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Mediationsfähigkeit

Die Mediationsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit der Partei an einer Mediation teilzunehmen. Sie entspricht (mit anderen Anforderungen) der Prozessfähigkeit im Zivilprozess und ist von der Mediatorenfähigkeit und der Parteifähigkeit zu unterscheiden.




Wer verhandeln kann

Bedeutung

Die Prozess- oder Verhandlungsfähigkeit setzt voraus, dass die Partei körperlich und geistig befähigt ist, der Verhandlung zu folgen und von ihren Teilnahmerechten Gebrauch zu machen. Bei vertraglichen Verhandlungen ist auch von der Dispositionsfähigkeit die Rede. Im Strafrecht kommt es auf die Zumutbarkeit an. Wegen dieser Unterschiede verwendet die Mediation den Begriff der Mediationsfähigkeit. Wenn behauptet wird, die Mediationsfähigkeit setze voraus, dass es sich um eine mediierbare Streitigkeit handele1 , wird der Fokus von der Partei weg auf die gesondert zu prüfende Geeignetheit des Verfahrens gelenkt. Tatsächlichg betrifft die Mediationsfähigkeit lediglich die Partei.

 Merke:

Die Mediationsfähigkeit betriofft die Farge, ob und inwieweit die Partei in der Lage ist, den Gedankengängen der Mediation zu folgen, ihre Interessen zu offenbaren und daraus eine für sie nützliche Lösung zu entwickeln2

Teilnahme

Wann eine Partei fähig ist, an einer Mediation teilzunehmen, hängt zunächst von dem Mediationsgegenstand ab. Zusammen mit der Konfliktanalyse beantwortet er die Frage, wer in welcher Rolle an der Mediation wie zu beteiligen ist und weas die Partei gegebenenfalls zu entscheiden hat. Die Mediationsfähigkeit ist unterschiedlich zu beurteilen, je nachdem ob die Partei als Streitpartei, die über den Streitgegenstand zu verfügen hat auftritt oder als Konfliktpartei, die das Konfliktgeschehen beeinflusst.

Beispiel minderjähriges Kind: Ein minderjähriges Kind zum Beispiel könnte nicht ohne weiteres eine Abschlussvereinbarung treffen. Dafür muss es geschäftsfähig sein. Es könnte aber durchaus die Gedanken, die dorthin führen, die Pros und Cons mitentwickeln. Es wäre also in der Mediation durchaus willkommen.

 Merke:

Wer Verträge abschließt, muss geschäftsfähig sein!2

Rechtsfragen, wann Geschäftsfähigkeit vorliegt und wie Verträge mit geschäftsunfähigen oder minderjährigen Personen wirksam geschlossen werden können, beantwortet das Vertragsrecht.

Rechtskunde: Vertragsrecht

Anforderungen

Bei der Beurteilung der Mediationsfähigkeit kommt es darauf an, ob die Partei in der Lage ist, dem Prozess gedanklich zu folgen und den mediativen Gedankengang aktiv mitzugestalten.

Wenn die Mediation ein Kognitionsprozess ist, steht und fällt ihr Gelingen mit den Erkenntnissen und den möglichen Erkenntnisgewinnen der Parteien. Die Mediation ist ein den Verstand nutzendes Verfahren. Also muss die Partei in der Lage sein, den Verstand einzusetzen. Der Mediator wird es bemerken, wenn sie Gedanken nicht an sich heranlässt und wenn die Gedanken nicht weiterentwickelt werden. Er muss herausfinden, ob und inwieweit die Partei sich auf das Verfahren einlassen kann und will. An diesem Punkt grenzt sich die Mediationsfähigkeit von der Mediationsbereitschaft ab.

Der wahrnehmbare aktive oder passive Widerstand, Gedanken und sich heranzulassen, kann viele Gründe haben. Er kann durchaus konfliktbedingt sein. Er kann psychisch begründet sein aber auch intellektuell. Auch eine Erkrankung ist nicht außer Betracht zu lassen. Nicht zuletzt spielt auch die mangelnde Mediationsbereitschaft eine Rolle spielen.

Abstimmung

Wenn der Verdacht aufkommt, dass eine Partei mediationunfähig sein könnte, kommt die Frage auf, wer diese Diagnose zu treffen hat. Es gibt eindeutige Fälle, wie zum Beispiel die Minderjährigkeit eines Kindes oder das Vorliegen einer diagnostizierten psychischen Erkrankung. Die meisten Fälle sind jedoch nicht eindeutig. Den ersten Anhaltspunkt zur Frage der Mediationsfähigkeit geben das Erscheinungsbild und das Verhalten der Partei.

Auf der Suche nach der Beeinträchtigung hat der Mediator alle zuvor genannten Aspekte in Betracht zu ziehen. Es ist nicht seine Aufgabe die Partei zu beurteilen. Wohl seine Aufgabe die Partei dabei zu unterstützen, dass sie ihre Interessen auf gleicher Augenhöhe mit dem Gegner erkennen und wahrnehmen können. Die naheliegendste Vorgehensweise besteht darin, die Beobachtungen zu verbalisieren, damit sie mit der Partei erörtert und abgestimmt werden kann.

Herstellung

Es wäre nicht fair der Partei gegenüber, wenn sie nur wegen einer diagnostizierten oder gar unterstellten Mediationsunfähigkeit an der Durchführung einer Mediation gehindert ist. Die mangelnde Mediationsfähigkeit führt also nicht zwingend einen Abbruch der Mediation, sondern eher die Frage herbei, wie die Mediationsfähigkeit hergestellt werden kann. Auch diese Frage lässt sich erst beantworten, nachem der Grund für die Mediationsunfähigkeit aufgedeckt ist.

  1. Geschäftsunfähigkeit: Es wird ein gesetzlicher Vertreter hinzugezogen
  2. Verhandlungsschwäche: Es wird ein Beistand hinzugezogen
  3. Verhandlungsungleichgewicht: Die Allparteilichkeit genügt möglicherweise, um einen Ausgleich zu schaffen
  4. Kommunikation: weil die Kommunikation immer zwischen mindestens zwei Personen, dem Sender und dem Empfänger stattfindet, muss der Mediator in diesem Zusammenhang auch seine Mediatorenfähigkeit hinterfragen
  5. Sprache: Unter Umständen genügt es, einen Dolmetscher hinzuzuziehen
  6. ...

Bedeutung für die Mediation

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Was tun wenn ...



Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-12-19 10:59 / Version 20
Alias: Prozessfähigkeit
Siehe auch: Mediatoprenfägigkeit, Geeignetheit, Zulässigkeit, Krankheit, Widerstand
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Mediationsfähigkeit" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Mediationsfähigkeit
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Seite zuletzt geändert: am Mittwoch Dezember 19, 2018 10:59:54 CET von Administrator.