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Seiten-ID: 1645 Ausbildungsmediationen, Auftragsmediationen, Gefälligkeitsmediationen 3-Abteilung »  Akademie

Ausbildungsmediationen

Der Begriff wird eingeführt, weil es sich dabei um Mediationen handelt, die sich zwar am Mediationgesetz orientieren, aber offensichtlich dessen rechtsfolgen noch nicht abrufen sollen. Das Gleiche gilt für Auftragsmediationen und Gefälligkeitsmediationen.




Darf ich eine Mediation durchführen?

Anlass

Die Frage wird in den Studien zur Mediation häufig gestellt. Sie ist durcvhaus berechtigt, wenn man wie hier §1 Mediationsgesetz dahingehend auslegt, dass die (professionellen) Mediationen nur durch einen (vollständig ausgebildeten) Mediator ausgeführt werden dürfen. Das Gesetz würde sich jedoch ad absurdum führen, wenn der Auszubildende, von dem selbst mediierte Fälle erwartet werden, keine Mediation durchführen dürfte.

Problematik

Der Unterschied liegt auf dem Merkmal professionell, wenn professionell als eine bezahlte Leistung verstanden wird, für die eine an rechtlichen Voraussetzungen orientierte Gegenleistung herzugeben ist. Würde man auch in diesen Fällen eine Ausbildung zur Voraussetzung der Mediationsausübung machen, wäre der Auszubildende gar nicht in der lage, die Voraussetzungen der Ausbildung zu erfüllen. Schon aus diesem Gedanken ergibt sich, dass §1 Mediationgesetz diese Fälle entweder gar nicht erfasst oder für diese Fälle auszunehmen ist.

Bei einer systematischen Auslegung könnte sich die Konsequenz ergeben, dass der von der ZMediatAusbV geforderte, selbst mediierte Fall eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzt, bei der nur noch die Zertifizierung und der die Zertifizierung vorausgesetzte und zu supervidierende Fall ausstehen. Für Übungen stehen die Rollenspiele zur Verfügung.

Eine andere Herleitung würde auf §5 Abs. 1 Mediationsgesetz abstellen, der lediglich eine Ausbildung voraussetzt, die nicht weiter spezifiziert ist. Die Zulässigkeit einer Ausbildungsmediation könnte schließlich aus der ZMediatAubsV hergeleitet werden, weil sie einen zu supervidierenden Fall voraussetzt. In dem Fall würde ein spitzfindiger Jurist allerdings danach fragen, ob die Ausbildungsveroprdnung das Mediationgesetz insoweit abändern könnte.

Fälle

Das Phänomen taucht aber nicht nur bei den Ausbildungsmediationen, sondern auch bei den Auftragsmediationen oder den Gefälligkeitsmediationen auf. Auch in diesen Fällen will der Leistende kaum an die Voraussetzungen und Rechtsfolgen des Mediationsgesetzes gebunden sein. Eine Schulmediation, die von Schülern durchgeführt wird, kann durchaus eine Mediation nach dem Format des Mediationsgesetzes sein. Es wäre jedoch fatal, wenn die Schüler dessen Rechtsfolgen unterwerfen würden. Die Erörderung zum Mediationsradius hat auf den Unterschied bereits hingewiesen und herausgesetllt, dass es formelle Mediationen (also Mediationen im Format des Mediationsgesetzes) gibt, auf die das Mediationsgesetz jedoch nicht anwendbar sein kann und soll.

Qualität

Die Anforderungen an die durchzuführende Mediation soll, besonders bei der Ausbildungsmediation nicht hinter der gewünschten Qualität einer professionellen Mediation zurückliegen. Immerhin soll der zum Abschluss der Ausbildung durchzuführende Fall ja auch zeigen, dass der auszubildende Mediator in der Lage ist eine Mediation durchzuführen. Je nach den Ausbildungsrichtlinien seines Ausbildungsinstitutes kann er bei Fehlern sogar durchfallen. Bei einer Gefälligkeitsmediation sind die Anforderungen geringer. Wenn auch die Evaluierung des Mediationsgesetzes herausstellt, dass die klassische Mediation auch in der Praxis eher die Ausnahme ist, besteht kein Zwang zur konsequenten Duchführung einer kalssischen Mediation, wenn der Fall dies nicht erzwingt. Der Auszubildnede müsste aber in der Lage sein, die Grenzen genau abzustecken und zu begründen, wann und warum er vom klassischen Modell (reine Mediation) abweicht.

So betrachtet sind die Anforderungen an eine Ausbildungsmediation noch höher als die einer professionellen Mediation. Dort wird vom Mediator auch erwartet, dass er sich an Benschmarks orientiert und Abweichungen begründen kann. Die Begründung wird in der Regel aber nicht abgeprüft.

Bedeutung für die Mediation

Die Anwendung der Mediation als eine Streitvermittlung im Freundschaftsdienst und in der Nachbarschaftshilfe sollte durchaus gewünscht sein, wenn die Verbesserung der Streitkultur im Blick der Politiker ist. Ganz abgesehen davon, dass diese Bemühungen auch zur Förderung der Mediation beitragen. Die Mediation sollte nicht dazu führen, dass dem Menschen die Kompetenz zur Stzreitvermittlung abgesprochen wird. Es wäre deshalb kontraproduktiv, wenn die Einführung der Mediation dazu führt, dass Menschen aus Angst etwas Verbotenes zu tun, von der Streithilfe generell Abstand nehmen.

Eine gute Möglichkeit, die professionelle Mediation von der Laienmediation zu unterscheiden, wäre die Abfassung schriftlicher Verträge, sobald eine professionelle Mediation nachgefragt oder geleistet wird. Das ist im Gesetz aber nicht vorgeschrieben.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-03-05 10:27 / Version 7.
Aliase: Auftragsmediationen, Gefälligkeitsmediationen, Laienmediation
Diskussion: Ausbildungsforum
Siehe auch: Mediationsausbildung, Mediationsrecht, Mediationsgesetz
Prüfvermerk: -

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Ausbildungsmediationen" (2019) unter Wiki-to-Yes.org/Ausbildungsmediationen
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Dienstag März 5, 2019 10:27:09 CET von Arthur Trossen.