Lade...
 
Wiki to Yes, das Metaportal
Seiten-ID: 125 Buch Nr 3: Definition und Einteilung der Mediation 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 4-Inhalt »  (03) Mediation (Systematik)
Home Bibel

3. Buch: Mediationen  

Der Blick konzentriert sich jetzt auf ein besonderes Verfahren, bei dem es um die Vermittlung geht. Auch bei der Mediation finden wir unterschiedliche Verfahrensgestaltungen, die in eine Ordnung zu bringen sind, damit sie besser zugeordnet und identifiziert werden können.

(Mediations-)Systematik

Was genau ist gemeint, wenn von der Mediation die Rede ist?

Die Mediation hat viele Gesichter hinter denen sie ihre Kompetenz verbergen kann. Die Vielfalt ist ihr Fluch und Segen zugleich. Sie führt in eine Komplexität hinein, die einerseits eine umfassende Konfliktbearbeitung ermöglicht. Andererseits trägt sie nicht nur beim Laien zur Verwirrung bei. Trotz ihrer hohen Bekanntheit gibt es fehlerhafte Vorstellungen von dem, was die Mediation ist und was sie zu leisten vermag. Eine erste, auch für Laien gedachte Übersicht, finden Sie in dem Beitrag Mediation. Die zitierten Darstellungsversuche sollen die Einführung der Mediation nicht nur erleichtern, sondern auch nachweisen, wie schwierig es ist, die Mediation in einem Elevator Pitch so zu beschreiben, dass sie nicht mit beliebigen Konfliktbeilegungsverfahren verwechselt wird.

Was ist Mediation? Videos

Definitionsversuche

Die Mediation wurde in Deutschland im Jahre 2012 durch das Mediationsforderungsgesetz und in dessen Artikel eins durch das Mediationsgesetz geregelt. Die Einführung eines Gesetzes über die Mediation wurde als ein Meilenstein beschrieben, der mit der Einführung des BGB vergleichbar sei. Unabhängig von der Bedeutung des Gesetzes, enthält es eine Legaldefinition in §1 Mediationsgesetz. Die Vorschrift besagt:

(1) Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.
(2) Ein Mediator-Beruf ist eine unabhängige und neutrale Person ohne Entscheidungsbefugnis, die die Parteien durch die Mediation führt.

Als Vorlage sollte die Definition der RICHTLINIE-2008-52-EG-21-5-2008 dienen. Sie finden das Zitat der Richtlinie und weitere Definitionsversuche in der Zusammenstellung der Definitionen.

Zusammenstellung von Definitionen der Mediation 

Die gesetzliche Definition ist ungenau. Sie verdeckt wichtige Eigenschaftsmerkmale und verwechselt Eigenschaften mit Bedingungen. Konsequenzen sind die kaum mögliche Abgrenzung zur Schlichtung sowie die Ablehnung einer Mediation wegen eines fehlenden Tatbestandsmerkmals, obwohl alle Eigenschaften erfüllt sind. Eine präzise Auseinandersetzung mit den Merkmalen der Legaldefinition finden Sie im Online-Kommentar zum Mediationsgesetz.

Online-Kommentar zum Mediationsgesetz 

Das Verfahrensziel

Schon bei der Zielsetzung unterscheidet sich die Mediation von anderen Verfahren. Ihr Ziel ist es nicht, eine Entscheidung über einen streitigen Sachverhalt oder streitige Rechtsfragen herbeizuführen. Ihr Ziel ist es auch nicht, die Parteien durch Bewertungshilfen zu einer Einigung zu bringen. Bei der Mediation geht es darum, die Parteien darin zu unterstützen, selbst eine Lösung zu finden, für die sowohl die zu klärenden Fragen wie auch die Lösungskriterien mit den Parteien zusammen erarbeitet werden. Das Ziel ist es also, eine Lösung zu FINDEN!!!

