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Die juristische Kommunikation


Ein Beitrag zum Facharchiv


Die Gerichtssprache ist Deutsch. Und trotzdem versteht der Laie sie nicht immer. Man macht die Anwälte für Eskalationen verantwortlich, weil die Juristensprache nicht immer so verstanden wird wie sie gemeint ist. Es hilft, die Welt der Juristen als eine eigene Welt zu verstehen, mit besonderen Regeln. Sie zu kennen macht die Kommunikation auch für den Laien etwas verständlicher:

Formale Kommunikation
Weil die juristische Kommunikation hochgradig formalisiert ist, gelingt sie auch dort wo eine Kommunikation nicht mehr möglich ist. Andererseits orientieren sich Informationen an Formalien, die oft einen Geschmack verursachen, der den Parteien aufstößt.

Beispiel: Um aus einem Vertrag herauszukommen, muss eine Frist gesetzt und Ablehnung angedroht werden. Eine Kündigungsschutzklage muss beispielsweise eingereicht werden, um eine Frist zu wahren. ...

Gewaltsprache
Die juristische Sprach will sehr präzise sein. Deshalb nennt sie Dinge beim Namen. Dabei geht sie mitunter von einer konfrontativen Situation aus. Warum sonst nennt sie einen Beweisantrag, der zur Aufklärung beitragen soll ein Angriffsmittel? Schon das Wort verleitet dazu sich gegen die Beweiserhebung zu wehren.
Bestreiten
Wenn in einem Gerichtsverfahren eine Behauptung aufgestellt wird, die nicht bestritten wird, gilt sie als Geständnis. Viele Anwälte bestreiten deshalb (vorsorglich) mit "Nichtwissen".
Subsumtion
Die Lösung ergibt sich im juristischen Denken aus der Subsumtion unter ein Gesetz. Der Anwalt orientiert sich an dem Gesetz wenn er den Sachverhalt vorträgt.Die Gegenpartei erkennt in dem Vortrag eine Sachverhaltsverschiebung, die sie nicht dem Anwalt, sondern der Partei zuschreibt.
Übergehen
Die Partei will, das der Anwalt eine Information einbringt. Der Anwalt wehrt sich dagegen, weil ein entsprechender
Rechtswahrung
Manche Schriftsätze und Anträge werden gestellt, weil sonst ein Rechtsverlust drohgen könnte. Wenn die Kündigungsschutzklage nicht binnen drei Wochedn erhoben wird, ist die Kündigung materiell zugestanden auch wenn darüber Verhandlungen laufen.

Bedeutung für die Mediation

Die juristische Kommunikation und das juristische Denken schaffen eine eigene Welt für sich. Es ist gefährlich die Welten des Rechts und des Konflikts unbedacht zu vermischen. Der juristische Prozess ist ein Parallelprozess. Der Mediator muss sich darüber bewusst sein, wo er den Prozess der Mediation beeinflusst. Die korrekte Schnittstelle zwischen Recht und Mediation ist die WATNA/BATNA Instanz. Der Mediator muss in der Lage sein das juristische Denken vom bedürfnisorientierten Denken abzutrennen und auf die Mediation zu beziehen.

Hinweise und Fußnoten

Alias: Gerichtssprache
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Freitag April 21, 2017 23:02:35 CEST von Arthur Trossen.