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Seiten-ID: 917 Migrationsstrategie - Von der Konfrontation zur Kooperation 4-Inhalt »  (04) Mediieren (Verfahren) »  Strategie 3-Abteilung »  Archiv

Migrationsstrategie Der steinige Weg in den Konsens

Im Streit neigen Parteien dazu sich abzulehnen. Der Vorschlag der einen Partei wird zurückgewiesen, weil er von der Gegenpartei stammt. Aus dem gleichen Grund wird auch der Vorschlag abgelehnt, eine Mediation durchzuführen. Hinzukommen mag auch, dass die Parteien im Umgang miteinander gelernt haben, dass eine Kooperation mit dem Gegner nicht möglich oder zielführend ist. Die Migrationsstrategie verfolgt zwei Ansätze :

  1. Herbeiführung einer strategischen Erkenntnis
  2. Wegbereitung in die Kooperation

Strategische Erkenntnis

Um eine Konfrontation in eine Kooperation zu überführen, muss die Partei erkennen, dass die Konfrontation für sie nicht zielführend ist. Die Frage, ob eine Konfrontation für die Parteien erfolgreich sein kann oder nicht kann der berufene Entscheider immer besser treffen, als die Partei oder ein Berater. Denn er weiß, wie die Entscheidung ausfällt.

Beispiel: Der zur Entscheidung berufenen Richter kann die vor Erfolgsaussichten des Streites (und damit der Konfrontation) am besten einschätzen.

Weg in die Kooperation

Der Mensch geht immer den Weg des geringsten Widerstandes. In unserer Gesellschaft wird ihm der Weg in die Konfrontation leicht gemacht. Der Weg in die Kooperation hingegen ist eine Herausforderung. Die Partei ist oft nicht bereit und reif, ihre Strategie zu wechseln Sie wird ihre Meinung ändern, wenn sie spürt, dass der Weg in die Konfrontation ein steiniger ist und nicht der Weg in die Kooperation. Integrierte Mediation nutzt ein Modell aus der Panikforschung um ein Konzept für die schrittweise Überführung von der Konfrontation in die Kooperation zu realisieren.

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Die Panikforschung hat sich mit der Frage auseinandergesetzt wie es im Notfall gelingt ein Maximum an Personen aus dem Notausgang heraus zu schleusen. Üblicherweise bildet sich vor dem Notausgang eine Menschentraube, die den Ausgang blockiert und andere daran hindert den Raum durch den Notausgang zu verlassen.

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Indem ein Hindernis (an der richtigen Stelle) aufgebaut wird müssen sich die Besucher so verteilen, dass mehr Besucher den Notausgang passieren können. Es würde nicht viel helfen Regeln aufzustellen, die in der Not nicht einmal gelesen werden. Es hilft Hindernisse so aufzubauen, dass der Mensch automatisch den gewünschten Weg wählt.

Migrationstechnik

Die technische Umsetzung erfolgt, in dem gezielt Hindernisse platziert werden. Wenn der Weg in die Kooperation gewählt werden soll, muss der konfrontative Weg ein steiniger sein. Es müssen Hindernisse vor die Konfrontation gesetzt werden. Welche Hindernisse das sind, obliegt der Fantasie der Verfahrenswalter.

Beispiele: Der Entscheider macht deutlich, dass bei einem streitigen Vorgehen ein größerer Zeitaufwand und ein größerer Arbeitsaufwand erforderlich sind, um ans Ziel zu kommen. Er hört weg, wenn die Parteien streiten und schenkt ihnen die Aufmerksamkeit, wenn sie konstruktiv verhandeln.Er bietet Erleichterungen (Belohnungen) an, wenn kooperiert wird.


Die Erkenntnis, den Weg in die Konfrontation zu erschweren kann auch in der Mediation von großem Nutzen sein.

Beispiel: die Abteilung eines Unternehmens besteht aus vier Mitarbeitern. In der Abteilung hat sich eine feindliche Stimmung breitgemacht. Es gibt zwei Lager. Zwei Mitarbeiter zeigen andere stets bei der Geschäftsleitung an, zwei andere zeigen die Kollegen beim Betriebsrat an. Die Mediation führt zu dem Ergebnis, dass die Parteien in Zukunft selbst versuchen werden das Problem zu lösen. Die Abschlussvereinbarung sieht das vor und verlangt von den Mitarbeitern sogar dass sie sich über den Konfrontationsweg einigen. Um den Weg in die Konfrontation zu erschweren wurde schließlich vereinbart, dass sowohl die Geschäftsleitung als auch der Betriebsrat darauf achten, dass Anzeigen nur noch dann bearbeitet werden, wenn die Parteien die Vereinbarung in der Abschlussvereinbarung befolgt haben.


Hinweise und Fußnoten

Siehe auch: integrierte Mediation
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Archiv: Ein Beitrag zum Facharchiv und Werkzeugarchiv
Prüfvermerk: -

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