Lade...
 
Wiki to Yes, das Metaportal
Seiten-ID: 584 Mediationsmodell: Integrierte Mediation 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 3-Abteilung »  Archiv »  Archiv: Mediationen

Mediationsmodelle

sondierend evaluativ facilitativ transformativ integriert Übersicht

Integrierte Mediation

Die Auseinandersetzung mit der Integrationskompetenz der Mediation


Der Begriff integrierte Mediation steht sowohl für das Konzept1 , ein Modell2 und ein Anwendungsformat der Mediation. Schließlich muss der Begriff auch für den Namen eines internationalen Mediatorenverbandes herhalten. In diesem Beitrag geht es um die inhaltlichen Aspekte der integrierten Mediation. Der Beitrag setzt sich deshalb mit folgenden Fragen auseinander:




Das Maximum ermöglichen
Warum weniger, wenn mehr möglich ist?

Der Bedarf für einen erweiterten Ansatz

Die Verfahren zur Konflikt- oder Streitbeilegung bieten oft nur unvollständige Konfliktlösungen an. Gemessen am Streitkontinuum, das eine Bearbeitung auf vier Dimensionen als vollständig anbietet, lassen sich die gängigen Verfahren meist nur auf zwei Dimensionen ein3 . Weil im Falle eines Verfahrenswechsels nicht aufgegriffen wird, was in anderen Verfahren bereits erledigt wurde, kann es zu Endlosprozessen mit konträren Dienstleistungsansätzen kommen4 . Auch die Mediation deckt nicht zwingend alle Dimensionen ab. Auch kann sie den und Dienstleistungsbedarf nur unvollständig erfüllen. Ihr fehlen beispielsweise Elemente, um hocheskalierte Konflikte abzuwickeln oder die nicht-mediationsbereite Gegenpartei ins Boot zu holen. Sie kann nur eine unvollständige Beratung anbieten und keine Hilfe bei der Abwicklung.

Der erweiterte Lösungsansatz

Ein perfektes Verfahren zur Konfliktbeilegung wäre in der Lage, all diese Defizite zu überwinden. Es wäre in der Lage, alle Dienstleistungen zu inkludieren und alle Dimensionen des Streitkontinuums zu erfassen. Weil die Verfahrenslandschaft ein solches Verfahren nicht vorsieht, kann sich das perfekte Verfahren nur virtuell herstellen, indem es die vorhandenen Verfahren mit Kombinationen oder Ergänzungen anreichert. Dabei geht die integrierte Mediation davon aus, dass sich Elemente von allen Verfahren in anderen Verfahren wiederfinden. Der Grundsatz lautet:

 Merke:

Alles ist ein Teil vom Ganzen. 5

Verortung

Die erste Zugriff auf die Frage, wie sich die Verfehren gegeneinander abgrenzen und wo sie gegebenenfalls überlappen ergibt sich aus dem Streitkontinuum selbst. Davon ausgehend, dass ein Konflikt nur dann vollständig gelöst werden kann, wenn alle Dimensionen abgedeckt werden, muss das perfekte Verfahren darauf abzielen, sich über alle Dimensionen zu erstrecken und diese bedarfsgerecht einzubringen. Die nachfolgende Grafik zeigt, wo sich die Verfahren im Streitkontinuum verorten und wie sich die integrierte Mediation dort einfügt.


Die integrierte Mediation kann sich situationsbedingt auf die Fakten, die Emotionen, die Beziehungen, die Positionen, die Interessen und die Bedürfnisse einlassen, um sie in jedem beliebigen Prozess zu verwirklichen. Sie nimmt sogar Einfluss auf die zeitliche Dimension.

Container

Eine Bedingung, dass die Verfahren sich überhaupt kombinieren und ergänzen lassen ist ihre Öffnung. Sie wird möglich, wenn das Verfahren als ein Container betrachtet wird, der sich nicht nur auf die für das jeweilige Verfahren vorgesehenen Methoden begrenzt. Die von der integrierten Mediation entwickelte Containertheorie erklärt, wie das möglich ist. Sie geht davon aus, dass jeder Container in der Lage ist, Methoden aufzunehmen.

Container

Sind die Container groß genug, dass die Mediation hineinpasst, sind die Voraussetzungen für die integrierte Mediation erfüllt. Anders ausgedrückt: Die integrierte Mediation ist eine Methodenanwendung, wobei die Summe der angewendeten Methoden in ihrer spezifischen Kombination eine vollständige Mediation im methodischen Verständnis erfüllt. Geben die Verfahren keinen Raum für notwendige Methoden, genügen sie den Voraussetzungen einer Mediation gegebenenfalls durch die Kombination von Containern (Verfahren).