 Merke:

3887 - Das Ziel der Mediation ist, eine Lösung zu FINDEN. Mithin steht die SUCHE im Vordergrund, bei der die Parteien die zum Finden führenden Themen und die an der Bedeutung der unterschiedlichen Sichten und der Nützlichkeit zu orientierenden Lösungskriterien selbst erarbeiten.

Der Verfahrenscharakter

Die Gegenüberstellung in der Verfahrenssystematik hat ergeben, dass die Mediation ein Verfahren der Streitvermittlung ist. Sie muss sich von der Schlichtung und gegebenenfalls auch von der Konfliktmoderation abgrenzen. Die Verfahrenskriterien helfen bei der Unterscheidung der Verfahren. Sie ergeben den Inbegriff des jeweiligen Verfahrens und helfen, das Wesen der Mediation zu bestimmen.

Das sich aus dem Verfahrenscharakter ergebende, augenfälligste Merkmal der Mediation ist ihre Andersartigkeit. Wer nicht erkennt, dass und warum die Mediation anders ist, verkennt die Mediation. Die nebenstehende Grafik soll den Unterschied auf einen Blick verdeutlichen. Sehen Sie den Mediator? Klicken Sie auf das Bild, um die Antwort zu finden.

Das Wesen der Mediation

Die Identifikation des Wesens der Mediation ist ein wesentlicher Baustein zur korrekten Durchführung der Mediation. Sie erlaubt nicht nur die Unterscheidung zwischen Eigenschaften und Prinzipien, sie fordert die Unterscheidung auch ein. Sie ist nicht nur zum Verständnis der Mediation unerlässlich, sie bewirkt auch eine strukturelle Eindeutigkeit.

Der logische Bruch in der Mediationsdefinition!
§ 1 Mediationsgesetz definiert die Mediation beispielsweise als ein vertrauliches Verfahren. Angenommen, der Mediator und die Medianden erlauben die Anwesenheit des Fernsehens und damit die öffentliche Übertragung ihrer Mediation. Diese Mediation wäre definitionsgemäß also nicht vertraulich. § 1 Mediationsgesetz wäre nicht anwendbar, wenn man auf den Wortlaut abstellt. Greger1 unterscheidet deshalb für § 1 Mediationsgesetz zwischen essentiellen und typischen Tatbestandsmerkmalen. Die Differenzierung ist notwendig, methodisch jedoch nicht nachvollziehbar.
Der korrelative Zusammenhang der Tatbestandsmerkmale
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Tatbestandsmerkmale in einem korrelativen Zusammenhang stehen. Die Definition setzt sich aus Eigenschaftsmerkmalen und Prinzipien zusammen, woraus sich eine kausale Verknüpfung ergibt, die zu Interdependenzen führt. Ohne die Qualität der Tatbestandsmerkmale zu unterscheiden, benennt die gesetzliche Definition in § 1 Abs. 1 und 2 sowohl Prinzipien wie auch Eigenschaften als Identifikationsmerkmale2 . Die Mediation erfordert ein offenes Gespräch. Nur in diesem Rahmen lassen sich Interessen aufdecken. Die Vertraulichkeit ist eine Bedingung, die das offene Gespräch ermöglichen soll. Sie wird als eines der Mediationsprinzipien beschrieben. Die Vertraulichkeit wird als eine Bedingung für ein offenes Gespräch gewürdigt. Man geht davon aus, dass ein solches nur im vertraulichen Rahmen möglich ist. Eine öffentlich übertragene Mediation wäre demnach also in den Fällen durchaus eine Mediation, wo die Vertraulichkeit keine kausale Voraussetzung für ein offenes Gespräch darstellt. Das heisst, wenn die Medianden trotz der Fernsehübertragung in der Lage sind, alle Interessen, Bedürfnisse und gegebenenfalls Lösungsansätze offen anzusprechen.
Prinzipien und Eigenschaften als Tatbestandsmerkmale

Die rechtliche Korrelation der Tatbestandsmerkmale lässt sich methodisch konsequent aufdecken, wenn statt zwischen essentiellen und typischen Merkmalen zwischen Eigenschaften und Prinzipien unterschieden wird.

