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Die Beratung

Die Beratung kann durchaus auch als ein Verfahren angesehen werden. Auch ist sie zur Konfliktbeilegung geeignet.

Abgrenzung

Die Beratung ist eine meist professionell angelegte Informationsweitergabe. Sie grenzt sich von einem gut gemeinten Rat oder einem Ratschlag ab. Zumindest die professionelle Beratung ist im Idealfall ein strukturierter Vorgang, der zu einem Ergebnis führen soll1 . Gegebenenfalls soll er auch eine Lösung herbeiführen oder zumindest den Weg weisen, wie es zur Lösung kommt. Diese Eigenschaften machen die Einordnung als Verfahren möglich. Wenn das Ergebnis zu einer Konfliktbeilegung führen soll, ist es auch gerechtfertigt, von einem Verfahren zur Konfliktbeilegung zu sprechen. Wenn die Beratung als ein Verfahren eingestuft wird, zählt sie (in der hier verwendeten Systematik) zu den dyadischen Verfahren.

Vertretung

Die Beratung ist von der Vertretung abzugrenzen. Das Ergebnis der Beratung soll dem Beratenen eine Entschdiung ermöglichen, ob er die Beratung (das Ergebnis) annimmt und was er als nächstes zu tun hat. Während die Beratung dem Beratenen hilft, selbst Handlungen vorzunehmen, überlässt die Vertretung das Handeln dem Vertretenen. Der Umfang der Vertretung ergibt sich einerseits aus Vollmacht und andererseits aus dem zugrunde liegenden Handlungsauftrag.

Rat

Der Rat ist eine meist unverbindliche Information als Hilfe zur Informationsverarbeitung, Entscheidungsfindung oder zum Verhalten. Mediatoren weisen gerne daraufhin, dass das Wort Ratschlag einen Schlag beinhaltet, was darauf hindeutet, dass der Rat gegeben und nicht erarbeitet wird.

Beratung

Im Gegensatz zu einem Rat ist die Beratung eine umfassendere Auseinandersetzung mit dem zu lösenden Problem. Beratungen kommen in verschiedenen Disziplinen (z.B. als Rechtsdienstleistung) und Anwendungsbereichen (z.B. Unternehmensberatung) vor und werden durchaus professionell als eine zu honorierende Dienstleistung angeboten.

Gegenstand

Der Beratungsgegenstand ist abhängig von Auftrag und Anlass. Der Gegenstand ergibt den Beratungs- bzw. den Bearbeitungsschwerpunkt. Er wird bei der Auftragsvergabe festgelegt. Die Beratung selbst umfasst eine Erfassung der den Beratungsgegenstand beschreibenden Fakten, verbunden mit einer Bewertung seitens des Beraters und einer mit Alternativen abgeglichenen Empfehlung2

Arten

Gegenstand
Nach dem Gegenstand werden unterschieden: Finanz- und Anlageberatung, ärztliche Beratung, Rechtsberatung, Eheberatung, Erziehungsberatung,psychologische Beratung, Lebensberatung, Schuldnerberatung, Steuerberatung, Unternehmensberatung, um nur einige zu nennen3
Methode
Nach der Methode werden unterschieden: personenzentrierte und sachzentrierte Beratung, Fallberatung, systemische Beratung. Die systemische Beratung erweitert den Blick vom Beratungsgegenstand auf das System, indem die Einfüsse der Umwelt, andere Systeme und der Elemente eines Systems mituntersucht werden. Wird die Beratung als Begleitung organisiert, die den Auftraggeber befähigen soll, selbst zu entscheiden oder sein Verhalten zu ändern, ist an ein Coaching oder eine Supervision zu denken.
Medium
Nach dem Medium werden unterschieden: Onlineberatung, telefonische Beratung, persönliche Beratung
Personen
Nach dem Personenkreis wird unterschieden: Einzelberatung, kollegiale Beratung, Gruppenberatung

Rechtsgrundlage

Eine professionelle, honorierte Beratung erfolgt in der Regel aufgrund eines Dienstvertarges gem. §611 BGB. Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste, der andere Teil zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet. Das Wesen des Dienstvertrages ist, im Gegensatz zum Werkvertrag, dass kein Erfolg geschuldet wird. Die Honorierung kann also nicht unterbleiben, wenn dem Auftraggeber das Ergebnis nicht gefällt. Auf manche Beratungen sind Spezialgesetze anzuwenden, die festlegen, wer zur Beratung berechtigt ist wie die Beratung erfolgt und wie sie abzurechnen ist4