Maßstab

Um zu erkennen, wo Ergänzungen notwendig sind, hilft die Methodensicht. Dabei wird die Mediation konzeptuell als ein Verfahren beschrieben, dass alle Methoden vorhält, um zu einer konsensorientierten Einigung zu finden. Die Mediation wird so zu einem Maßstab, an dem sich auch andere Verfahren messen lassen können.

Verfahrensstruktur


Die Defizite ergeben sich aus einer Differenzrecherche. Die vorstehende Grafik zeigt das Prinzip. Davon ausgehend, dass jede Phase eine Methode repräsentiert, die die erforderlichen Arbeitsschritte beschreibt, weist die Mediation alle Arbeitsschritte aus, die notwendig sind um eine gemeinsame Lösung zu finden. Wenn die vollständigen Verhandlungsschritte der Mediation in einem groben Raster aufgelistet werden, ist es möglich, deren Aufkommen oder Fehlen in anderen Verfahren nachzuweisen.

 Merke:

Durch diesem Verfahrensvergleich wird die Mediation zu einer Schablone, an deren Matrix sich alle anderen Verfahren messen lassen, einschließlich der Mediation selbst 6 5

Die Herleitung der Möglichkeiten

Es wird nicht immer möglich sein Phasen der Mediation in ein anderes Verfahren zu implementieren. Auch hätte die Mediation keinen unmittelbaren Vorteil. Ihr würde es helfen, kleinere Bausteine aus anderen Verfahren verwerten zu können. Kleinere Bausteine würden es auch erleichtern, die Arbeitsschritte der Mediation in anderen Verfahren zu reproduzieren. Die Grundannahme lautet deshalb:

 Merke:

Erweiterungen und Kombinationen sind möglich, wenn es gelingt die Bausteine der Verfahren entweder anders zusammenzusetzen oder stimmig zu erweitern 5

Auf der Suche nach den Bausteinen hilft die Herleitung der Mediation als Kognitionsprozess. Die Kognitionstheorie beschreibt, welche Maßnahmen und Erkenntnisschritte notwendig sind, damit die Parteien ein wechselseitiges Verstehen erfahren können, aus dem sie die Lösung entwickeln. Wenn es darum geht Erkenntnisse zu erwirken, müssen die Bausteine, die einen solchen Prozess ermöglichen von kognitiver Natur sein.

Diese Feststellung hilft nicht nur bei der Identifikation der Bausteine. Sie erlaubt es auch, sich in einer Gedankenwelt zu bewegen die immer dann verfügbar ist, wenn Denkprozesse stattfinden.

Ausrichtung

Der erste Baustein ist die Ausrichtung der Gedanken und des Handelns. Es geht darum, eine Kooperation einzugehen, um eine Lösung zu finden. Die Lösung wird nicht aus dem Streit (konträren Denken) sondern aus der Gemeinsamkeit (paralleles Denken) entwickelt.

Methoden

Die Mediation wird oft auch als Methode beschrieben. Tatsächlich verbergen sich in ihr verschiedene Methoden. Die Methode beschreibt, wie das Verfahrensziel zu erreichen ist. Das Ziel der Mediation ist das Finden einer Lösung. Der Weg dorthin besteht aus mehreren Schritten, die Etappenziel erreichen sollen. Die Etappenziele in der Mediation sind durch die Phasen vorgegeben. Sie geben dem Mediator den Auftrag, was im Einzelfall zu tun ist.

Dimensionen

Ein weiterer Gedankenbaustein ergibt sich aus der Dimensionierung. Die Dimensionen fungieren als gedankliche Anhaltspunkte, die Informationen qualifizieren, vergleichbar machen und miteinander vernetzen. Der Mediator benutzt die Dimensionen zur Strukturierung der Gedanken. Je nach Konstrukt führen Sie in die eine oder die andere Richtung.

Auf die Kybernetik kommt es an

Die Bausteine zu kennen, heißt noch nicht zu wissen, wie sie miteinander interagieren. Auf das Bausteinniveau heruntergebrochen dass die Vernetzung der miteinander korrespondierenden Gedankenbausteine zu funktionalen Einheiten, denen jeweils ein Erkenntnisgewinn zugeordnet werden kann. Wie in der Mediation unterscheiden wir zwischen der Verfahrensebene und der Fallebene.

