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Seiten-ID: 914 Die Mediation ist ein selbstreguliertes Verfahren 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 4-Inhalt »  (04) Mediieren (Verfahren) »  Wesen


Selbstregulierung

Wie und warum die Mediation sich selbst reguliert und kontrolliert


Selbstregulierung bedeutet, dass der Prozess oder der zu beschreibende Vorgang alle Mechanismen zur Verfügung stellt, um sich selbst zu verwirklichen, zu sichern und zu kontrollieren. Die Mediation besitzt alle Voraussetzungen eines in sich stimmigen, geschlossenen Verfahrens, das alle Merkmale einer verstehensbasierten Lösungsfindung in sich trägt.




Elemente der Selbstregulierung
Die Kompetenz der Mediation


Die Selbstregulierung könnte auch als die Kompetenz der Mediation beschrieben werden. Wird sie übersehen, ist es fraglich, ob der Mediator dann überhaupt noch eine Mediation durchführt. In jedem Fall ist es eine weniger effiziente. Nicht ohne Grund ist der Fokus des Mediators auf die Prozessverwirklichung gerichtet.

Handlungsfokus: Vergleichbar mit Phänomenen, die vom GOLF oder dem Zen-Bogenschießen bekannt sind, verwirklicht sich der Treffer am Besten, wenn der Golfer oder der Bogenschütze sich nicht auf das Ziel, sondern die Haltung konzentrieren. Die Haltung beschreibt in diesem Fall die perfekte Ausführung des Schusses oder des Schlages.


Einem ähnlichen Phänomen begegnen wir in der Mediation. Die perfekte Ausführung heisst in diesem Fall, alle Kräfte und Komponenten der Mediation zur Wirkung zu bringen.

Die Überlegungen führen zu einer differenzierten Sicht, wenn von der Mediationskompetenz die Rede ist. Sinnvoll erscheint es deshalb, wenn die Mediationskompetenz als die Kompetenz der Mediation gegen die Kompetenz des Mediators abgegrenzt wird. Die Unterscheidung soll mit den Begriffen Mediationskompetenz und Medfiatorenkompetenz verankert werden.

Komponenten der Mediationskompetenz

Der Begriff Kompetenz scheint nicht genau zu passen, wenn er auch Erfahrungen und Wissen umschreibt. Die Mediation als ein abstraktes Gebilde für sich selbst keine Erfahrungen sammeln. Allerdings können ihr Wissen und Erfahrungen zugeschrieben werden, die ohne Weiteres zur Definition der Eigenfähigkeit beitragen und helfen, sie zu konkretisieren. Dieser Beitrag versucht die Komponenten herauszustellen, die zur Selbstregulierung beitragen.

Zielfestlegung

Die erste wichtige (und oft übersehene Komponente) ist die Zielfestlegung. Sie steht ganz zu Beginn der Mediation und muss eine Suche initialisieren. Die Zielvereinbarung ist nicht mit den Themen zu verwechseln. Deshalb wird sie auch oft als grobe Zielvereinbarung vorgestellt. Das Ziel ist die zu findende Lösung. Sie wird am Nutzen ausgerichtet. Selbstregulierende, steuernde Elemente sind dabei:

  1. Die Zielvereinbarung in der 1.Phase gibt die strategische Ausrichtung vor.
  2. Sie macht es überhaupt möglich, einen gemeinsamen Weg (durch das Verfahren) zu gehen
  3. Das gemeinsame Ziel führt in ein paralleles Denken
  4. Das FINDEN einer Lösung setzt die SUCHE voraus. Die Suche legt die Kooperation nahe.
  5. Die Nutzenausrichtung lenkt den Fokus in die heile Welt, also vom Problem weg.

Zielfestlegung

Themenmanagement

Die Themen sind nicht lediglich eine Sammlung von Fragen, über die man sprechen sollte. Wenn Argumente, Positionen, Motive und Lösungen ausgegrenzt werden, ergibt sich die selbstregulierende, steuernde Wirkung der Themensammlung aus folgenden Komponenten:

  1. Die Themennennung bewirkt eine Neutralisierung der Positionen, weil sich in ihr die Position UND die Gegenposition wiederfinden lassen.
  2. Die Neutralisierung führt wieder in ein paralleles Denken.
  3. Die Themen lokalisieren das Problem bzw. den Konflikt, wenn die Themen an der Konfliktanalyse ausgerichtet werden.
  4. Die Themen sind eine Kontrolle für die Konfliktanalyse und erweitern oder korrigieren sie gegebenenfalls.
  5. Die Themen erleichtern (dann) die Konflikteinsicht der Parteien
  6. Die Neutralisation der Positionen führt in ihre Akzeptanz, wodurch sich die kognitive Dissonanz bewältigen lässt.