Verlauf

Clausner-Landerer, betont die notwendige Strukturierung eines Beratungsgeprächs und fasst die dazu erforderlichen Phasen wie folgt zusammen:

  1. Phase: Vorbereitung des Beratungsgespräches durch Selbstklärung
  2. Phase: Beziehungs- und Situationsklärung durch Schaffung einer tragfähigen Beziehung zwischen Berater und Ratsuchendem sowie Erörterung der Zielerwartungen, der vorgesehenen Struktur des Gesprächsverlaufs etc.
  3. Phase: Bestimmung des inhaltlichen Rahmens der Beratung durch gemeinsame Festlegung des Themas bzw. Problems;
  4. Phase: Herausarbeitung von konkreten Lösungs- und Kompetenzstrategien
  5. Phase: Abschluss des Beratungsgespräches mit Hilfe der Metakommunikation

Bedeutung für die Mediation

Interessanterweise führt der bereits zitierte Beitrag in Wikipedia{FOOTNOTE(tag="Wikipedia")} die Mediation als eine Beratung auf. Diese Einordnung bedarf schon deshalb der Korrektur, weil die Beratung ein dyadisches Verfahren ist, während die Mediation unter die triadische Verfahren fällt und schon deshalb nicht mit einer Beratung zu vergleichen ist. Hinzukommt, dass der Mediator die wertfreie Metaebene repräsentiert, also von Bewertungen, die ja gerade Beratungsinhalt sein sollen, völlig frei ist. Schließlich soll nicht ein Berater, sondern die Parteien eine Lösung erarbeiten.

Beratung duch den Mediator

Trotzdem gibt es Berührungspunkte. Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass auch der Mediator die Parteien berät und hierzu sogar verpflichtet ist. Die Beratung des Mediators betrifft Verfahrensfragen (also die Wahl und den Gang des Verfahrens, die Abgrenzung zu anderen Verfahren, die Vollstreckbarkeit der Abschlussvereinbarung und wie die Vollstreckbarkeit gegebenenfalls herbeizuführen ist), die Notwendigkeit einer hinzuzuziehenden, externen und pateilichen Beratung, und gegbenenfalls eine Beratung hinsichtlich der Qualität und Rechtswirksamkeit der Abschklussvereinbarung. Im letzeren Fall werden die Grenzen zu einer für Rechtsanwälte durchaus noch möglichen Rechtsberatung durch §2 Abs. 3 Ziff 4 RDG festgelegt. Keinesfalls ist ihm eine lösungsvorgebende Beratung gestattet.

Mediation in der Beratung

Wenn der Berater aktives Zuhören einsetzt, erzielt er zwar schon eine Verbesserung. Mit Mediation hat das aber noch nichts zu tun. Auch ist die Beratung von der Mediation zu unterscheiden, auch dann, wenn die Mediation beratende Elemente enthält. Unter Zugrundelegung der Erkenntnistheorie ist es duchaus denkbar, weitere Elemente der Mediation in die Beratung zu integrieren. Wenn sich dabei der meditative Erkenntnisprozess verwirklicht, kann von einer materiellen Mediation gesprochen werden5 .

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-10-05 16:52 / Version 18.
Alias: Beratungen
Prüfvermerk: -

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1 Katja-Petronella Clausner-Landerer, „Struktur und Verlauf des Beratungsgespräches | dasGleichstellungsWissen“, zugegriffen 13. August 2018, https://www.dasgleichstellungswissen.de/struktur-und-verlauf-des-beratungsgespr%C3%A4ches.html?src=7.
2 Siehe auch: „Beratung“, Wikipedia, 4. Juli 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Beratung&oldid=178858872.
3 mit weiteren Beispielen
4 Für Rechtsanwälte gelten beispielsweise das Rechtsdienstleistungsesetz und die Bundesrechtsanwaltsordung
5 Näheres dazu findet sich bei der integrierten Mediation

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Die Beratung" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Beratung
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Administrator und Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Freitag Oktober 5, 2018 16:52:09 CEST von Administrator.