Fallebene

Die Gleichsetzung von Phasen und Erkenntnisschritten erlaubt es, die mechanisch vorgegebene, monochrone Logik zu verlassen und einer Erkenntnislogik zu unterwerfen.

phasenlogik-345


Im Kern besteht die Erkenntnislogik aus nur 3 Schritten, die sich in den Phasen 2,3 und 4 der Mediation wiederfinden lassen.

  • 1. Schritt (Phase 2):
    Der Streit wird identifiziert, um das Thema zu finden, für das eine Lösung zu suchen ist. Gedanklich befinden wir uns in der "kaputten Welt".
  • 2. Schritt (Phase 3):
    Das Defizit weist auf die Bedürfnisse hin, aus denen sich Motive ableiten lassen, die den Fokus in eine "heile Welt" umleiten. Die Gedanken werden auf die imaginäre Situation mit dem unterstellt gelösten Konflikt gerichtet. Die Sichten der Parteien werden angeglichen. Gemeinsamkeiten (Schnittmengen) werden herausgestellt.
  • 3. Schritt (Phase 4):
    Wenn der Nutzen geklärt ist, sind die Kriterien bekannt, an denen die nunmehr erst zu suchende Lösung zu messen ist. Es werden mehrere Wege gesucht, wie die Parteien das für sie zuvor ermittelte Idealziel erreichen können.

Der integrierte Mediator achtet in allen Angelegenheiten darauf, dass diese Denkschritte eingehalten werden. Er stellt stets die aus Motiven zu erschließende, individuelle Nutzenerwartung fest, um die dann erst zu suchende Lösung daran zu messen. Er kann diese Gedankenfolge in jeder Art von Verhandlung herstellen.

Beispiel: In einer Verhandlung streiten die Parteien immer vehementer. Der Mediator erkennt, dass es sich bei dem Streit um einen Disput um Lösungen handelt. Er erkennt auch, dass die Kriterien (Motive) zu Bewertung der Lösung noch nicht erarbeitet wurden. Also meldet er sich zu Wort: "Es gibt schon eine Menge Ideen, wie das Problem gelöst werden könnte. Mir ist noch nicht ganz klar, welcher Nutzen damit erzielt werden soll". Mit dieser Frage werden die Gedanken in die noch fehlende Phase drei gelenkt.

Verfahrensebene

Die Bausteine auf dieser Ebene beziehen sich auf die Frage, wie der Prozess zu steuern ist, damit die zuvor beschriebenen Erkenntnisschritte möglich werden. Die Interventionen zielen darauf ab, ein offenes Gespräch über den Konflikt zu ermöglichen. Dazu bedarf es nicht nur einer entsprechenden Zielausrichtung, sondern auch eines besonders geschützten Gesprächsrahmens. Eigentlich ist es ein Gedankenraum, also ein Ort wo es möglich ist einmal "laut zu denken", um zu sehen, wie sich Gedanken anfühlen und welche Wirkung sie haben. Der Raum soll es ermöglichen, out of the box zu denken. Bei einem konfliktfreien, inspirierenden Gespräch ist es ohne weiteres möglich, die Gedanken einmal "fliegen zu lassen", um Lösungen auszutesten. Vor einem Konflikthintergrund ist das fast unmöglich. Die Bedingungen für ein solches Gespräch müssen erst hergestellt werden. Das geschieht in der Phase eins. Hier kommt es darauf an, einen soliden Rahmen herzustellen, in dem das Gespräch ablaufen kann. Mit dem Rahmen wird zugleich eine während des gesamten Lösungsvorganges (Verfahrens) präsente Meta-Ebene sowohl für den Vorgang selbst wie für die Fallösung eingerichtet.

phasenlogik


In diesem Verständnis ist die Abschlussvereinbarung nicht das Ziel, sondern Teil des Rahmens. Sie schließt den geschützten Gesprächsraum und schafft die Bedingung, dass die Parteien in Zukunft ohne den von außen eingerichteten Rahmen kommunizieren können. Die Abschlussvereinbarung dient also dazu, die gewonnenen Erkenntnisse und die gefundene Lösung zu manifestieren. Sie ist nicht das Ziel, sondern seine Umsetzung.

