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Seiten-ID: 1689 Das Verständnis der Mediation orientiert sich am Konzept A) Abteilung »  03. Wissen B) Inhalt »  03. Mediation »  Ausprägung »  Mediationskonzept

Mediationskonzepte

Mediation ist nicht gleich Mediation. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen und Ausführungen, die alle der Definition entsprechen und mit dem Mediationsverständnis korrespondieren.




Wie sich die Mediation verwirklicht
woran sie sich orientiert und wie sie sich verwirklichen sollte

Die Systematik der Mediation

Um die unterschiedlichen Herangehensweisen der Mediation zu erfassen, wurde eine Systematik erstellt, aus der folgende Unterscheidungsmerkmale der Mediation erkennbar werden. Danach sind zu unterscheiden:

  1. Das Wesen. der Mediation
  2. Das Konzept der Mediation
  3. Das Modell der Mediation
  4. Das Format der Mediation
  5. Das Anwendungsfeld der Mediation und
  6. Der persönliche Stil.

Die Systematik gibt eine Ordnung vor, bei der sich die untergeordnete Ebene grundsätzlich an der jeweils übergeordneten Ebene orientiert. Es ist ein lebendiges System, das Anpassungen erlaubt. Den Ausgangspunkt bilder das Wesen der Mediation, das sich in der Definition wiederfinden sollte.

Die Notwendigkeit eines Konzeptes

Die Wesen der Mediation entsprechende Definition in §1 Mediationsgesetz erlaubt einen großen Anwendungsradius, der eine Vielfalt an Anwendungen ermöglicht. Schon jetzt zählt die Mediationsdatenbank mehr als 102 unterschiedliche Mediationen oder Verfahrensweisen, die als solches bezeichnet werden. Die Vielfalt ist gewollt. Sie ist ein Leistungsmerkmal der Mediation. Wenn sie der Willkür nicht Tür und Tor öffnen will, muss sie einen Plan kennen, an dem sich die Ausführungen orientieren.

Bei einem Konzept handelt es sich um einen klar umrissenen Plan oder ein Programm für ein Vorhaben. Auf die Mediation bezogen, muss dieser Plan die Vorgehensweise beschreiben können und die Idee hinter der Mediation verwirklichen.1 Entscheiden Sie selbst, ob der Hinweis auf die Phasen und die Grundsätze der Mediation, wie in §2 Mediationsgesetz erwähnt einen Plan zur Durchführung der Mediation ergeben. Wenn es sich um ein Konzept handeln sollte, ergäbe es einen sehr flachen und oberflächlichen Plan, der wenig hilfreich ist.




Gemeint ist der Denkansatz aus dem sich die Herangehensweise der Mediation ergibt.2 Indem sich das Konzept zur praktischen Umsetzung der Mediation auch mit ihrer Herleitung auseinandersetzt, wirkt es auch auf das Mediationsverständnis ein. In der Mediationssystematik steht das Konzept an oberster Stelle. Es folgt dem Wesen der Mediation und prägt ihren Charakter dementsprechend.

 Merke:

Leitsatz 6280 - Welches Verständnis der Mediation zugrunde liegt, ergibt sich aus dem Konzept, mit dem sich das Wesen der Mediation verwirklicht. Das Konzept erlaubt Rückschlüsse auf das Mediationsverständnis, den Mediationsradius und die Qualität der Mediation.

Aus dem zugrundeliegenden Konzept der Mediation lassen sich die grundlegenden Ausprägungen ableiten. Deshalb sind alle nachgeordneten Ebenen der Mediationssystematik dem Konzept untergeordnet.

Herleitung eines Konzeptes



Die wissenschaftliche Herleitung der Mediation mag einen Eindruck davon vermitteln, ob und gegebenenfalls welcher Plan der Mediation zugrunde liegt, damit daraus ein reproduzierbarer Vorgang mit einem Qualitätsanspruch werden kann. Sie kann dazu beitragen, die Mediation aus dem unbestimmten Bauchgefühl herauszuholen. Im Idealfall ist sie in der Lage, alle Phänomene der Mediation aufzudecken und in einen Zusammenhang zu stellen, sodass daraus ein Plan entwickeln lässt, der eine präzisere Anleitiung gibt als nur die Phasen und einige Prinzipien.

