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Reframing


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Der Begriff Reframing kommt aus dem englischen und bedeutet Umdeutung. Genauer gesagt ist es ein Perspektivwechsel, der eine andere Deutung erlaubt. Das Reframing ist eine Methode, die in der systemischen Psychotherapie aufgekommen ist und auf Virginia Satir zurückgeführt wird. Sie wurde aber auch in anderen Quellen, wie z.B. bei Milton H. Erickson angewendet und beschrieben1 . Sie wird meist unbewusst auch in der Alltagskommunikation verwendet. Der Babysitterfall ist dafür ein Beispiel.

Bedeutungszuschreibung

Fakten sind wertfrei. Ihre Bewertung erfolgt durch eine Bedeutungszuschreibung. Sie erfolgt meist unbewusst und willkürlich. Der Rahmen, aus dem sich die Bedeutung ergibt kann in der Vergangenheit, in der Zukunft liegen. Er kann sich aus Erfahrungen oder Erwartungen ergeben. Stets bildet der Rahmen den Kontext, aus dem Herausbewertungen möglich werden.

Wenn andere Bedeutungszuschreibungen nicht gesehen oder zugelassen werden, bewirkt sie eine Selektion. Wer eine Lösung im Kopf hat, wird die Bedeutungszuschreibung der Fakten aus dieser Perspektive heraus vornehmen. Die vorgestellten Konsequenzen beispielsweise nehmen Einfluss auf die Bewertung.

Beispiel: Im Babysitterfall war der Kontext zur Beurteilung des Umgangsrechts für die Mutter aus der Paarbeziehung heraus gebildet worden. Möglicherweise hat sie sich dem Vater gegenüber unterlegen gefühlt. Das Reframing des Richters hat es ihr erlaubt, eine aktive Rolle einzunehmen, wodurch sie die Situation anders bewerten konnte.

Bedeutung für die Mediation

Die Mediation will einen Perspektivwechsel ermöglichen. Das Zusammenführen der Erkenntnisschritte erlaubt insgesamt einen Perspektivenwechsel. Der Fokus wird vom Schaden weg auf den Nutzen gelenkt. Die Wahrnehmung des Gegners wird der Selbstwahrnehmung gegenübergestellt. Die veränderte oder erweiterte Sicht wird stets über die wertfreie Meta-Perspektive des Mediators inerhalb des Kognitionsprozess ermöglicht.

Merke:2

Das Reframing selbst ist nicht wirklich eine Umdeutung. Es führt aber zu einer.

Der Mediator ist die personifizierte Metaebene. Auf der Metaebene sind alle Sichten möglich und erkennbar. Es ist die Aufgabe des Mediators, diese Sichten aufzudecken und den Parteien zugänglich zu machen, ohne sie vorzugeben.

Anwendung

Das Reframing kann durch Rückmeldungen oder Fragen ausgelöst werden. Auch eine Metapher oder gar ein Witz kann dazu beitragen, den Bezugsrahmen zu verändern:

Beispiel: Ein Mann kommt in den Himmel, nachdem er verstorben ist. Dort trifft er einen alten Freund. Auf dessen Schoß sitzt ein hübsches junges Mädchen. Der Mann fragt: "Oh ist das deine Belohnung?". Der Freund antwortet: "Nein ich bin ihre Strafe!"


Das Reframing bewirkt stets eine Veränderung des Bezugsrahmens. Die Frage beispielsweise, ob die Flasche halbvoll oder halbleer ist, ergibt sich aus der Perspektive, die entweder die eine oder die andere Bewertung erlaubt.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Alias: Umdeutung, Bezugsrahmen
Siehe auch: Ratgeber für Interventionen
Archiv: Ein Beitrag zum Werkzeugarchiv
Siehe auch: Reich (Methodenpool) mit ausführlichen Beschreibungen der Technik
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

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