Die Umsetzung

Die zuvor nur grob umrissenen Herleitungen, ergeben drei unterschiedliche Anwendungsformate. Sie erlauben die Beschreibung eines meditativen Konzeptes, die Erweiterung der Mediationsmodelle und die Einführung eines meditativen Formates.

Konzept

Konzept

Das Konzept beschreibt die Mediation als einen virtuellen Gedankenprozess, dessen Aufgabe es ist Erkenntnisgewinne bei den Parteien zu produzieren die eine andere und bessere Lösung ermöglichen mit dem Fokus auf die der Entscheidung zugrunde liegenden Erkenntnisse, lassen sich nicht nur die einzelnen Verfahren optimieren. Die Methode erlaubt es auch, überflüssige Verfahren oder Verfahrensschritte und Wiederholungen in anderen Verfahren zu vermeiden. Der integrierte Mediator erkennt das Zusammenspiel der mediativen Bausteine und kann sie als funktionale Einheiten extrahieren und gegebenenfalls auch in anderen Settings reprodizieren. Die funktionalen Einheiten beschreiben prozessuale Schritten, die sich überall auffinden oder herstellen lassen und nur noch zu koordinieren sind. Wo immer sie vorkommen, können sie zu einem prozess-, phasen- und themenlogischen Vorgang verbunden werden, der in seiner Summe wieder einer Mediation entspricht.

Konzept-übergreifend


Die Logik eines Kognitionsprozesses lässt sich über Verfahrensgrenzen hinweg anwenden. Kognition setzt Erkenntnis voraus, diese wiederum das Denken. Das Denken ist nicht an ein Verfahren gebunden. Es setzt lediglich eine Metaebene voraus, die sich unter den unterschiedlichsten Bedingungen herstellen lässt.

Modell

Das Mediationsmodell ergibt den Bearbeitungsschwerpunkt bezogen auf das Streitkontinuum. In der Praxis lassen sich diese Modelle nicht immer konsequent durchführen.

Beispiel: Bei den Parteien handelt es sich um ein in Trennung befindliches Ehepaar, das zusammen GBR einen Bauernhof betreibt. Die optimale Lösung wäre es, wenn die Parteien ihre Beziehung insoweit reparieren, dass sie auf dem Bauernhof zusammenarbeiten können, obwohl sie getrennt sind. Die transformative Mediation ist für diesen Fall das passende Modell. In der Mediation stellte sich heraus, dass die Parteien in gar keinem Fall mehr zusammenarbeiten wollen. Sie möchten an der Restaurierung ihrer Beziehung auch nicht weiter arbeiten. Jetzt ist ein Modellwechsel angesagt, der den Fokus mehr auf die Sachfragen als auf die Klärung der Beziehung ausrichtet.


Die Notwendigkeit für einen Modellwechsel ist in der Mediation nicht unbekannt. Die sogenannte eclectic Mediation plant deshalb den Modellwechsel in ihrem Konzept ein. Auch die Idee der integrierten Mediation geht von einer flexiblen Handhabung der Modelle aus. Sie erlaubt es allerdings auch Elemente aus mediationsfremden Verfahren einzubinden. So ist es z.B. möglich, auch hoch eskalierte Konflikte abzuwickeln, für die die Mediation selbst nicht genügend autoritäre Elemente zur Verfügung stellt.

Format

Werden Elemente der Mediation in andere Verfahren eingefügt, handelt es sich um die sogenannte verfahrensintegrierte Mediation. Das zugrunde liegende Verfahren wird methodisch angereichert. Es ist wichtig zu wissen, dass die verfahrensintegrierte Mediation nicht lediglich eine Anwendung von Techniken ist.

Vorgehen

Der integrierte Mediator versucht stets, die gedanklichen Schritte der Mediation verfahrensunabhängig und vollständig zu verwirklichen. Sein wichtigstes Werkzeug ist das eigens zu dem Zweck entwickelte präzise Zuhören. Damit gelingt ihm nicht nur die Navigation durch den Prozess, sondern auch die Abbildung und Verarbeitung der gesamten Komplexität der hinter dem Problem liegenden Fragestellungen.

präzises Zuhören

Die Anwendungsmöglichkeiten

Die integrierte Mediation schöpft den gesamten Mediationsradius aus. Indem sie sich von dem Verfahren löst, kann sie auch die Methoden in anderen Prozessen benutzen, um daraus ein nutzen- und konsensorientiertes Verfahren zu gestalten.