 Merke:

Prinzipien haben keinen Selbstzweck. Sie sind gedacht, um die Eigenschaften der Mediation zu verwirklichen Error: Tag not found in any previous footnote

Prinzipien sind Bedingungen zur Umsetzung der Mediation. Sie helfen, die Mediation zu verwirklichen. Mithin sind sie den Eigenschaftsmerkmalen untergeordnet. Jede andere Betrachtung würde dazu führen, dass die Ausführungsbedingungen das Wesen dessen, was sie ausführen sollen verändern könnten. Es kommt zu Zirkelschlüssen.

Zirkelschlüsse vermeiden
Die Gleichstellung von Eigenschaften und Prinzipien ruft Zirkelschlüsse hervor3 . Die Vertraulichkeit ist ein Beispiel. Die Neutralität und Unabhängigkeit ein anderes. Wird die Mediation von einem Mediator durchgeführt, der nicht neutral ist, dann kommt § 1 vom Wortlaut her nicht zum Tragen, weil das Tatbestandsmerkmal der Neutralität nicht gegeben ist. § 3 Abs. 1 Mediationsgesetz, der eine Informationspflicht über die mangelnde Neutralität darstellt, käme erst gar nicht zum Tragen. Ähnlich mag man über das Merkmal der fehlenden Entscheidungsbefugnis denken. Der Gesetzgeber unterwirft die Notarmediation der hoheitlichen Tätigkeit des Notars. Ihm obliegen spätestens bei der Beurkundung des gefundenen Ergebnisses Entscheidungsbefugnisse. Definitionsgemäß dürfte er die Mediation also gar nicht ausführen.
Rechtsquellen korrekt ausrichten

Die Rechtsquellen stehen in einem hierarchischen Verhältnis. Das Mediationsgesetz ist der Verfassung untergeordnet.
Der Gesetzgeber will die Mediation stärken. Was aber ist es das er stärken will? Wie gelingt es ihm, ein flexibles, der Parteiautonomie zu unterwerfendes Vorgehen zu regeln, ohne die Eigenschaften der Mediation dabei in Frage zu stellen? Um diese Frage zu beantworten, muss er wissen, was die Eigenschaften der Mediation sind. Das Gesetz legt dies nicht fest, obwohl spätestens bei Auslegungen genau diese Frage eine zentrale Rolle spielt.

Herleitung der Eigenschaftsmerkmale aus den Prinzipien
Siehe unten: Versuch einer Manifestation
Faustformel

Auf eine Fautformel gebracht erschließt sich die Mediation über die folgende Abgrenzung:

 Merke:

3272 - Was nicht dem Wesen der Mediation entspricht, ist keine Mediation!


Die um die Prinzipien bereinigte Definition erlaubt es, den Prozess auch in einem psychologischen Verständnis zu begreifen und von irreführenden Formalien zu befreien. In diesem Verständnis bietet sich folgende Definition der Mediation an:

 Merke:

3273 - Die Mediation beschreibt eine Verfahrensweise, mit der die Parteien durch eine Verstehensvermittlung über alle relevanten Informationen verfügen, die es ihnen ermöglichen, eine am allseitigen Nutzen orientierte Lösung zu finden. Die Lösung lässt sich auf die gesamte Komplexität der zu klärenden Fragen ein und vergleicht die gefundene Lösung mit dem möglichen Ergebnis anderer Verfahren.

Die notwendige Klassifizierung

Mediation ist nicht gleich Mediation! 

