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Kognitive Dissonanz


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Dieser Artikel basiert auf wikipedia.Kognitive_Dissonanz aus der freien Enzyklopädie wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Die kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten –, die nicht miteinander vereinbar sind.
Derartige Zustände werden als unangenehm empfunden und erzeugen im Menschen Spannungen, die nach Überwindung drängen. Der Mensch befindet sich im Ungleichgewicht und setzt alles daran, wieder einen konsistenten Zustand, ein Gleichgewicht zu erreichen.

Definition, Hintergrund

Kognitive Dissonanz tritt unter anderem auf,

  1. wenn man eine Entscheidung getroffen hat, obwohl die Alternativen ebenfalls attraktiv waren;
  2. wenn man eine Entscheidung getroffen hat, die sich anschließend als Fehlentscheidung erweist;
  3. wenn man gewahr wird, dass eine begonnene Sache anstrengender oder unangenehmer wird als erwartet;
  4. wenn man große Anstrengungen auf sich genommen hat, nur um dann festzustellen, dass das Ergebnis den Erwartungen nicht gerecht wird;
  5. wenn man sich konträr zu seinen [[Überzeugung]]en verhält, ohne dass es dafür eine externe Rechtfertigung (Nutzen/Belohnung oder Kosten/Bestrafung) gibt.

Ist die Dissonanz stark genug, kann ihre Bekämpfung eine dauerhafte Änderung von Einstellungen und Verhalten herbeiführen. Starke Dissonanz entsteht insbesondere bei einer Gefährdung des stabilen, positiven Selbstkonzepts, wenn also jemand Informationen bekommt, die ihn als dumm, unmoralisch oder irrational dastehen lassen. In der Alltagssprache werden solche Momente als peinliche Momente bezeichnet.

Kognitive Dissonanz motiviert Personen, die entsprechenden Kognitionen miteinander vereinbar zu machen, wobei unterschiedliche Strategien benutzt werden, wie beispielsweise Verhaltensänderungen oder Einstellungsänderungen. Falls nötig, werden die eigenen Überzeugungen und Werte geändert, was über temporäre Rationalisierungen weit hinausgeht.

Ablauf

Dissonanzentstehung
Dissonanz entsteht, wenn eine Person das Gefühl hat, inkompetent oder unmoralisch gehandelt zu haben, wenn ein Verhalten negative Konsequenzen für sich selbst oder andere hervorruft oder wenn zwei oder mehr Gedanken das Verhalten oder Handlungen blockieren.
Dissonanzauflösung
Da Dissonanz als unangenehm empfunden wird, versuchen Personen, die Kognitionen in Einklang zu bringen (sie in eine „konsonante“ Beziehung zu bringen), um den negativen Gefühlszustand zu beenden (Dissonanzreduktion).
Dissonanzvorbeugung
Steht ein Ereignis bevor, das eventuell das stabile, positive Selbstbild bedroht, beispielsweise eine Prüfung, legen sich Menschen für diesen Fall oft Ausreden zurecht.

Bedeutung für die Mediation

Im Konflikt entwickeln die Parteien ein Bild voneinander, dass stets in Bezug auf die Selbstwahrnehmung steht. Der andere ist schuld, weshalb ich unschuldig bin. Ergeben sich Tatsachen, die diese Bewertung infrage stellen entsteht die Dissonanz die Partei hat jetzt die Möglichkeit der Dissonanz auf den Grund zu gehen, wobei sie riskiert, ihre Unschuld zu verlieren. Um das zu verhindern flüchten sich viele Menschen in eine Sicht, die selektiv ist und verhindert, dass sie sich ins Unrecht setzt. für viele Parteien ist es deshalb schon schwierig, die gegnerische Position anzuerkennen und zu akzeptieren, dass der Gegner eine Position vertritt, die zu ihrer im Widerspruch steht. Es ist deshalb schon eine kleine Errungenschaft für den Mediator, wenn es in Phase zwei gelingt, die gegnerischen Positionen überhaupt erst einmal als solche hinzunehmen. Dieser Schritt ist notwendig um sie aufzulösen und sich eine Auseinandersetzung zu stellen.

Die Mediation lässt es zunächst dabei bewenden, die gegnerischen Positionen zu akzeptieren. Die Parteien werden entlastet, indem sie in der Phase drei nicht mit der Dissonanz selbst konfrontiert werden sondern mit einer Sicht in der dieser oder das Problem gelöst ist. Der Mediator interessiert sich dafür wie die Welt für die Partei aussieht, wenn das Problem nicht mehr besteht. Genau dieser Schritt stellt für die Parteien eine Dissonanzreduktion dar, weil sie zum einen eine Problemlösung suggeriert und zum anderen den Blickwinkel verändert und Lösungswege aufzeigt.

Hinweise und Fußnoten

Alias: Dissonanz
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

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