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Seiten-ID: 1669 Wenn es im Getriebe klemmt 4-Inhalt »  Beruf 3-Abteilung »  Praxis

Ablaufstörungen

Nicht nur bei dem Zustandekommen des Mediationsvertrages, sondern auch bei der Abwicklung einer Mediation kann es zu Störungen kommen. Oft ist die Störung Ausdruck des Konfliktes und als solches durchaus in der Mediation willkommen.




... sonst breche ich ab
Wenn die Mediation zum Druckmittel wird

Fehlerquellen

Wenn es in der Mediation klemmt, kommen grundsätzlich zwei Fehlerquellen in Betracht. Die eine betrifft Verfahrensfehler, die andere betrifft den Konflikt. Der Mediator sollte sich also zu allerst fragen, ob er die Mediation korrekt durchgeführt hat. Die Benchmarks helfen ihm dabei. Wenn er zu dem Ergebnis kommt, dass alle erforderlcihen Schritte korrekt durchgeführt wurden, interessiert er sich für den Konflikt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Störung ein Ausdruck des Konfliktes ist. Sowohl der Mediator wie die Parteien sollten dankbar sein, dass sich der Konflikt zeigt und die Anzeichen nutzen, um den Konflikt zu verstehen.

Phänomene

Der Mediator sollte merken, wenn etwas nicht rund läuft. Ratschläge, was im Einzelfall zu tun ist, ergeben sich aus der Interventionendatenbank. Hier sollen nur einige markante Phänomene dargestellt werden.

Abbruchsandrohung

Für den versierten Mediator ist es nicht ungewöhnlich, wenn die Parteien mit dem Abbruch der Mediation drohen. Nicht immer ist die Drohung ernst gemeint. Sie sollte aber immer ernst genommen werden. Wenn es zu einer deratigen Ankündigung kommt, sollte der Mediator genau verstehen was damit gemeint ist. Auch sollte er sich vergewissern, ob die Partei verstanden hat, wozu die Mediation durchgeführt wird. Sie sollte nicht als eine Gnade verstanden werden, die die eine Partei der anderen zukommen lässt, weil sie sich ja eigentlich stärker und im Recht fühlt.

Rückfall

Es läuft alles wie am Schnürchen. Die Mediation entwickelt sich. Der Mediator bemerkt wie es in den Köpfen der Parteien arbeitet. Plötzlich sagt eine der Parteien wohl ein falsches Wort. Die Gegenseite reagiert ganz extrem. Es scheint, als wären die letzten Minuten und Stunden mit dem einen Wort wie weggewischt. Die Parteien fallen in einen Streitmodus zurück und machen sich Vorwürfe.

Wenn Mediationsfehler, wie zuvor beschrieben, auszuschließen sind, macht sich im Verhalten der Parteien der Konflikt bemerkbar. Im Idealfall kann der Mediator die Gelegenheit nutzen, um den Konflikt auch für die Parteien sichtbar zu machen. Dabei schaut er nicht auf die Argumente, sondern auf den Erregungsanlass.

Beispiel - Streit der Parteien: Der Mediator meldet zurück was er beobachtet hat (Verbalisierung). Nachdem die Beobachtung bestätigt wurde, fragt er (beispielsweise): "Und worüber genau haben Sie jetzt gestritten?" Bei den Antworten achtet er auf die Ich-Botschaften und die geschildete Betroffenheit. Er holt die Parteien in ein positives Denken zurück, indem er fragt: "Sie möchten aber gerne, dass Sie sich nicht mehr so aufregen müssen?" usw.


Ein Rückfall kann auch nach einer Unterbrechung der Mediation oder einer Vertagung eintreffen. Auch das ist nicht ungewöhnlich. Schließlich sind die Parteien "in der Außenwelt" wieder Einflüssen ausgesetzt, die nicht notwendigerweise zum Einlenken emutigen. Wann der Mediator gute Gelegenheiten zur Vertagung in der Mediation vorfindet und wie er mit einem Rückfall nach Vertagung umgeht, wird im Beitrag Zeitmanagement beschrieben.

Konfrontation

Obwohl sich die Parteien auf ein kooperierendes Verfahren eingelassen haben, verfallen sie immer wieder in den Konfrontationsmodus. Der Streit sitzt tief und man will sich doch nicht alles bieten lassen. Auch will man gehört werden, was die Parteien bis dato offenbar noch nicht erfahren haben. Wieder wird zunächst nach Mediationsfehlern gesucht. Methodisch naheliegend ist es, in die 1.Phase zurückzugehen. Wichtiger ist es, den Konflikt zu verstehen und die Beobachtung zum Anlass zu nehmen, den Konflikt zu hinterfragen.

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Bedeutung für die Mediation

Viele der Probleme beim Ablauf beziehgen sich auf falsche Erwartungen und falsche Vorstellungen von der Mediation. Die Mediation ist kein Krieg mit Wattebäuschen. Sie ist eine Verstehensvermittlung. Das müssen die Parteien verstehen. Das notwendige Verstehen bezieht sich auf den Fall (Problem und Konflikt) und das Verfahren. Der Mediator ist gut beraten, wenn er die Fallebene und die Verfahrensebene voneinander trennt.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.
Bearbeitungsstand: 2019-12-04 16:33 / Version 13.
Aliase: Ablaufstörungen
Diskussion: Intervision und Fragen zur Mediation
Siehe auch: Ablauf, Kündigung, Startprobleme
Prüfvermerk: -

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Ablaufstörungen" (2019) unter Wiki-to-Yes.org/Ablaufprobleme
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Mittwoch Dezember 4, 2019 16:33:18 CET von Arthur Trossen.