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Seiten-ID: 816 Über die Selbstbezüglichkeit eines interdisziplinären Verfahrens 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 4-Inhalt »  (10) Staat »  Politik 3-Abteilung »  Archiv »  Archiv: Lexikon (allgemein)

Selbstreferenzialität


Ein Beitrag zum FacharchivLexikon


Bei einer Bezugnahme auf sich selbst stellt man sich nur insoweit infrage, wie man sich nicht infrage stellt. Schon diese Aussage ist eine Selbstreferenzierung, weil sie auf sich selbst Bezug nimmt und an und für sich paradox ist. In der Mediation begegnen wir der Selbstreferenzrealität ebenso unauffällig wie häufig:

Begriff

Die Selbstreferenzialität (von lateinisch referre „sich auf etwas beziehen“) beschreibt, wie ein Symbol oder eine Entität auf sich selbst Bezug nimmt.

Fallbearbeitung

Als Mediationssystem, also als die fallbearbeitende Mediation verstanden, ist die Mediation auf den ersten Blick und in gewisser Weise auch ein selbstbezügliches System, weil sie bei der Fallbearbeitung nur auf die Selbstverwirklichung achtet. Die Mediation denkt prozessorientiert. Sie hat nichts anderes im Sinn, als ihren Prozess (unabhängig vom Ergebnis) zu verwirklichen. Andererseits beobachtet sie ein Konfliktsystem, das systemtheoretisch betrachtet außerhalb des Mediationssystems steht und dennoch ein Element des Mediationssystems ist, mit dem sie interagiert. Um die Veränderungen im Streitsystem wahrzunehmen, hat sie auch die Umweltbedingungen im Blick. Sie achtet beispielsweise auf Parallelprozesse und daruf, ob und inwieweit diese auf das Streitsystem Einfluss nehmen. Schließlich ist die Mediation ein interdisziplinärer Prozess, sodass sie von verschiedensten Disziplinen beeinflusst wird.

Implementierung

Wenn die Mediation sich als Institution und politisch betrachtet entwickeln soll, müsste sie auf der gesellschaftlichen Ebene ein selbst referierenden System werden, das sich auf sich selbst bezieht und dadurch von ihrer Umwelt abschließt. Selbstreferenzielle Systeme sind „operational geschlossen“. Sie reagieren nur noch auf Veränderungen in ihrem eigenen System1 . Wenn das so ist führt die Implementierung der Mediation zu einem Fall vergleichbar mit dem Barbierparadoxon. Die Behauptung, der (einzige) Barbier eines Dorfes rasiert all jene (und nur jene), die sich nicht selbst rasieren, ergibt einen inneren Widerspruch weil der Barbier sich dann nicht rasieren darf, damit er sich rasieren muss. Die logische Konsequenz ist dass es keinen gibt (geben kann), der genau diejenigen rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Auf die Frage der Implementierung der Mediation bedeutet das, dass eine Selbstreferenzierung die Mediation ad absurdum führen würde.

Lösung

Die Mediation ist ein Metaprozess, indem sie die Metaebene sowohl auf der Fallebene wie auf der Verfahrensebene abbildet. Wenn Sie selbst zum Teil eines operativen Prozesses wird, geht die Metaebene verloren. Die Mediation entwickelt sich zu einem selbstreferenzierenden System und hört auf, Mediation zu sein. Wo ihre Operationalisierung (etwa in der Politik) nicht vermeidbar ist, hilft es wenn die Mediation wie ein Subjekt mit der Rolle des Mediators in den operativen Prozess eingebunden wird2 .

Hinweise und Fußnoten

Alias: selbstreferenziert
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -