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Die Beratung

Die Beratung kann einerseits als eine (inkludierte) Tätigkeit wie auch als ein (eigenständiges) Verfahren angesehen werden. Selbstverständlich ist die Beratung auch zur Konfliktbeilegung geeignet.




Was soll ich tun?

Abgrenzung zu anderen Verfahren

Die Beratung ist eine meist professionell angelegte Informationsweitergabe. Sie grenzt sich von einem gut gemeinten Rat oder einem Ratschlag ab. Zumindest die professionelle Beratung ist im Idealfall ein strukturierter Vorgang, der zu einem Ergebnis führen soll1 . Gegebenenfalls soll er auch eine Lösung herbeiführen oder zumindest den Weg weisen, wie es zur Lösung kommt. Diese Eigenschaften machen die Einordnung als Verfahren möglich. Wenn das Ergebnis zu einer Konfliktbeilegung führen soll, ist es auch gerechtfertigt, von einem Verfahren zur Konfliktbeilegung zu sprechen. Wenn die Beratung als ein Verfahren eingestuft wird, zählt sie (in der hier verwendeten Systematik) zu den dyadischen Verfahren.

Vertretung

Die Beratung ist von der Vertretung abzugrenzen. Das Ergebnis der Beratung soll dem Beratenen eine Entschdiung ermöglichen, ob er die Beratung (das Ergebnis) annimmt und was er als nächstes zu tun hat. Während die Beratung dem Beratenen hilft, selbst Handlungen vorzunehmen, überlässt die Vertretung das Handeln dem Vertretenen. Der Umfang der Vertretung ergibt sich einerseits aus Vollmacht und andererseits aus dem zugrunde liegenden Handlungsauftrag.

Rat

Der Rat ist eine meist unverbindliche Information als Hilfe zur Informationsverarbeitung, Entscheidungsfindung oder zum Verhalten. Mediatoren weisen gerne daraufhin, dass das Wort Ratschlag einen Schlag beinhaltet, was darauf hindeutet, dass der Rat gegeben und nicht erarbeitet wird.

Beratung

Im Gegensatz zu einem Rat ist die Beratung eine umfassendere Auseinandersetzung mit dem zu lösenden Problem. Beratungen kommen in verschiedenen Disziplinen (z.B. als Rechtsdienstleistung) und Anwendungsbereichen (z.B. Unternehmensberatung) vor und werden durchaus professionell als eine zu honorierende Dienstleistung angeboten.

Beratungsgegenstand

Der Beratungsgegenstand ist abhängig von Auftrag und Anlass. Der Gegenstand ergibt den Beratungs- bzw. den Bearbeitungsschwerpunkt. Er wird bei der Auftragsvergabe festgelegt. Die Beratung selbst umfasst eine Erfassung der den Beratungsgegenstand beschreibenden Fakten, verbunden mit einer Bewertung seitens des Beraters und einer mit Alternativen abgeglichenen Empfehlung2

Arten der Beratung

Gegenstand
Nach dem Gegenstand werden unterschieden: Finanz- und Anlageberatung, ärztliche Beratung, Rechtsberatung, Eheberatung, Erziehungsberatung,psychologische Beratung, Lebensberatung, Schuldnerberatung, Steuerberatung, Unternehmensberatung, um nur einige zu nennen2
Methode
Nach der Methode werden unterschieden: personenzentrierte und sachzentrierte Beratung, Fallberatung, systemische Beratung. Die systemische Beratung erweitert den Blick vom Beratungsgegenstand auf das System, indem die Einfüsse der Umwelt, andere Systeme und der Elemente eines Systems mituntersucht werden. Wird die Beratung als Begleitung organisiert, die den Auftraggeber befähigen soll, selbst zu entscheiden oder sein Verhalten zu ändern, ist an ein Coaching oder eine Supervision zu denken.
Medium
Nach dem Medium werden unterschieden: Onlineberatung, telefonische Beratung, persönliche Beratung
Personen
Nach dem Personenkreis wird unterschieden: Einzelberatung, kollegiale Beratung, Gruppenberatung

Rechtsgrundlage

Eine professionelle, honorierte Beratung erfolgt in der Regel aufgrund eines Dienstvertarges gem. §611 BGB. Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste, der andere Teil zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet. Das Wesen des Dienstvertrages ist, im Gegensatz zum Werkvertrag, dass kein Erfolg geschuldet wird. Die Honorierung kann also nicht unterbleiben, wenn dem Auftraggeber das Ergebnis nicht gefällt. Auf manche Beratungen sind Spezialgesetze anzuwenden, die festlegen, wer zur Beratung berechtigt ist wie die Beratung erfolgt und wie sie abzurechnen ist3

Verlauf

Clausner-Landerer1 , betont die notwendige Strukturierung eines Beratungsgeprächs und fasst die dazu erforderlichen Phasen wie folgt zusammen:

