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page id: 2162 Der Tiefgang der Mediation orientiert sich am Konflikt Abteilung »  Wissen Inhalt »  Einführung »  Übersicht

Bearbeitungstiefe

Die Bearbeitungstiefe betrifft die Frage, wie tief der Mediator in die Konfliktbearbeitung eindringen kann und soll. Die Frage ist zusammen mit den Parteien zu erörtern. Sie beeinflusst die Wahl des Mediationsmodells

Voraussetzungen

Die Festlegung der Bearbeitungstiefe setzt stets eine Konfliktanalyse voraus, aus der sich ergibt, welcher Konflikt in welcher Konfliktdimension betroffen ist. Die Beurteilung der Frage wirkt sich auf die Wahl des Mediationsmodells. aus. Folgende Fälle sind zu unterscheiden:

  1. Ein Sachkonflikt lässt sich auf der Sachebene regeln
  2. Ein Beziehungskonflikt lässt sich nur auf der Beziehungsebene regeln. Diese Ebene hat einen starken emotionalen Bezug.
  3. Ein Wertekonflikt lässt sich nur auf der Werteebene regeln.

Die Regulierungsebenen ergeben sich aus dem Streitkontinuum. Hier entscheidet sich welche Dimensionen des Streites anzusprechen sind. Den Dimensionen des Streitkontinuums sind die Mediationsmodelle zugeordnet. Als Fausregel mag gelten:

 Merke:
Leitsatz 13943 - Je höher der Konflikt eskaliert ist, desto tiefer muss die Konfliktbearbeitung gehen.

Mediationsmodell

Die Bearbeitungstiefe ergibt das zu wählende Mediationsmodell. Die nebenstehende Skizze verdeutlicht, wie die Mediation die Dimensionen des Streitkontinuums abdeckt und welches Modell sich auf welche Dimensionen einlassen kann. Die transformative Mediation erlaubt die tiefste Bearbeitungsebene. Sie geht auf die Bedürfnisse ein und kann eine Sichtveränderung erwirken.

Mediationsmodell 

Auswirkungen

Die jeweils gewählte Bearbeitungstiefe wirkt sich wie folgt auf das Phasenhandling aus:

Phase drei
Die Bearbeitungstiefe betrifft in erster Linie die Phase drei. Wenn eine Konfliktlösung (Heilung) erwartet wird, ist eine Konfliktarbeit notwendig. Würde ein Streit, der einen Beziehungskonflikt beinhaltet, nur auf der Sachebene geregelt werden, führt er nicht zu einer Konfliktbeilegung. Bei einem neuen Streit kann der ungelöste (Beziehungs-)Konflikt wieder aufbrechen.

Phase eins
Die Frage der Bearbeitungstiefe hat aber auch Auswirkungen auf die erste Phase. Dann nämlich wenn es um Fragen des Rahmens insbesondere des Zeit- und Kostenaufands geht. Die Parteien sollten sich darüber im klaren sein, dass eine transformative Mediation einen wesentlich höheren Personal-, Zeit- und Kostenaufwand hat.

Bereitschaft

Die Eigenverantwortlichkeit in der Mediation erwartet, dass die Parteien sich dem Konflikt stellen um selbst eine Lösung zu finden. Auch wenn hoch eskalierte Konflikte eine besonders eingehende Konfliktarbeit erfordern, ist die Bereitschaft sich auf diese Form der Konfliktbewältigung einzulassen bei den Parteien nicht immer im erforderlichen Umfang gegeben. Sie werden versuchen aus der Kooperation der Mediation auszubrechen, um die Konfrontation zu vollenden. Der Mediator benötigt besondere Kniffe und Fertigkeiten, um auch mit derart hoch eskalierten Konflikten in der Mediation zurecht zu kommen.1

Konflikteskalation

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2022-01-24 11:56 / Version 5.
Alias: Tiefe
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

1 Er motiviert Parteien in besonderer Weise und bezieht das Helfersystem mit ein.

Last edited by Arthur Trossen .
Page last modified on Monday January 24, 2022 11:56:32 CET.
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