert.

Trennungsphasen

Die Parteien befinden sich in einem voneinander abweichenden Stadium der Trennung. Die eine Partei hatte Gelegenheit sich mit der Frage der Trennung auseinanderzusetzen, die andere Partei nicht. Es kommt zu einer Verschiebung der Trennungsphasen, die für sich gesehen schon ein erhebliches Reibungspotenzial in sich birgt.

Balance

Das System ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Man versucht das Gleichgewicht wieder herzustellen, wobei die Momentaufnahme entscheidet. Zukunftsoptionen werden nicht gesehen. Es gibt wenig Raum für Hoffnung. Im Vordergrund steht das Gefühl, dass es dem Gegner nicht besser gehen soll als einem selbst. Aus diesem Gefühl entstehen Abhängigkeiten. Sie halten Beziehung aufrecht und verhindern eine Neugestaltung. Die Neugestaltung wird den durch den Konflikt geschaffenen Fakten überlassen. Kontrolle geht verloren. Umso mehr als man versucht Kontrolle zu bekommen.

Lösungsoptionen

Es gibt unabänderliche Fakten (Axiome), denen sich das Streitsystem (die Partei) zu stellen hat.

Arbeitsbedingungen

Die daraus resultierenden Arbeitsbedingungen sind:

  • Die Vergangenheit lässt sich nicht reparieren
  • Eine Beziehung lässt sich nicht beenden. Eine Ex-Beziehung ist auch eine Beziehung. Die Beziehung wandelt allenfalls ihr Gesicht und ihre Bedeutung.
  • Besonders in einer Beziehung aus der Kinder entstanden sind, ist es nicht möglich, den anderen Ehegatten / Elternteil aus dem Leben zu werfen. Auch eine völlige Unabhängigkeit ist nicht möglich.
  • Hass bedeutet Abhängigkeit und ist deshalb eine intensiv gelebte Beziehung.
  • Emotionen lassen sich nicht auf der Sachebene bereinigen. Man muss sich Ihnen stellen.
  • Wer nicht das gleiche Ziel verfolgt kann nicht den gleichen Weg gehen.
  • Gefühle werden sich verändern. Sie können nur einen begrenzten Zeitraum aufrechterhalten werden.
  • Die Trennung ist keine rein private Entscheidung. Sie wirkt sich gegebenenfalls auf die Kinder, das soziale Umfeld und den Arbeitsplatz aus.

Zielvereinbarung

Ein erster Schritt in eine konstruktive Konfliktlösung ist die Vereinbarung eines gemeinsamen Ziels. Je weiter das Ziel in der Zukunft liegt, umso eher lässt sich eine Gemeinsamkeit finden. Frieden wollen im Zweifel alle. Also muss das Ziel sein, den Frieden zu finden.

Zielausrichtung

Wenn das Ziel zwischen den Parteien (gegebenenfalls mithilfe der Berater und Institutionen) vereinbart ist, müssen die anderen am Streit beteiligten Personen ebenfalls auf dieses Ziel eingestimmt werden.

Emotionen

Gefühle wollen etwas zum Ausdruck bringen. Sie bedürfen keiner Rechtfertigung und können auch nicht hinzu- oder hinwegargumentiert werden. Gefühle sind beachtlich. Werden sie ignoriert machen Sie sich nur umso deutlicher. In juristischen Prozessen drücken Sie sich an vermeintlichen Sachargumenten aus. Die Gerechtigkeit, die selbst ein Gefühl ist, wird als Sachargument missbraucht. Es kommt darauf an die Ebenen zu trennen und das Beziehungsgefüge zwischen den Parteien zunächst zu klären. Wenn die Parteien über ihre Beziehung die gleiche Sicht haben, kann sich der Streit auf der Sachebene auf diese Ebene beschränken.

Konfliktanalyse

Es ist wichtig die Konflikte voneinander zu trennen und herauszufinden, welcher der Konflikte der Konfliktmotor ist. Auf diesen Konflikt muss man sich konzentrieren. Was sich wie ein Kindschaft Konflikt anfühlt ist oft ein Paarkonflikt. Was sich wie ein Vermögensteilungskonflikt anfühlt ist auch meist aus dem Paarkonflikt heraus zu erklären.