Die Behauptung, dass Mediation ist nicht gleich Mediation sei, ist der Hinweis auf ihre Vielfalt. Um zu erkennen, was (noch) eine Mediation ist und wie sie sich von anderen Mediationen unterscheidet, ist eine Klassifizierung angebracht. Die nebenstehende Skizze soll das Phänomen veranschaulichen und die Zuordnung der Mediation zur Verfahrenslandschaft dokumentieren. Die Klassifizierung erlaubt eine systematische Erfassung der Mediationen, die sich in der Verfahrenssystematik wiederfinden lässt. Die Mediationssytematik legt die Unterscheidung zwischen Mediationskonzepten, Mediationsradien, Mediationsmodellen, Mediationsformen, Mediationsfeldern und Mediationsstilen nahe.

Mediationskonzept

Aus dem zugrundeliegenden Konzept der Mediation lassen sich die grundlegenden Ausprägungen ableiten. Das Konzept ergibt sich aus der wissenschaftlichen Herleitung. Sie beschreibt (im Idealfall) die notwendigen Elemente der Mediation und deren funktionales Zusammespiel. Sie nimmt Einfluss auf die Methodik, die Konsistenz des Vorgehens, seine Steuerungsfähigkeit und den Anwendungsradius. Abhängig von der konzeptuellen Grundlage fühlt sich die Mediation nicht nur anders an, sie erlaubt auch eine unterschiedliche Herangehensweise. Ein umfassendes Konzept ergibt sich aus der kognitiven Mediationstheorie, die in der Mediation ein kognitionsbasiertes Verfahren sieht. Den Gegensatz - oder genauer gesagt: die Untermenge - bildet die Herleitung aus dem Harvard-Konzept. Die Fragen zur wissenschaftlichen Herleitung werden in der Abteilung Akademie behandelt, wo die zugrunde liegenden, wissenschaftlichen Theorien im Einzelnen vorgestellt und diskutiert werden.

Theorien, Theoriefragmente und die Mediationstheorie 

Fundstellen mit der Kategorie Theorie sind:

Mediationsradius

Das Mediationsverfahren geht im Mediationsradius auf. Der Mediationsradius verdeutlicht die Anwendungsbreite der Mediation. Für die Mediation stellen sich grundlegend unterschiedliche Anwendungsbedingungen her. Abweichende Konnotationen des Begriffs Mediation und ein zu differenzierendes Verfahrensverständnis bewegen sich in einem Umfang, der mit dem Mediationsradius umschrieben werden kann. Gemeint ist der Radius, in dem die Mediation (als Verfahren, Methode oder Kompetenz) zur Anwendung kommt. Zu unterscheiden sind: die formelle Mediation, die materielle Mediation und sonstige Implementierungen, die unter dem Begriff der materiellen Mediation zu erfassen sind 4 . Um den Begriff im Englischen synonym zu verstehen, ist auch von der subtsantiellen Mediation die Rede. Der Radius erweitert sich, wenn das Verfahren nach der Containertheorie als der mögliche Rahmen gesehen wird, in dem die Mediation methodisch angewendet wird.


Mediation als Container (Verfahren)

andere Container (Verfahren)

formelle Mediation iSd Gesetzes

Formelle Mediation (auch reine Mediation genannt) ist das isoliert durchgeführte Verfahren im juristischen Verständnis, worauf das Mediationsgesetz anwendbar ist.

formelle Mediation i.ü.

Die formelle Mediation im Übrigen ist auch ein Fall der reinen Mediation. Sie beschreibt das isoliert durchgeführte Verfahren im juristischen Verständnis, auf das das Mediationsgesetz allerdings NICHT anzuwenden ist (zB Schulmediation, nicht professionelle Mediation). In diese Kategorie fällt das Güterichterverfahren, wenn es methodenrein geführt wird.

materielle Mediation

Materielle Mediation (auch materielle Mediation genannt, ist die methodisch verwirklichte, aber nicht isoliert durchgeführte Mediation (Beispiel: Güterichterverfahren, verfahrensintegrierte Mediation). Sie ist von der bloßen Anwendung von Techniken der Mediation zu unterscheiden. Die materielle Mediation basiert auf dem Konzept der kognitiven Mediation. Sie erweitert den Mediationsradius, indem die Mediation methodisch in unterschiedlichen Containern realisiert wird.