  1. Beratungsphase:
    Vorbereitung des Beratungsgespräches durch Selbstklärung
  2. Beratungsphase:
    Beziehungs- und Situationsklärung durch Schaffung einer tragfähigen Beziehung zwischen Berater und Ratsuchendem sowie Erörterung der Zielerwartungen, der vorgesehenen Struktur des Gesprächsverlaufs etc.
  3. Beratungsphase:
    Bestimmung des inhaltlichen Rahmens der Beratung durch gemeinsame Festlegung des Themas bzw. Problems;
  4. Beratungsphase:
    Herausarbeitung von konkreten Lösungs- und Kompetenzstrategien
  5. Beratungsphase:
    Abschluss des Beratungsgespräches mit Hilfe der Metakommunikation

Bedeutung für die Mediation

Interessanterweise führt der bereits zitierte Beitrag in Wikipedia{FOOTNOTE(tag="Wikipedia")} die Mediation als eine Beratung auf. Diese Einordnung bedarf schon deshalb der Korrektur, weil die Beratung ein dyadisches Verfahren ist, während die Mediation unter die triadische Verfahren fällt und schon deshalb nicht mit einer Beratung zu vergleichen ist. Hinzukommt, dass der Mediator die wertfreie Metaebene repräsentiert, also von Bewertungen, die ja gerade Beratungsinhalt sein sollen, völlig frei ist. Schließlich soll nicht ein Berater, sondern die Parteien eine Lösung erarbeiten.

Beratung duch den Mediator

Auch wenn die Parrteien die Lösung finden sollen, sind sie gegebenenfalls auf eine Beratung (auch in der Mediation) angewiesen. Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass auch der Mediator die Parteien berät und hierzu sogar verpflichtet ist. Die Beratung des Mediators betrifft:

  1. Verfahrensfragen
    Die Beratung über Verfahrensfragen betrifft die Auswahl, das Clearing und den Gang des Verfahrens, die Abgrenzung zu anderen Verfahren, die Formbedürftigkeit und die Vollstreckbarkeit der Abschlussvereinbarung, sowie die Frage, wie die Vollstreckbarkeit gegebenenfalls herbeizuführen ist.
  2. Beratungsberatung
    Die Beratungspflicht erstreckt sich auch auf den Beratungsbedarf sowie die Notwendigkeit einer hinzuzuziehenden, externen und pateilichen Beratung.
  3. Qualitätsberatung
    Die Beratung erstreckt sich auch auf die Qualität, die notwendige Bearbeitungstiefe und die Vorgehensweise innerhalb der Mediation. Die Liestungsqualität erfasst auch die Beratung über die Abschlussvereinbarung, deren Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Gem. §2 Abs. 6 Mediationsgesetz hat der Mediator darauf zu achten, dass die Entscheidung der Parteien in Kenntnis der Sachlage (bei voller Informiertheit) erfolgt.

Nachdem die Lösung gefunden wurde, ist eine auf die Lösung bezogene, neutrale (also nicht parteiliche) Rechtsberatung durchaus mit der Mediation kompatibel. Die Grenzen werden allerdings wegen §2 Abs. 3 Ziff 4 RDG zugunsten der Rechtsanwälte verschoben. In keinem Fall ist auch den Anwälten eine parteiliche oder eine lösungsvorgebende Beratung gestattet.

Rechtsberatung in der Mediation 

Die so abzugrenzende Beratung ist Teil der Mediation. Unterlassungen und Fehler können zur Haftung führen, wenn sie eine Pflichtverletzung darstellen.

Mediation in der Beratung

Wenn der Berater das aktive Zuhören einsetzt, erzielt er zwar schon eine Verbesserung. Auch eine Interessenerhellung führt zu einer Verbesserung der Beratungsleistung. Mit Mediation hat das aber noch nichts zu tun. Die Beratung ist auch dann von der Mediation zu unterscheiden, wenn Beratung mediative Elemente verwendet. Unter Zugrundelegung der Kognitionstheorie ist es durchaus denkbar, weitere Elemente der Mediation in die Beratung zu integrieren. Wenn sich dabei der meditative Erkenntnisprozess verwirklicht, kann von einer materiellen Mediation gesprochen werden.4 Der Container, also der rechtliche Rahmen der Beratung bleibt dabei erhalten. Das bedeutet, dass die Verwendung der Methoden dem Beratungsauftrag nicht zuwiderlaufen darf.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-04-03 07:13 / Version 26.
Alias: Beratungen
Siehe auch: Rechtsberatung, Anwaltsmediator, Recht
Prüfvermerk: -

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2 Siehe auch: „Beratung“, Wikipedia, 4. Juli 2018, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Beratung&oldid=178858872.
3 Für Rechtsanwälte gelten beispielsweise das Rechtsdienstleistungsesetz und die Bundesrechtsanwaltsordung
4 Näheres dazu findet sich bei der integrierten Mediation

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Seite zuletzt geändert: am Mittwoch April 3, 2019 07:13:06 CEST von Arthur Trossen.