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Seiten-ID: 1135 Die unmittelbare Face to Face Kommunikation 4-Inhalt »  (04) Mediieren (Verfahren) »  Grundsätze 3-Abteilung »  Archiv »  Archiv: Lexikon (allgemein)

Unmittelbarkeitsprinzip

Das kommunikative Unmittelbarkeitsprinzip erwartet, dass die Parteien unter Leitung und Gesprächsführung des in der Sache neutralen Mediators gemeinsam ihre Interessen erörtern und ein Verständnis füreinander herstellen. Der Unmittelbarkeitsgrundsatz wird in der Literatur angeführt. Er wird im Gesetz jedoch nicht erwähnt.

Die unmittelbare Kommunikation

Die Behauptung, dass die Kommunikationsabläufe in allen Verfahrensschritten einer Mediation zwischen den Medianden unmittelbar stattfinden1 trifft nicht zu, wenn zwischen den Kommunikationsachsen unterschieden wird. Ist eine unmittelbare Kommunikation zwischen den Parteien nicht möglich, wird der Mediator die Brücke bilden und gegebenenfalls sogar die direkte Kommunikation zwischen den Parteien unterbinden.

Kommunikationsachsen

Sein Ziel wird es jedoch sein, die direkte (unmittelbare) Kommunikation zwischen den Parteien wiederherzustellen.

Face to Face Kommunikation

Greger meint, dass die Formulierung Kommunikation der Parteien in §2 Abs. 3, 5 Mediationsgesetz einen direkten (face to face) Austausch erfordere2 . Eine differenzierte Betrachtung dagegen würde das Erfordernis der Unmittelbarkeit davon abhängig machen, welches Mediationsmodell zur Anwendung kommt.

Eine sondierende Mediation erfordert sicher keine Face to Face Kommunikation. Auch bei der evaluativen Mediation kann darauf verzichtet werden. Die Shuttle Diplomacy sieht in der getrennten Kommunikation sogar einen Erfolgsfaktor. Schließlich wird auch bei Missbrauch und Gewaltverhältnissen die Kommunikation in Abwesenheit des Opfers befürwortet.

Shuttle-Mediation

Dass von einer Mediation nicht mehr die Rede sein kann, wenn es nicht zu einer unmittelbaren Face to Face Kommunikation kommt, ist nicht nachvollziehbar. Das Prinzip der Unmittelbarkeit wäre vielmehr wie die Vertraulichkeit und die Neutralität ein disponibles Merkmal. Es ist die Bedingung für die Vermittlung. Wenn die Verstehensvermittlung auf anderem Wege dargestellt werden kann, wird das Wesen der Mediation dadurch nicht beeinträchtigt.

Shuttle-Mediation

Kommunikation

Kommunikation wird als die Verständigung zwischen Menschen mithilfe von Sprache oder Zeichen definiert, auch als der Austausch oder die Übertragung von Informationen3 . Wie diese Verständigung erfolgt ist dafür kein Definitionsmerkmal. Eine assynchrone Kommunikation kann ebenso wie die synchrone Kommunikation zur Verständigung beitragen. Manchmal kommt es zur Verständigung nicht nur auf das gesprochene Wort an. Besonders dann, wenn es darum geht Bedeutungen zu erhellen, ist die Körpersprache ein Aspekt, der zur korrekten Verständigung zwischen Menschen beiträgt. Besonders bei einem Konflikt ist die Erweiterung der Verständigung auf der non-verbalen Ebene von Bedeutung.

Der Mediator kann diese Informationen auch in einer mittelbaren Kommunikation den Parteien vermitteln. Statt auf die Art und Weise der Kommunikation abzustellen, sollte besser auf den Gehalt geachtet werden. Die Mediation ist ein Verstehensprozess, wobei der Mediator das jeweilig verstandene den Parteien vermittelt.

Kommunikation

Anders formuliert: Wenn der Unmittelbarkeitsgrundsatz ein Prinzip der Mediation ist, muss er sich an dem Wesen der Mediation ausrichten und ist daran gemessen disponibel. Die Herleitung dieser Regel ergibt sich aus den Ausführungen über die Grundsätze der Mediation.

Grundsätze

Bedeutung für die Mediation

Die unmittelbare Face to Face Kommunikation ist sicher ein Ziel der Mediation und die optimale Bedingung für eine Verständigung der Parteien. Wenn sie erzwungen wird, kann sie aber auch die gegenteilige Wirkung haben und zur Verweigerung der Parteien führen. Weder der Mediation noch den Medianden ist damit gedient.

Letzten Endes obliegt es dem Mediator und seinen Fähigkeiten zu entscheiden, wie eine unmittelbare Kommunikation zwischen den Parteien möglich wird.

Hinweise und Fußnoten

Alias: Unmittelbarkeit
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Archiv: Ein Beitrag zum Facharchiv
Prüfvermerk: -

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1 So nachzulesen auf www.mediationaktuell.de, dl am 27.9.2017
2 vgl. Vgl. Greger, ZKM 2015, 172 (172 f.)