In der Praxis wird häufig der Begriff Mediationsverfahren verwendet. Es ist ein Pleonasmus, der darauf hindeutet, dass die Mediation mehrere Erscheinungsformen kennt als nur die eines formalisierten Verfahrens. Sowohl die Tätigkeit des Mediators wie die Bedeutung des Verfahrens lassen sich besser erfassen, wenn vom Mediieren gesprochen wird. Die unterschiedlichen Konnotationen des Verfahrensbegriffs werden in dem Beitrag über die Mediation als Prozess herausgestellt.

Mediation als Prozess 

Fundstellen mit der Kategorie Mediieren sind:

Mediationsmodelle

Im gesamten Mediationsradius gibt es verschiedene Arten, wie sich die Mediation verwirklichen lässt. Die unterschiedlichen Mediationsweisen werden als Modelle unterschieden. Der Begriff Mediationsmodelle wurde im Interesse einer terminologischen Klarheit eingeführt.

Oft werden die Fachmediationen als Arten der Mediation bezeichnet. Der Begriff "Mediationsart" ist also in einer gewissen Weise verbraucht, ohne dass die unterschiedlichen Herangehensweisen in der Mediation dadurch erkennbar werden. Zur besseren Abgrenzung und terminologischen Eindeutigkeit wird hier der Begriff Mediationsmodelle synonym verwendet. Mediationsmodelle erlauben es, die Mediation losgelöst von den Fachmediationen (Anwendungsfeldern) zu kategorisieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass in allen Fächern konstante Herangehensweisen möglich sind, die sich in Modellen (Arten und Weisen der Mediation) wiederfinden lassen.

Die Festschreibung der unterschiedlichen Herangehensweisen in der Mediation ist ein professionelles Anliegen, über das der Mediator die Bearbeitungstiefe mit den Parteien abstimmt. Es gibt verschiedene Bemühungen, hierfür verlässliche Kriterien festzulegen und Kategorien herauszubilden. Überzeugend und international anerkannt sind die Kategorien, die sich an dem Kontinuum der Streitbeilegung orientieren, wo sich Arbeitsschwerpunkte nach der Sach-, der Emotion-, der Position- und der Interessenebenen ergeben, die in einer zeitlichen Mehrdimensionalität verlaufen.

In der hier verwendeten Systematik werden folgende Mediationsmodelle unterschieden: sondierende Mediation, evaluative Mediation, facilitative Mediation, transformative Mediation und integrierte Mediation

Mediationsmodelle Bearbeitungstiefe

Mediationsformen

Die Erscheinungsformen bestätigen die Vielfalt der Mediation. Die sogenannten Mediationsformen beschreiben in erster Linie die äußeren Erscheinungsformen der Mediation. Die Begrifflichkeit sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei fast allen nachfolgend genannten Mediationsformen um eine so genannte reine Mediation handelt.

Mediationsformen Verzeichnis aller Mediationsformate 

Fundstellen mit der Kategorie Format sind:

Mediationsfelder

Die Mediationsfelder ergeben Fachmediationen. Mit den Fachmediationen soll eine Spezialisierung angedeutet werden. Wenn man nicht aufpasst, verbirgt sich dahinter keine Wissenserweiterung, sondern eine Reduktion. Trotzdem bürgern sich diese Begriffe ein und müssen deshalb auf Wiki-to-Yes auch so präsentiert werden. Um eine systematisch konsistentere Abgrenzung zu ermöglichen, erfolgt parallel dazu eine Unterteilung in Felder.

Verzeichnis aller Fachmediationen und Mediationsfelder 

Die Mediationsfelder beschreiben die Anwendungsbereiche für Mediation. Sie sind mit den Fachmediationenoder den vermeintlichen Mediationsarten identisch. Mit dem Begriff der Felder wird angedeutet, dass die Mediationen in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen durchaus identisch sind.

