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Seiten-ID: 1462 Zur Unterscheidung von Diagnose, Konfliktdiagnose, Konflikt 4-Inhalt »  (09) Lehre »  Wissenschaft »  Terminologie 3-Abteilung »  Archiv

Diagnose und Konfliktdiagnosen 

Definitionsgemäß ist eine Diagnose die Feststellung oder Bestimmung einer körperlichen oder psychischen Krankheit. In der Meteorologie bezeichnet die Diagnose die zusammenfassende Beurteilung aller Wetterbeobachtungen, aus denen sich die Wettervorhersage ergibt1 . Der Begriff leitet sich vom Griechischen diágnōsis ab und bedeutet so viel wie unterscheidende Beurteilung, Erkenntnis, Unterscheidung, oder Beurteilung.

Medizin

Ziel einer Diagnose ist es, die Ursache einer Krankheit zu erkennen. Das korrekte Erkennen der Krankeit anhand der Krankheitsursachen ist die Voraussetzung für eine daran anknüpfende Therapie. Sie soll den Heilungsprozess ermöglichen.

Die zur Diagnose führende Diagnostik umfasst die Gesamtheit aller Massnahmen, die zur Erkennung (Diagnose) einer Krankheit führen. Maßnahmen sind z.B. die Anamnese, medizinische Labordiagnostik, Röntgen und Ultraschall, EKG usw.

Psychologie

Auch in der Psychologie geht es darum, die Ursache einer Krankheit zu erkennen.

Die Psychologische Diagnostik beschreibt die regelgeleitete Sammlung und Verarbeitung von gezielt erhobenen Informationen, die für die Beschreibung und Prognose menschlichen Erlebens und Verhaltens bedeutsam sind. Petermann führt dazu aus: "Die Diagnostik psychologischer Merkmale dient in der Regel der Beantwortung einer Fragestellung und ist in einen Entscheidungsfindungsprozess eingebunden. Psychologische Diagnostik zielt insbesondere auf die Feststellung relevanter Merkmalsausprägungen, die den Zustand, den Verlauf und die Veränderung von Merkmalsausprägungen empirisch zugänglich machen. Psychologische Diagnostik unterstützt dabei wesentlich wissenschaftliche Gütekriterien von Entscheidungsprozessen (u. a. Nachvollziehbarkeit, Transparenz)"2

Konfliktdiagnose

Konflikte ist sicherlich ein psychologisches Phänomen. Er kommt jedoch auch in der Soziologie vor. Seit der Einführung des Mediationsgesetzes gibt es sogar auch einen juristischen Bezug. Wenn also von einer Konfliktdiagnose die Rede ist, müssten die Erhebungen die Merkmale aller Disziplinen aufspüren. Ein Konflikt ist keine Krankheit. Wohl ist seine Identifikation erforderlich, um den Konflikt beilegen oder überwinden zu können.

Bedeutung für die Mediation

Die Verwendung des Begriffs der Konfliktdiagnose ist im Konfliktmanagement eher angebracht als in der Mediation. Der Begriff impliziert eine Behandlung im Bereich der Medizin und Psychologie sogar durch eine Fachkraft als zweite Person (Berater oder Behandler). Eine derartige Konstellation ist in der Mediation nicht vorgegeben. Die Mediation ist von der Therapie abzugrenzen. Sie endet eher eine Diagnose als dass sie mit dieser beginnt. Auch sind keine Exploration vorgesehen, um den Konflikt zu diagnostizieren.

Notwendig ist es jedoch, den Konflikt zu identifizieren. Dafür genügen einige, zum Teil vage Informationen und Erkenntnisse. Im Bereich der Mediation ist es deshalb eher angebracht von der Konfliktanalyse als von der Konfliktdiagnose zu sprechen.

Hinweise und Fußnoten

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Bearbeitungsstand: 2018-10-11 05:34 / Version 5.
Aliase: Konfliktdiagnose
Siehe auch: Lexikon
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2 Petermann (2018). Psychologische Diagnostik. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 11.10.2018, von https://m.portal.hogrefe.com/dorsch/gebiet/psychologische-diagnostik/
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