Themenlogik

Motivarbeit

Dieser Begriff fasst die Interssenerhallung und die Konfliktarbeit zusammen. Das Herausarbeiten der Motive in der 3.Phase hat folgende steuernde und selbstregulierende Wirkung:

  1. Die Motive verdeutlichen die Bedeutung dessen was man meint.
  2. Das Herausarbeiten der Motive begünstigt die Motivation nach einer Lösung zu suchen (also für die Mediation)
  3. Die Motive ergeben den erwarteten Nutzen
  4. Die Nutzenerwartung lenkt den Blick in die Zukunft und weg vom Problem. So wird sichergestellt, dass das Peroblem nicht zum Teil der Lösung wird.
  5. Die Nutzenerwartungen ergeben die Erfolgskriterien (den Maßstab) an dem die Lösung zu messen ist.
  6. Auf der Motivebene ist eher eine Gemeinsamkeit zu finden, als auf der Lösungsebene.

Erfolgskriterien

Freiwilligkeit

Die Freiwilligkeit iast nicht nur ein Prinzip, sondern eine wesentliche Eigenschaft des Verfahrens. Sie ist verantwortlich für folgende Komponenten der Selbstregulierung:

  1. Die Parteien behalten die volle Kontrolle über das Verfahren
  2. Die Parteien werden diszipliniert. Sie sind (indirekt) aufgefordert, so miteinander zu verhandeln, dass Niemand die Mediation verlassen muss
  3. Die Eigenverantwortlichkeit der Parteien wird gefordert und gestärkt
  4. Die Freiwlligkeit führt in eine Win-Win-Lösung, wenn unterstellt wird, dass die Parteien einer Win-Lose-Lösung nicht zustimmen werden.
  5. Die Freiwilligkeit fördert das Verhandeln auf gleicher Augenhöhe.

Freiwilligkeit

Offenheit

Die Offenheit betrifft einmal die Ergebnisoffenheit und die Erklärungsoffenheit. Sie ist für folgende, selbst-steuernden Wirkungen verantwortlich:

  1. Die Offenheit erlaubt es, alle Aspekte des Problems / Konfliktes anzusprechen. Sie ist damit ein wicxhtiger Bestandteil zur Bewältigiung der Komplexität
  2. Die Ergebnisoffenheit unterstreicht den Suchprozess und die Notwendigkeit eine Lösung zu finden, die ggfalls von der vorgegebenen Position abweicht

Offenheit

Eigenverantwortlichkeit

Das Herausstellen der Eigenverantwortlichkeit beiwkt folgende selbstregulierenden Komponenten:

  1. Die Parteien sind gefordert, sich zu informieren
  2. Die Parteien sind gefordert, den Prozes nachzuvollziehen und mitzudenken

Eigenverantwortlichkeit

Indetermination

Das Prinzip der Indetermination (mangelnde Beeinflussbarkeit) stellt sicher, dass die Parteien den neutralen Dritten nicht dazu missbrauchen können, um eine Lösung zu präferieren. Außerdem sichert der Grundsatz das mediationskompatible Kommunikationsmodell. Die steuernden Komponenten dieser Eigenschaft und des Prinzips sind:

  1. Die Rolle des Mediators als Repäsentant der Metaebene wird verstärkt
  2. Die Eigenverantwortlichkeit der Parteien wird versärkt (weil sie selbst denken und bewerten müssen)

Indetermination

Phasenlogik

Die Phasenlogik steuert den Gedankengang und unterstützt den Erkenntnisprozess. Sie bewirkt die folgenden, selbststeuernden Komponenten:

  1. Die Phasen spezifizieren den Arbeitsauftrag an den Mediator
  2. Sie steuern den Erkenntnisprozess und damit den Gedankengang und dei Wahrnehmung
  3. Sie sichern den Weg einer lösungsunabhängigen Suche und den damit einhergehenden Perspektivwechsel.

Phasenlogik

Mediationslogik

Die vorgenannten Komponenten alleine bewirken nicht den Flow der Mediation. Sie sind deshalb durch die Mediationslogik zu ergänzen. Die dadurch bewirkten selbststeuernden Komponenten sind:

  1. Das Zusammenspiel der Komponenten wird gewährleistet
  2. Der Erkenntnisprozess wird sichergestellt und ermöglicht

Mediationslogik

Bedeutung für die Mediation

Die Verwirklichung dieser Kompetenzen ist eine wesentliche Unterstützung des Erkenntnisprozesses und des Verhaltens der Parteien. Der Mediator macht sich die Arbeit unnötig schwer, wenn es ihm nicht gelingt, diese Komponenten zur Wirkung zu bringen. Ihr Zusammenspiel fließt in einen Flow bei dem die Mediation zum Selbstläufer wird. Dort, wo sich die Komponenten nicht verwirklichen, ist über Interventionen nachzudenken.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-07-31 11:48 / Version 21.
Alias: selbstregulierend, Kompetenz der Mediation
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Archiv: Ein Beitrag zum Facharchiv
Prüfvermerk: Arthur Trossen

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An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Dienstag Juli 31, 2018 11:48:19 CEST von Arthur Trossen.