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Seiten-ID: 1477 Krankheit, Gegenstand oder Beeinträchtigung in der Mediation 3-Abteilung »  Archiv

Krankheit Umgang mit Krankheiten in der Mediation 

Die Krankheit wird im Duden einmal als körperliche, geistige oder psychische Störung angesehen, die an bestimmten Symptomen erkennbar ist und zum Anderen als die Zeit des Krankseins1 . Wikipedia defniniert Krankheit als den Zustand verminderter Leistungsfähigkeit, der auf Funktionsstörungen von einem oder mehreren Organen, der Psyche oder des gesamten Organismus beruht und zurückgeht2 .




Der gestörte Mensch

Definitionen

Die Krankheit lässt sich besser über das vermeintliche Gegenteil, die Gesundheit definieren. Die WHO geht von folgender Definition aus3 :

Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.


Es wird deutlich, dass die Krankheit nicht das Gegenteil von Gesundheit ist und dass subjektive Komponenten eine Rolle spielen können. Der Psychiater Wolfgang Schneider von der Universität Rostock wies bei den Warnemünder Psychotherapietagen darauf hin, dass nicht alle Menschen mit Problemen zu Patienten gemacht werden sollten4 . Menschen haben Selbstheilungskräfte. Wenn sie krank geredet werden, so befürchtet der Psychiater, könnten die Selbstheilungskräfte außer Kraft gesetzt werden. Nicht nur in der Medizin auch in der Psychiatrie ist mit dem Begriff Vorsicht geboten.

Herausforderung in der Mediation

In der Mediation kann die Krankheit eine besondere Herausforderung sein, erst recht, wenn der Mediator weder Arzt noch Psychiater ist. Um die Herausforderung zu erkennen, ist eine Klärung der Berührungspunkte erforderlich, bei denen die Krankheit in der Mediation eine Rolle spielen. Demnach sind zu unterscheiden:

  1. Die Partei ist krankheitsbedingt geschwächt oder gestört
  2. Die Krankheit bleibt unerkannt
  3. die Mediation erweist sich als kontraproduktiv zur Therapie oder der Krankheitsbehandlung

Krankheit erkennen

Wenn die Partei einen geschwächten oder gestörten Eindruck macht, kann das viele Ursachen haben. Die Belastung durch den Konflikt ist eine naheliegende Annahme. Der Grundkörper auch in Alltagsbelastungen, beruflichem Stress oder einer allgemeinen Ermüdung liegen. Es ist nicht die Aufgabe des Mediators, Krankheiten zu diagnostizieren. Wohl es seine Aufgabe, die Verhandlungsfähigkeit der Partei im Blick zu haben und ihr ein Unterstützung anzubieten, damit die Partei auf gleicher Augenhöhe verhandeln und selbstbewusste Entscheidungen treffen kann.

Wenn die Schwächen nur vorübergehend ist, kann der Mediator durch eine Vertagung gegebenenfalls Abhilfe schaffen. Beruht die Schwäche oder Störung auf dem Konfliktverhalten, wird sie zumindest teilweise in der Mediation thematisiert werden.

Relativ einfach sind die Fälle, wo die Parteien von sich aus auf die Krankheit hinweisen und die bereits erfolgende Therapie erwähnen. Viel schwieriger sind die Fälle, wo sich Krankheitsmuster finden, die selbst der Fachmann ohne eine nähere Untersuchung kaum zu diagnostizieren vermag.

Wenn Sie die verschiedenen Klassifikationen von Krankheiten einsehen möchten, bietet sich das ICD-10-GM an5 . Es weist die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme nach. Der Mediator mag einen Blick darauf werfen, um zu erkennen, ob eine Krankheit wahrscheinlich ist oder nicht.

In der Mediation steht immer die mentale Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Dazu zählt die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren und zu offenbaren. Der Mediator wird zurückmelden, ob und gegebenenfalls welche Symptome er wahrnimmt. Er mag mit der Partei -gegebenenfalls in einem Einzelgespräch - klären, ob und inwieweit daraus eine Beeinträchtigung der Verhandlungsfähigkeit resultieren kann. Je nach dem Eindruck dieses Gesprächs kann er zusammen mit der Partei überlegen, ob und inwieweit eine Abhilfe möglich und erforderlich ist um die Mediation zu gewährleisten. Nach §2 Abs. 6 Mediationsgesetz ist er verpflichtet darauf hinzuweisen, dass die Partei gegebenenfalls einen Experten zurate zieht.

Krankheit berücksichtigen

Zunächst ist es die Entscheidung der Partei zu entscheiden, ob sie sich der Lage fühlte Mediation zu folgen oder nicht. Ersten äußere Zweifel bestehen, dass sie der Mediation folgen kann, ist ein Einschreiten des Mediators geboten. Befindet sich die Partei bereits in einer Behandlung, ist darauf zu achten dass die Mediation keine kontraproduktiven Wirkungen erzeugt. Gegebenenfalls sollte sich der Mediator zunächst mit der Partei und gegebenenfalls mit dem Therapeuten abstimmen.

Bedeutung für die Mediation

Die Mediation ist keine Therapie, auch wenn sie manchmal einen auf den Konflikt bezogenen Heilungserfolg bewirkt. In keinem Fall sollte sie einen Beitrag dazu leisten, dass der Heilungserfolg infrage gestellt wird.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-11-08 05:10 / Version 9.
Aliase: Gesundheit, Krankheiten
Siehe auch: Lexikon, Herausforderung
Literaturhinweise:
Bearbeitungshinweis: Textvollendung und Programmvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Krankheit in der Mediation" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Krankheit
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Seite zuletzt geändert: am Donnerstag November 8, 2018 05:10:33 CET von Administrator.