Fundstellen mit der Kategorie Fachmediation sind:

Mediationsstile

Jede Mediation unterliegt auch den persönlichen Fähigkeiten und Merkmalen des Mediators. Um sie von den objektiven Kriterien zu trennen, bildet der Mediationsstil das letzte Unterscheidungsmerkmal aus. Es beschreibt den Einfluss des persönlichen Stils.

Für Laien und manchmal auch für den Profi ist die Abgrenzung des Stils von der Methodik oder gar dem Mediationsverständnis nicht immer eindeutig. Es gibt eine Wechselwirkung über die sich jeder Mediator bewusst sein sollte. Sieht er sich als jemand, der die Parteien durch das Verfahren führt (so wie es das Gesetz definiert)5 wird er sich anders verhalten als jemand, der mit den Parteien zusammen das Verfahren durchführt (so wie es die EU-Direktive definiert)6 . Einige mögliche Stiele werden in dem Beitrag Mediationsstile zusammengestellt.

Mediationsstile

Fundstellen mit der Kategrorie Mediationsstil sind:

Übersicht

Eine Übersicht über die korrekte Verortung der Mediationen innerhalb der Verfahrenssystematik finden Sie in dem Archivbeitrag über die systematische Zusammenstellung aller Verfahren. Eine Zusammenstellung aller bekannten Mediationen ergibt das Mediationenverzeichnis.

Systematische Verfahrenszusammenstellung Mediationenverzeichnis 

Bausteine der Mediation

Die Mediation ist ein komplexes Gebilde. Sie lässt sich nicht monokausal erklären. Deshalb ist es wichtig zu wissen aus welchen Komponenten sich die Mediation zusammensetzt.

Ein professionelles Verständnis der Mediation stellt sich erst her, wenn ihre Kybernetik verstanden wird7 . Die Kybernetik beschreibt das Zusammenspiel der Elemente und wie sie aufeinander Einfluss nehmen. Für die Mediation wird das Zusammenspiel der Kräfte aus dem Kognitionsprozess hergeleitet. In jedem Fall sollte der Mediator die Elemente kennen, die miteinander interagieren.

1.Ordnung

Wesen

  1. Mediation ist anders!
  2. Das Wesen ergibt die Eigenschaften
  3. Die Mediation ist ein Kognitionsprozess, der es den Parteien ermöglicht, selbst die Lösung zu finden.
  4. Es geht um die Suche, bei der die Nutzenerwartung im Vordergrund steht.
  5. Alle Aspekte der Komplexität werden in die Lösungsfindung einbezogen.
  6. Ihre Grundlage ist keine Lösungs-, sondern eine Verstehensvermittlung.
  7. Die Mediation ist ein Meta-Prozess. Der Mediator personifiziert die Metaebene.
  8. Systemisch betrachtet steht der Mediator außerhalb des Streitsystems

2.Ordnung

Haltung

  1. Die Haltung beschreibt die sich aus den Anforderungen der Mediation ergebende geistige Einstellung
  2. Der Mediator muß zur Mediation passende Haltungsmerkmale vorweisen.
  3. Die Verstehensvermittlung erfordert eine stabile Metaebene, die der Mediator repräsentieren muss.
  4. Die Metaebene ist neutral und wertfrei.
  5. Die Autonomie der Parteien erwartet Verantwortlichkeit.
  6. Weitere Beiträge ...

    Beiträge, die der Kategorie Haltung zugewiesen sind:

Struktur

  1. Die Struktur ergibt sich aus der Systemik
  2. Der Ablauf ergibt sich aus der Phasenlogik.
  3. Die Phasen geben dem Mediator und den Parteien den Auftrag, was zu tun ist.
  4. Die Mediation strukturiert nicht nur das Verfahren, sondern auch das Denken.
  5. Im Konfliktgeschehen bildet die Mediation eine strategische Exklave.
  6. Weitere Beiträge ...