Migrationsstrategie

Die konventionelle Mediation erwartet, dass sich die Parteien vor Beginn der Mediation für eine Mediation entscheiden. Dass zwei im Streit befindliche Parteien dasselbe wollen, ist ein eher untypisches Konfliktverhalten. Es ist ein Zeichen des Konflikes, wenn die Parteien (noch) nicht (oder nicht mehr) bereit sind, sich übereinstimmend auf ein kooperatives Verfahren einzulassen. Abgesehen davon, dass die Parteien im Konflikt dazu neigen, Vorschläge der Gegenseite abzulehnen, verhindert die Konfrontationsstrategie jede Art der Kooperation. Das wechselseitige Einverständnis zur Mediation müsste die konfliktbedingte Ablehnungshaltung also ebenso überwinden wie die Konfrontationsstrategie.

Die integrierte Mediation geht davon aus, dass die Mediation selbst die Verhandlungsbereitschaft herstellt. Die dazu erforderliche Kompetenz es also innerhalb der Mediation verfügbar. Wenn es gelingt diese Kompetenz in ein anderes Verfahren zu implementieren wird es möglich, eine Motivation zur Durchführung der Mediation oder eines konsensorientierten Verfahrens zu etablieren. Dabei werden die strategischen Weichenstellungen nicht innerhalb der Mediation sondern in dem aktuellen Verfahren (Personalgespräch, Beratung, Disput) gesetzt, in dem der Weg in die Kooperation erleichtert der Weg in die Konfrontation erschwert wird. Wie das im einzelnen geschieht, beschreibt die Migrationsstrategie.

Migrationsstrategie

Spielwechsel

Mitunter besteht ein Hindernis einfach von der Konfrontation die Kooperation zu wechseln. Unter dem Gesichtspunkt der Konfrontation ist ein Kooperationsangebot schon suspekt. Eine strategische Möglichkeit, die Kooperation dennoch zu ermöglichen bietet der Spielwechsel.

Spielwechsel

Spiel der Spiele

Im Streit kommt es vor, dass die eine Partei gerne kooperieren würde, die andere aber nicht. Was ist zu tun wenn eine Partei den Krieg will. Es wäre naheliegend, sich dem Kriegswunsch zu beugen. Es ist die einzige Option wenn zwischen Krieg und Frieden zu entscheiden ist. Die Fragestellung ändert sich in dem Moment, wo eine dritte Option hinzu kommt. Die dritte Option ergibt sich aus einer Ebene die über dem Widerspruch zwischen Krieg und Frieden liegt und beides im Blick haben kann. Wenn der Krieg das eine Spiel ist und der Friede das andere, wäre diese Ebene das Spiel der Spiele.

Killerphrasen

Wenn einer ganz normalen Verhandlung eine Partei plötzlich Killerphrasen anwendet, ist es ein Zeichen dass der Zweck der Diskussion nicht abgestimmt ist. Statt auf die Killerphrase zu erwidern kommt das Verfahren (Diskussionszweck) hinterfragt und gegebenenfalls neu etabliert. So lassen sich Killerphrasen benutzen um daraus in ein meditatives Denken zu überführen.

Killerphrasen

Das Ganze

Integration heisst Herstellung eines Ganzen. Wenn die Mediation als das Konzept eines idealen und vollständigen Vorgehens innerhalb der Konfliktbeilegung darstellt, gibt sie den Maßstab, an dem sich die Verfahren messen lassen. Wenn das Eine mit dem Anderen kombiniert wird, fragt es sich, was worin integriert wird. Wird die Mediation in ein (konkret vorliegendes) Verfahren integriert oder wird das Verfahren in das Konzept der Mediation integriert?

Mediation & Verfahren integrieren


Lenkt man den Blick über die Verfahren hinaus, ist das Ganze die Summe der Elemente und Bedingungen, die einen Erkenntnisprozess ergeben. Mithin ist ein vollständiges Verfahren so vollständig, wie der Vorgang des Mediierens6 .

Konzept-integrierte Mediation

Hinweise und Fußnoten

Alias: integrierte-Mediation
Siehe auch: in-Mediation, Das vollstandigste Verfahren
Prüfvermerk: Arthur Trossen

1 gemeint ist die die Herleitung als Kognitionsprozess
2 gemeint sind die Anwendungsformen als Mediationsmodell und Mediationsform
3 Siehe Kontinuum
4 Siehe Wettbewerb
5 Merke betrifft einen Lehrsatz von: in-Mediation