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Seiten-ID: 1706 Seegrundstücksfall A) Abteilung »  09. Bereich »  Wiki unlimited »  Training B) Inhalt »  08. Beruf »  Praxis »  Fälle

Die Arbeit an und mit Fällen ist ein zentrales Thema in der Mediation.
Deshalb geben Ihnen die folgenden Kapitel Gelegenheit, sich mit der Arbeit am Fall näher zu befassen:

Fallbeispiele Falldatenbank Fallstudien Fallbearbeitung Arbeitshilfe Erfahrungen  

Seegrundstücksfall

seegrundstück
Vor einiger Zeit, genau vor 8 Jahren, kaufte die Familie Jung das Grundstück B von der Familie Alt, die das Grundstück A bewohnen und zu Eigentum besitzen. Frau und Herr Jung sind Miteigentümer des Grundstücks B. Frau und Herr Alt sind Miteigentümer des Grundstücks A.

Damals hatte man sich eine fruchtbare, nachbarschaftliche Beziehung vorgestellt, weil die Familie Alt kinderlos und die Familie Jung froh war, dass sich die Familie Alt angeboten hatte, nicht nur das Grundstück zu verkaufen, sondern auch noch auf die Kinder zu achten. Das Grundstück wurde als Seegrundstück erworben. Beide Grundstücke grenzen an den See (1). Der See ist aber nur über den öffentlichen Strand zu erreichen.

Mit der Zeit hat sich die nachbarschaftliche Beziehung stetig verschlechtert. Die ältesten Kinder sind in der Pubertät. Sie lärmen und hinterlassen überall ihren Dreck. Mit Freunden tummeln sie sich am Strand, was wiederum Dreck und Lärm verursacht. Dann hinterlässt der Hund überall seine Exkremente und pinkelt auf den Rosenhain, sodass die Blumen kaputt gehen. Ermahnungen der Alts fruchteten nicht. Im Gegenteil wurde ihnen vorgeworfen. Sie sollten sich um eigene Dinge und nicht um die Erziehung der Kinder kümmern. Der Streit eskaliert. Die Alts wissen keinen anderen Rat mehr als während eines Urlaubs der Jungs kurzerhand einen Zaun zwischen den Grundstücken zu errichten. Als Jungs aus dem Urlaub zurückkommen, fallen sie aus allen Wolken. Sie sind erbost und verlangen die sofortige Beseitigung des Zaunes. Ihre Argumente sind:

1. Das Grundstück wurde als Seegrundstück gekauft. Der Seezugang sei aber jetzt nicht mehr möglich
2. Der Zaun sei über die Grenze gesetzt

Familie Alt argumentiert:

1. Der Zaun sei eine reine Schutzmaßnahme, weil Ermahnungen nicht fruchteten und anders keine Ruche und Sauberkeit hergestellt werden könnte.
2. Der Zaun sei nicht über die Grenze gesetzt worden.

Familie Jung besteht aus folgenden Familienmitgliedern:
Herr Prof. Dr. Jung
Frau Dr. Jung
Natalie Jung (13)
Peter Jung (10)
Silke Jung (4)
Rex (Labrador, 5)

Familie Alt besteht aus folgenden Familienmitgliedern:
Herr Alt (85) und
Frau Alt (82)

Beide Familien erklären sich mit einer Mediation einverstanden. In der Mediation erscheinen Herr Alt, Frau Dr. Jung, ....

Briefing

Rolle des V

Rollenverhalten des Vaters:

Der Vater ist bei dem Thema extrem stark politisch engagiert. Er ist aktiv in einem Väterverband, der gegen das PAS-Syndrom vorgehen will. Das Engegent oist so stark, dass der Vater die Gerichtskorrespondenz in einem Verteiler der Vereinsmitglieder veröffentlicht. Die sich ändernde Rechtsprechung scheint ihm Recht zu geben.

  • Positionen: Das Kind soll von der Mutter getrennt werden, weil es der Mutter nicht gelingt, eine Beziehung des Kindes zum Vater aufzubauen.
  • Argumente: Die Mutter sei erziehungsunfähig und übe schlechten Eiunfluss auf das Kind aus. Sie sei auch lesbisch und habe wegen der Beziehung zu ihrer nbeuen Frau selbst die Kindesinterssen vernachlässigt.
  • Interessen: Kontakt mit dem Kind um jeden Preis
  • Prozessverhalten: V zieht alle Register und scheut keine Kosten
Rolle der M

Rollenverhalten der Mutter:


M sieht sich als Beschützerin des Kindes. Die Wut gegen den V ist aber extrem groß, weil V sie nicht in Ruhe lässt. M denkt, das Verhalten des V sei durch die Trennung veranslasst. Sie bestreitet, dass sie lesbisch sei und führ die Trennung auf das Verhakten des V zurück. Verbal stimmt sie natürlich zu, dass ein Kind eine möglichst reibungslose Beziehung zum Vater haben muss.

  • Positionen: Kind bleibt bei ihr und das Sorgerecht ebenfalls
  • Argumente: Es gibt nichts, das man der M vorwerfen könne, aber dem V
  • Interessen: Schutz des Kindes
  • Prozessverhalten: wehrt sich wie eine Löwin
Rolle des Kindes

Rollenverhalten des Kindes:


Das Kind ist inzwischen 13 Jahre alt. Es fühlt sich vom Vater verfolgt und will tatsächlich nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-11-10 10:33 / Version .
Siehe auch: OMA
Diskussion (Foren): Erfahrungen mit Fällen und der Fallarbeit, OMA Mediatorenausbildung. Vorschläge, Kritik, Kommentare
Geprüft: Arthur Trossen

Erstellt von Arthur Trossen. Letzte Änderung: Sonntag November 10, 2019 10:33:50 CET by Arthur Trossen.