Die grundlegenden Mediationskonzepte

Die Vielfalt der Mediation lässt erwarten, dass es mehr als nur ein Konzept gibt, in dem sich die Mediation verwirklicht. Aus diesem Grund spricht auch der Titel dieses Beitrages von Konzepten in der Pluralform. Aktuell sind zwei grundlegende Herleitungen bekannt:

  1. Mediationen basierend auf dem Harvard-Konzept mit Theoriefragmenten
  2. Mediationen basierend auf der umfassenderen kognitiven Mediationstheorie

Harvard-Konzept

Auf den wissenschaftlichen Hintergrund angesprochen, wird meistens das Harvard-Konzept genannt. Auch andere Theorien werden angeführt. Bei genauem Hinsehen zeigt es sich jedoch, dass keine der üblicherweise genannten Theorien in der Lage ist, die Mediation vollumfänglich zu beschreiben und auf nachvollziehbare Formeln zurückzuführen.

Das Harvard-Konzept beispielsweise stellt keine Erforschung der Mediation dar, sondern des Verhandelns. Auch wenn seine Erkenntnisse vollumfänglich in die Mediation eingeflossen sind, kann es nur einen Bruchteil der Wirkungsweisen in der Mediation beschreiben. Auch die anderen Theorien, die als Erklärungsansatz für die Mediation herangezogen werden, sind nur in der Lage, einzelne Phänomene zu beschreiben, die in der Mediation entweder vorkommen oder auf sie Einfluss nehmen. Wenn davon ausgegangen wird, dass die zur Herleitung der Mediation herangezogenen Theoriefragmente etwa 50% der Mediation erklären können, verbleiben 50%, die über das Bauchgefühl abgewickelt werden. So lässt sich auch der ungenaue Umgang mit der Mediation erklären. Machen Sie sich selbst ein Bild. Sie finden eine Zusammenstellung der relavanten Theorien und Theoriefragmente in der Abteilung Akademie unter dem Kapitel Theorien.

Theorien, Theoriefragmente und die Mediationstheorie 

Kognitive Mediationstheorie

Wenn eine Herleitung nur einen Bruchteil der Mediation zu beschreiben vermag, liegt es auf der Hand, dass der nicht abzuleitende Teil der Mediation in einen spekulativen Raum fällt. Das erklärt das Bauchgefühl und die Tatsache, dass es bisher wohl Standards für die Ausbildung, nicht aber für die Mediation gibt.3

Im Idealfall beschreibt die wissenschaftliche Herleitung die notwendigen Elemente der Mediation und deren funktionales Zusammenspiel. Sie nimmt Einfluss auf die Methodik, die Konsistenz des Vorgehens, seine Steuerungsfähigkeit und den Anwendungsradius. Sie trägt dazu bei,. das Verständnis der Mediation zu prägen und zu festigen. Ein umfassendes Konzept der Mediation ergibt sich aus der kognitiven Mediationstheorie. Sie sieht in der Mediation in erster Linie einen kognitionsbasierten Prozess der Erkenntnisgewinnung.

Die kognitive Mediationstheorie 

Bedeutung für die Mediation

Je nach dem Verständnis der Mediation, ergeben sich ganz unterschiedliche Sichten und Anwendungen. Wer die Mediation auf ein Verfahren i.S.d. §1 Mediationsgesetz beschränkt, wird ihre Anwendiung außerhalb dieses Verfahrens oder in anderen Erscheinungsformen weder erkennen noch für möglich halten. Wer die Mediation als eine Haltung begreift, gibt ihr schon aus diesem Verständnis heraus eine größere Bedeutung und damit zusammenhängend einen größeren Anwendungsrahmen4 .

Jeder Mediator sollte sich im Klaren darüber sein, welches Verständnis der Mediation er seinem Wirken zugrundelegt und welches Konzept daraus abzuleiten ist. Die wissenschaftliche Herleitung wirkt sich auf das Mediationsverständnis, den Mediationsradius und die Qualität der Mediation aus.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.
Bearbeitungsstand: 2021-01-05 10:58 / Version 37.
Aliase: Mediationskonzept
Siehe auch: Mediationsverständnis, Erkenntnis, Theorien, Mediation-Definition
Prüfvermerk: -

1 Siehe zur Konnotation des Begriffs https://www.duden.de/rechtschreibung/Konzept
3 Ausnahme siehe Benchmarks, die aus der kognitven Mediationstheorie abgeleitet werden
© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Mediationskonzepte" (2019) unter Wiki-to-Yes.org/Mediationskonzepte
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Administrator und Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Dienstag Januar 5, 2021 10:58:42 CET von Administrator.