    Beiträge, die der Kategorie Struktur und Ablauf zugewiesen sind:

Prinzipien

  1. Die Prinzipien sind die Bedingung für eine korrekte Mediation.
  2. Die wichtigsten parteiseitigen Prinzipien sind: Freiwilligkeit, Eigenverantwortlichkeit, Offenheit, Informiertheit, Vertraulichkeit
  3. Die wichtigsten mediatorseitigen Prinzipien sind: Neutralität, Indetermination.
  4. Die Prinzipien sind von den Eigenschaften zu unterscheiden.
  5. Weitere Beiträge ...

    Beiträge, die der Kategorie Grundsätze zugewiesen sind:

3.Ordnung

Methodik

  1. Die Methodik ist vom Verfahren zu unterscheiden
  2. Das Verfahren ist der Container in dem die Methodik zur Anwendung kommt
  3. Die Methodik beschreibt die Ausrichtung der Techniken
  4. Die Mediation verwendet mehrere Methoden, mit denen sich die Etappenziele verwirklichen
  5. Methodenverzeichnis
  6. Weitere Beiträge ...

    Beiträge, die der Kategorie Methodik zugewiesen sind:

Techniken

  1. Die Techniken sind die Werkzeuge des Mediators
  2. Sie sind Tools zur Verwirklichung der Methodik.
  3. Verzeichnis der Techniken
  4. Ratgeber und Verzeichnis der Interventionen
  5. Regeln der Kunst und Fehlerverzeichnis
  6. Weitere Beiträge ...

    Beiträge, die der Kategorie Techniken und Arbeitsmittel zugewiesen sind:

4.Ordnung

Überschneidungen

Die Mediation ist ein vielseitiges Verfahren, das viele Elemente anderer Dienstleistungen einbezieht. Möglicherweise ist das der Grund, warum die Mediation bei Wikipedia sogar unter den Beratungen aufgelistet wird8 . Die Mediation enthält beratende Elemente, ist aber viel zu weit von der Beratung entfernt, um sie als Beratung zu bezeichnen. Eine ähnliche Nähe gibt es zum Coaching. Elemente des Coachings kommen durchaus in der Mediation vor, wenn es z.B. darum geht, eine Partei zur Verhandlung auf gleicher Augenhöhe vorzubereiten. Die transformative Mediation ist insgesamt nah an der Therapie. Die lösungsorientierte Kurztherapie gleicht im Aufbau der Mediation, ganz abgesehen davon, dass viele Techniken der Mediation aus der Therapie stammen. Wegen der in verschiedenen Verfahren gleich oder ähnlich vorkommenden Methoden, kann es schnell zu Verwechselungen kommen. Eine genaue Abgrenzung der Mediation mit anderen Verfahren trägt zur eindeutigen Bestimmung, was Mediation ist, bei.

Abgrenzungen zu verwandten Verfahren

Bedeutung für die Mediation

Es ist wichtig, dass sowohl der Mediator, wie die Parteien, als auch die Politik sich über die Komplexität der Mediation bewusst sind. Mit ihr einher geht die Mediationskompetenz auch die Fälle ihrer gesamten Komplexität bearbeiten zu können.

 Merke:

3274 - Nur wenn die Komplexität (des Falles) gesehen und verstanden wird, lässt sich der Konflikt vollständig beilegen. Nur wenn die Komplexität (der Mediation) gesehen und verstanden wird, lässt sie sich vollständig einbringen!

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-06-03 23:23 / Version 240.
Alias: Mediationssystematik, Mediationsradius, Mediationskonzept, Mediationen, Mediationssystematik, Klassifizierungen, Klassifizierung
Siehe auch: Systematik, Studienanleitung
Literaturempfehlung: Trossen (un-geregelt)
Geprüft: Arthur Trossen

© Wiki to Yes: Trossen, Arthur "Mediationen" (2017) unter Wiki-to-Yes.org/Mediation-Systematik
Erstellt von Administrator. Letzte Änderung: Montag Juni 3, 2019 23:23:08 CEST by Arthur Trossen.