Beziehungsklärung

Die Tatsache dass die Parteien auf die Trennung eine unterschiedliche Sicht haben, indiziert dass sie auch auf ihre Beziehung an unterschiedlichen Sicht haben. man kann auch vermuten, dass die Trennungsbeziehung unterschiedlich gewertet wird. Hilfreich ist es die Trennungsphasen gegeneinander abzugleichen und ein Verständnis für den Trennungsprozes herbeizuführen. Dazu kommt eine Beziehungsklärung. Eine Trenungsbieziehung ist auch eine Beziehung. Besonders wenn die Parteien Kinder haben, bleibt eine Elternbeziehung aufrechterhalten. Die Trennung verbindet sich mit einer Vision für ein autonomes Leben. Es gehört deshalb zur Beziehungsklärung, eine gemeinsame Vision für das zukünftige mit- oder nebeneinander zu bilden.

Waffenstillstand

Wenn der Konflikt isoliert ist, kommt es darauf an über diesen zu verhandeln, bis er beigelegt werden kann. Einflüsse von außen sollten abgeschottet oder zielharmonisiert werden. Die Parteien müssen daran gehindert werden, die Streitebenen und damit zusammenhängend die Verfahren zu wechseln, bis ein Thema abgearbeitet ist. Eine Waffenstillstandsvereinbarung wäre dafür eine Option. Das Umfeld sollte mit darauf achten, dass die Parteien aus dem Verfahren nicht ausbrechen können, damit aus dem Streit kein Hase und Igel Spiel wird. Hier sind gegebenenfalls autoritäre Grenzsetzungen erforderlich.

Empowerment

Sowohl juristisch wie auch psychologisch bedeutet die Trennung die Wiederherstellung der Individualität und Autonomie. Hass bewirkt das Gegenteil. Parteien, die dem Hass erlegen sind, brauchen eine Stärkung und vertrauen in sich selbst. Ihr Blick muss vom Gegner gelöst werden und sie müssen in die Lage versetzt werden, ihr Schicksal unabhängig vom Gegner zu beurteilen und zu gestaltenDabei muss Ihnen bewusst sein, dass eine völlige Unabhängigkeit und Autonomie nur bedingt möglich sind durch die Verpflichtung zu Unterhaltszahlungen, wegen der gemeinsamen Kinder und gegebenenfalls der Finanzierungsleistungen um Ausgleichszahlungen zu erbringen, werden die Parteien sich nachhaltig im Gedächtnis behalten - ob sie es wollen oder nicht. Die maximal mögliche Befreiung entsteht aus dem Sieg über sich selbst, nicht aus dem Sieg über den Gegner. Sie wird möglich, wenn man sich wieder wie normale Menschen begegnen kann..

Bedeutung für die Mediation

Im Grunde stellt die Mediation alle Methoden und Techniken zur Verfügung, um mit solchen Konflikten umgehen zu können. Insbesondere ist die (transformative) Mediation in der Lage, alle Dimensionen der Komplexität einzubeziehen. Was den Mediation gegebenenfalls fehlt es das autoritäre Element. Die Parteien werden versuchen auf dem Einigungsprozess auszubrechen. Glasl meint deshalb, dass eine Mediation bei hoch eskalierten Konflikten gar nicht möglich sei.

Die Mediation in derart hoch eskalierten Fällen wird erst bei einer systemischen Betrachtung möglich, wenn es dem Mediator (Sachbearbeiter oder Richter) gelingt, das gesamte Streitsystem auf eine gemeinsame Zielsetzung einzustimmen. Er könnte zu dem Zweck mit dem Gericht, dem Jugendamt und gegebenenfalls dem Gutachter zusammenarbeiten. Ziel der Zusammenarbeit muss es sein, die Parteien zur Kooperation (nicht zu einer Lösung oder Sichtweise!!!) zu zwingen und in dem kooperativen Prozess zu halten.

Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist das sogenannte Altenkirchener Modell. Ein anderes Beispiel ist die Cochemer Praxis. Wenn man sich diese Form der Zusammenarbeit nicht unidirektional (also ausschließlich vom Gericht ausgehend), sondern bidirektional (also auch vom Mediator initiierbar) vorstellt, kann das Modell auch auf die Mediation übertragen werden, so wie sich das Mediieren so oder so auch im Gerichtsverfahren wiederfindet3

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Alias: hocheskalierte Familienkonflikte, Rosenkrieg
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Archiv: Ein Beitrag zum Facharchiv
Prüfvermerk: -

1 Baruch de Spinoza (1632 - 1677), eigentlich Benedictus d'Espinoza, holländischer Philosoph (Baruch = Schüler des Propheten Jeremias) Siehe www.aphorismen.de
2 Siehe den Beitrag von Watzlawick: Wenn das Problem teil der Lösung ist im Beitrag Kreativität

© Wiki to Yes: Trossen "Rosenkrieg" (2017) unter Wiki-to-Yes.org/Rosenkrieg
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Donnerstag Juli 25, 2019 10:11:35 CEST von Arthur Trossen.