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Parteien & Co

Die an einer Mediation beteiligten oder zu beteiligenden Personen
Man muss sich von der Vorstellung lösen, dass eine Mediation stets mit einem Mediator und zwei im Streit befindlichen Parteien stattfindet. Besser und psychologienäher ist es, wenn ,an sich ein Netzwerk vorstellt, das der Mediator zu verwalten und zu gestalten hat.




Viele Köche
Viele Köche verderben den Brei, wenn sie nicht als Team auftreten!

Es gibt keinen guten Oberbegriff für die beteiligten oder zu beteiligenden Personen. Der Begriff Parteien ist einschränkend, weil er den Mediator nicht erfasst. Auch wenn man von Akteuren spricht sind nicht alle Personen erfasst, weil einige sich nur passiv verhalten und nicht an der Mediation selbst mitwirken. Der umfassendste Begriff wäre: Mediationspersonen. Er kann am besten beschreiben, wen der Mediator alles im Blick haben muss.

Mediationspersonen  

Mediation Rechtsbeziehungen Verträge

Akteure


Mit dem Oberbegriff Akteure werden alle Personen bezeichnet, die direkt (und unverzichtbar) an der Mediation zu beteiligen sind und zusammen die Mediation durchführen.

Mediator

Gem. § 1 Mediationsgesetz ist der Mediator eine neutrale dritte Person, die mit den Parteien das Verfahren durchführt1

Mediator-Funktion Mediator-Beruf

Güterichter

Der Güterichter kann im Güterichterverfahren als Mediator agieren

Güterichter

Mediand

Die verhandelnden Parteien. Das Gesetz verwendet den Begriff nicht und spricht stattdessen von den "Parteien". In der Begründung wird darauf hingewiesen, das eigentlich "Beteiligte" gemeint sind. Beides ist verwirrend.

Mediand

Parteien


Parteien sind die rechtlich an der Mediation zu beteiligenden Personen. Es ist wichtig, ihre unterschiedliche Qualität zu erkennen, weil sich daraus rechtliche Konsequenzen ergeben. Folgende Parteien sind zu unterscheiden:

Vertragsparteien

Parteien die den Mediationsvertrag (MV) abschließen. Sie müssen nicht identisch sein mit den Medianden, den Konfliktparteien oder den Streitparteien.Die Vertragsparteien werden als Auftraggeber und Auftragnehmer bezeichnet. Der Auftraggeber verpflichtet sich zur Honorierung, der Auftragnehmer zur Durchführung der Mediation.

Verfahrens- oder Mediationsparteien

Das sind die Medianden

Konfliktparteien

Das sind die Konfliktbetroffenen unabhängig davon, ob sie am Verfahren mnitwirken oder nicht

Streitparteien

Das sind die aktiv- und passivlegitimierten Parteien, also die Träger der Rechte, die mit der Mediation zu regulieren sind. Streitparteien können beispielsweise auch sogenannte juristische Personen sein. Wenn beispielsweise eine GmbH mit einer anderen GmbH über eine fehlgeleitete Lieferung streitet, died die Kapitalgesellschaften (die GmbHs) zwar Streitparteien. Da es keine natürlichen Personen sind, sind sie nicht Medianden, weil sie nicht verhandeln können. Sie bedienen sich eines Vertreters.

Sonstige Beteiligte


Damit sind die Personen gemeint, die keine Akteure sind, also weder Partei noch als Mediator auftreten.

Dritte

Der Begriff wird in §2 Mediationsgesetz ausdrücklich erwähnt. Der Begriff bezeichnet alle am Verfahren teilnehmenden (oder anwesenden) Personen, die nicht Mediator oder Medianden, Streit- oder Konfliktparteien sind

Anwälte Experten Beistände

Donator

Donatoren sind Personen, die eine Mediation stiften, also die Kosten tragen. Sie kommen in der Praxis häufig vor, wenn z.B. der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter eine Mediation in Auftrag gibt.

Donatormediation

Mediationsgeister

Mediationsgeister sind am Verfahren beteiligt, ohne beteiligt zu sein. Es sind die nicht greifbaren Personen und selbsternannten Berater, die im Hintergrund Einfluss auf die Parteien nehmen. Sie werden als Geistberater beschrieben, weil sie für den Mediator nicht fassbar sind. Sie manipulieren das Verhalten der Parteien positiv wie negativ (auf das Verfahren bezogen), ohne dass ihr Einfluss in der Mediation transparent wird und ohne dass der Mediator davon erfährt. Es kommt zu nicht aufgedeckten Parallelprozessen, die den Erfolg einer Mediation durchaus in Frage stellen können.

Geistberater in der Mediation

Helfersystem

In der systemischen Therapie ist vom Helfersystem die Rede. Das Helfersystem beschreibt die Gesamtheit der neben dem Therapeuten direkt oder indirekt mit dem Klienten arbeitenden, professionellen Helfer, wie z.B. Supervisoren, Ärzte Pfleger usw.2 . Ihre Professionalität und Institutionalisierung macht die Helfer greifbar und unterscheidet sie von den Geistberatern.

Helfersystem

Rollen

Mit der unterschiedlichen Beteiligungsform gehen unterschiedliche Rollen einher. Die Rollen sind mit der Funktion in Einklang zu bringen. Wie sich das der Funktion angepasste Rollenverhalten im Einzelfall gestaltet, wird im Zusammenhang mit der Darstellung der Verfahrensbeteiligten erörtert. Generelle Informationen über Rollen und deren Verhältnis zu Positionen und Funktionen enthält der Beitrag über Rollen.

Über Rollen, Funktionen und Positionen

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Aliase: Partei, Streitpartei, Konfliktpartei, Prozessparteien, Streitparteien, Konfliktparteien, Vertragsparteien, Vertragspartei , Auftraggeber, Auftragnehmer, Verhandlungsparteien, Mediationspersonen
Bearbeitungshinweis: Textvollendung und Programmvollendung erforderlich

1 Wir verwenden die Definition der EU Direktive, die vom Wortlaut des Mediationsgesetzes abweicht
Erstellt von Arthur Trossen. Letzte Änderung: Sonntag Januar 13, 2019 15:50:08 CET by Arthur Trossen.