Lade...
 
Wiki to Yes, das Metaportal

Kinder

Die Teilnahme von Kindern wird öfter in Familienmediation angesprochen. aber auch außerhalb der Familienmediation können Kinder in der Mediation auftreten. wenn Kinder beteiligt sind, ist deren Rolle unbedingt zu klären. Kinder können in folgenden Rollen auftreten:

  • Kinder als Streitparteien
  • Kinder als Konfliktparteien
  • Kinder als Zeugen

Lediglich in der Rolle als Zeugen sind Kinder sogenannte Dritte i.S.d. Mediationsgesetzes.

Kinder als Streitparteien

Kinder können Parteien eines Streites sein. Zu denken ist an die Fälle einer Schulmediation, wo es um den Streit zwischen Schülern geht oder um den Streit zwischen Schülern und dem Lehrer. Auch Streitigkeiten zwischen Kindern und den Eltern sind einer Mediation zugänglich.

Wenn Kinder als Streitpartei auftreten, können Sie - wenn sie das 7. Lebensjahr vollendet haben - nur mit Genehmigung der Eltern einen Mediationsvertrag abschließen. Treten die Kinder als Streitpartei in einem Konflikt auf, in den auch die Eltern involviert sind, muss streng genommen sogar einen Ersatzpfleger bestellt werden der die Genehmigung erklärt.

Die Genehmigungspflicht betrifft nur Verträge, durch die sie nicht lediglich einen rechtlichen Vorteil erlangen. Die Honorarpflicht wäre ein Nachteil, sodass eine Genehmigung für den Abschluss eines Mediationsvertrages erforderlich ist. Nehmen Kinder an einer Donatormediation teil, bei der der Mediationsvertrag zwischen anderen Parteien geschlossen wird, könnte die Teilnahme an der Mediation dann nicht nur einen rechtlichen Vorteil einbringen, wenn sie auch eine Verpflichtung zur Verschwiegenheit enthält.

Kinder als Konfliktparteien

Anders als die Streitparteien sind die Konfliktparteien zwar Teil des Konfliktes. In der Sache sind sie aber weder aktiv- noch passivlegitimiert. Dass die Kinder Konfliktparteien sein können, ergibt sich aus dem Umstand, dass die Kindesinteressen bei einem Streit um die elterliche Sorge oder das Umgangsrecht betroffen sind. Die Kinder sind dann als Konfliktparteien anzusehen, obwohl der Streit eine Auseinandersetzung der Eltern ist, die auch als Streitparteien vor Gericht auftreten würden. Der Mediator hat den Grad der Involviertheit der Kinder zu berücksichtigen1 .

Auch wenn die Kinder als Konfliktparteien eingestuft werden, heißt das noch lange nicht, dass sie sich an einem Streitgespräch der Eltern zu beteiligen haben. Oft wird die Konfliktanalyse ergeben, dass der Streit um die elterliche Sorge oder das Umgangsrecht aus einem Konflikt auf der Paarebene resultiert. in dem Fall ist es fraglich ob die Kinder überhaupt Konfliktparteien sind.

Merke:2

Der Mediator muss genau prüfen ob und inwieweit die Kinder in den Konflikt der Eltern einbezogen sind oder nicht. Er sollte hierüber ein Einvernehmen mit den Eltern herstellen.

Anwesenheit von Kindern

Ob und inwieweit Kinder aktiv an der Mediation zu beteiligen sind ist eine Frage des Einzelfalls und des Alters der Kinder. Die persönliche Anwesenheit ist nicht zwingend. Sie wäre ohnehin vom Einverständnis der Eltern abhängig. Es gibt eine Fülle von Interventionsformen mit denen die Kinderinteressen eingebracht werden können, ohne dass sie selbst persönlich in der Rolle als Partei in der Mediation auftreten. Mitunter genügt es schon eine Spalte auf dem Flipchart für Kindesinteressen anzulegen auf die sich die Eltern verständigen. Visuell eindrucksvoll ist die Technik des leeren Stuhls.Wenn das Votum der Kinder eine Rolle spielt, könnte dies theoretisch auch in einem Einzelgespräch hinterfragt werden.

Kinder als Zeugen

In Familiensachen möchten manche Eltern gerne die Kinder als Beweis für das schädliche Verhalten des anderen Elternteils zitieren. Die Kinder sollen bezeugen, warum die elterliche Sorge oder der Umgang so oder so zu regeln ist. Zeugen stehen für Beweisfragen zur Verfügung. Der Mediator muss sich fragen, ob die Mediation auf dem richtigen Kurs liegt, wenn es auf die Beweislage ankommt, obwohl Interessen im Vordergrund stehen. Er wird die Parteien darauf hinweisen, dass es bei der Mediation um die Suche nach einer Lösung geht, nicht um die Durchsetzung der angenommenen Rechtsposition. Der Mediator sollte diese zur Phase eins passende Frage unbedingt klären, bevor die Entscheidung über die Einvernahme von Kindern als Zeugen gefällt wird. In der Regel wird die Zeugeneinvernahme sich dann erübrigen.

Wenn das Votum der Kinder eine entscheidende Rolle spielt, sollte der Mediator seine Rolle herausstellen. mag die Parteien daran erinnern, dass er kein Entscheider ist und keine Beweiswürdigung vornimmt. Das wäre die Aufgabe der Parteien.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Alias: Jugendliche, Minderjährige
Literaturhinweise:
Prüfvermerk: -

1 Er ermittelt die Involviertheit anhand einer Konfliktanalyse vermittels einer Konfliktlandkarte

An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen und Administrator .
Seite zuletzt geändert: am Mittwoch August 1, 2018 14:06:48 CEST von Arthur Trossen.