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Seiten-ID: 1194 Die Zukunft wird durch die (jeweilige) Gegenwart gestaltet 3-Abteilung »  Wissen 4-Inhalt »  (01) Einführung »  Übersicht

Zukunftsgestaltung

Die Mediation gestaltet die Zukunft, nicht die Vergangenheit


Oft ist zu hören, der Zweck der Mediation sei eine Einigung. Besser ist es davon zu sprechen, der Zweck sei es, eine Lösung zu finden auf die man sich verständigen kann. Die Mediation an und für sich ist schon eine Einigung und setzt auch ein Einigsein über den Weg (das Verfahren) voraus. So gesehen ist die Mediation auch eine Folge der Einigung.

Es geht um eine Gestaltung

Die gefundene Lösung bekommt mit der Einigung eine Gestalt. Mit der Gestaltung lässt sich die Mediation auf einen kreativen Schaffensprozess ein, bei welchem durch die Arbeit des Gestaltenden eine Sache (ein materielles Objekt, eine Struktur, ein Prozess, eine Situation, ein Gedankengut usw.) verändert wird1 . Bei der Mediation ist die Gestaltung ein bewusster Eingriff in das Konfliktgeschehen, mit dem Ziel, die durch den Konflikt aufgeworfene Frage, die in der 2.Phase festzulegen ist, in eine bestimmte Richtung zu verändern. Wo die Gestaltung anzusetzen hat, ist eine Frage der Bearbeitungstiefe.

Was wird gestaltet?

Als Faustformel könnte man sagen, die Mediation gestaltet die Zukunft. Zukunft ist die Zeit, die subjektiv gesehen der Gegenwart nachfolgt2 . Denken wir an das Chaospendel, wird schnell bewusst, dass sich die Zukunft nicht wirklich gestalten lässt. Auch Dalai Lama hat gesagt:

Es gibt zwei Tage im Jahr an denen man nichts machen kann:
Gestern und Morgen


Genau betrachtet werden also Bedingungen in der Gegenwart gestaltet, die sich auf die Zukunft auswirken.

Merke:3

In der Mediation wird der Fokus auf die Zukunft gerichtet, nicht auf die Vergangenheit. Gestaltet weden die Chancen in der Gegenwart.

Gegenstand der Gestaltung sind Beziehungen, worunter auch Rechtsbeziehungen zu subsummieren sind oder Situationen uind Verhältnisse, die diese Beziehungen prägen. Weil sich eine Vergangenheit nicht umgestalten lässt, ist der Blick auf die Zukunft gerichtet. Mithin sollen die Beziehungen in der Gegenwart so gestaltet werden, dass sie einen positiven Einfluss auf die Zukunft nehmen. Wo die Zukunft aus Interaktionen gebildet wird, geht es darum, einen Rahmen und Bedingungen herzustellen, damit Aktionen und Reaktionen in die gewünschte Richtrung gehen.

Konsequenzen

Um den Weg in die Zukunft frei zu machen, kann es erforderlich sein, die Vergangenheit abzuschließen. Ohne einen Zukunftsbezug sind die auf die Vergangenheit bezogenen Warum-Fragen aber kaum als ein mediatives Werkzeug zu verstehen.

Vergangenheitsbezug: Die Partei fragt danach, warum sich die Gegenpartei von ihr getrennt hat. Die Frage betrifft die Vergangenheit. Sicherlich hilft sie, die Vergangenheit besser zu verstehen. Wenn sie jedoch für die Zukunftsgestaltung irrelevant ist, ist sie kein Thema, mit dem sich die Mediation befassen sollte. Der Mediator könnte also fragen: "Was haben Sie davon, wenn diese Frage geklärt ist?". Antwortet die Partei: "Dann komme ich mit der Gegenpartei in Zukunft besser zurecht", fließt die Frage in das Thema "Beziehung mit der Gegenpartei" ein.


Um die optimalen Bedingungen in der Gegenwart für die Zukunft zu gestalten, sollte der Mediator mit den Parteien hertausfinden, welche Faktoren Einfluss auf die Zukunft nehmen. Geht man davon aus, dass die Zukunft aus den Interaktionen, also aus den Aktionen und Reaktionen gebildet wird, womit sich die Mediation zu befassen hat.

Die Fragen zur Konfliktbeilegung bezioehen sich also darauf, was man braucht (was notwendig ist), um zweckgerichtete Aktionen und Reaktionen zu ermöglichen oder um ungewollte Reaktionen zu verhindern.

Fragen zur Konfliktbeilegung: Der Mediator fragt sich (und die Parteien), was sie brauchen, damit sie ihre Motivation verlieren, den Konflikt weiter zu schüren oder positiv formuliert, was sie brauchen, um sich konfliktbefreit fühlen zu können.


Die zu findende Lösung muss sicherstellen, dass dieser (emotionale) Zustand hergestellt werden kann.

Was tun wenn ...


Hinweise und Fußnoten

Alias: Zukunft
Literaturhinweise:
Bearbeitungshinweis: Textvollendung und Programmvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

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Seite zuletzt geändert: am Montag März 26, 2018 11:23:06 CEST von Arthur Trossen.