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Seiten-ID: 113 Voraussetzungen und Konsequenzen einer professionellen Mediatorentätigkeit 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 4-Inhalt »  (07) Recht »  Berufsrecht
Beruf
Von der Berufung zum Beruf 

Um die Mediation professionell anbieten zu können, bedarf es gewisser Übereinstimmungen, was den Beruf ausmacht, damit alle dasselbe meinen, wenn von dem Beruf des Mediators die Rede ist.

Der Berufsmediator



Der Gesetzgeber wollte zwar eine Diversifikation der Mediation, also eine Aufsplitterung, vermeiden. Genau das triftt aber ein. So genannte Anwaltsmediatoren beispielsweise leiten für sich Beratungsprivilegien aus dem Rechtsdienstleistungsgesetz her. Auch für Notare gelten abweichende Vorschriften. Der Markt erfordert immer wieder neue Erfindungen, um mit der Mediation ein Einkommen zu erzielen. Das Mediationsverzeichnis mag dafür ein Beleg sein. Die Mediation wird fälschlicherweise als ein Nebenberuf angesehen. Es gibt keine begriffliche Unterscheidung zwischen dem Mediator als Funktion und dem Mediator als Beruf. Fest steht jedoch:

 Merke:

3342 - Die Mediation ist mit einem Handwerk zu vergleichen, das Kunstfertigkeit erfordert. Es gibt Regeln der Kunst und Pflichten, die es zu beachten gilt unabhängig davon, ob der Mediator ein Handwerker oder ein Heimwerker ist

Wenn von der Mediation als ausgeübter Beruf gesprochen wird, werden die Handwerker angesprochen. Das sind Mediatoren, die das Handwerk professionell ausüben und als Berufsmediatoren auftreten. Eine Übersicht über die beruflichen Aspekte der Mediation enthält der Beitrag Beruf.

Mediation als Beruf

Berufsbezeichnung

Auch wenn es eine Neigung dazu gibt, den Berufsmediator schlicht als Mediator zu bezeichnen, ist der Begriff nicht hinreichgend klar, um seine Tätigkeit korrekt zu umschreiben. Die Mediation ist eine hinkende Dienstleistung. Die Berufstätigkeit geht deshalb meist über die Durchführung der Mediation hinaus. Auch die Nachfragesituation erfordert ein kreatives Angebot1 , das über die Durchführung einer reinen Mediation hinausgeht. Ein Mediator wird deshalb auch eine Schlichtung anbieten und Unterstützung bei Verhandlungen. Für den Kunden ist es verwirrend, wenn der Beruf an ein Verfahren geknüpft wird, die Berufstätigkeit aber darüber hinausgeht.

Beispiel Berufsbezeichnung: Die Partei geht zu einem Anwalt, der eine Schlichtungsstelle betreibt und Mediation anbietet. Die Partei geht zu einem Anwalt und Mediator, der eine Schlichtung durchführt. Die Partei geht zu einem Therapeuten, der eine Mediation durchführt


Erwartet der Kunde nicht, dass ein Mediator eine Mediation durchführt, ein Schlichter eine Schlichtung, der Anwalt eine Rechtsdienstleistung, der Therapeut eine Therapie, usw.? Wenn der Berufsinhaber mehrere Verfahren durchführt, müsste er sich allein im Interesse einer begrifflichen Klarheit mit den zum Verfahren passenden Berufsbezeichnungen benennen. Ein Anwalt ist also Anwalt und Mediator und gegebenenfalls auch Schlichter. Ein Therapeut ist Therapeut und Mediator und gegebenenfalls Coach usw. Wenn er mehrere Verfahren anbietet, erklärt sich seine Einsetzbarkeit besser, wenn er sich mit dem passenden Oberbegriff, also etwa Streitvermittler bezeichnet und die Verfahren als Dienstleistungsangebote aufführt.

§5 Mediationsgesetz verknüpft die Verwendung des Begriffs Mediator mit einer fachlichen Qualifikation und führt den Begriff zertifizierter Mediator ein. Ein Berufsmediator kann also Mediator oder zertifizierter Mediator sein. Wie sich die Qualifikationsmerkmale abgrenzen, ergibt der Beitrag Mediator-Beruf.

Der Berufsmediator

Berufsangabe

§5 Mediationsgesetz erwähnt den Mediator und den zertifizierten Mediator. Ohne dass dies ausdrücklich erwähnt ist, sind damit wohl Berufsbezeichnungen gemeint. Eine Berufsqualifikation i.S.v. Artikel 3 der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen ist jedoch nicht vorausgesetzt. So wie die meisten Berufe in Deutschland nicht reglementiert sind2 ist auch der Mediator als ein nicht reglementierter Beruf anzusehen3 . Wie jeder Dienstleister ist der Mediator jedoch zu Mindestangaben hinsichtlich seiner Dienstleistungserbringung verpflichtet4 .

Informationspflicht

Berufsrecht

Ein eigenständiges Berufsrecht gibt es nicht für Mediatoren. Trotzdem haben einige Berufsgruppen Voraussetzungen für die Ausübung der Tätigkeit als Mediator und die Berufsbezeichnung festgelegt. Zu nennen sind die Rechtsanwälte, die Notare und die Steuerberater. Grundsätzlich verdrängt das Mediationsgesetz als Lex specialis andere rechtliche Regelungen. So orientiert sich beispielsweise die Verschwiegenheit der Rechtsanwälte, die als Mediator tätig werden, an dem MediationsG und nicht an dem weitergehenden, anwaltlichen Schweigerecht.

Berufsnachweis

Viele Berufe benötigen eine Zulassung. Die Ausbildung ist dafür nicht genug.

Beispiel Berufsqualifikation: Sie haben das 2. juristische Staatsexamen bestanden oder sind Dipl. Psych. Damit haben Sie eine Berufsqualifikation erworben aber noch lange nicht die Zulassung zur Arbeit als Rechtsanwalt oder Therapeut.


Für die Mediation ist eine solche Zulassung bisher nicht vorgesehen. Sie wäre mit einem Makler oder Unternehmensberater zu vergleichen, der seinen Beruf ebenfalls nur nacxh Deklaration ausüben kann.

Berufszertifikat

Berufsanmeldung

Der Mediator übt einen freien Beruf aus. Es bedarf also keiner Gewerbeanmeldung, wenn er die Berufstätigkeit aufnimmt. Allerdings muss er beim Finanzamt anmelden, dass er freiberuflich Einkünfte erzielt. Die Frage, ob der Mediator einen freien Beruf ausübt oder nicht ist im Gesetz nicht eindeutig geregelt. Es bedarf der Auslegung, besonders hinsichtlich der gewerberechtlichen Vorschriften. Hinweise zur Auslegung und die Begründung, warum der Mediator sowol steuer- als auch gewerberechtlich ein freier Beruf ist, ergeben sich aus dem Beitrag Mediator, ein freier Beruf?.

Rechtsform

Mediationsdienstleistungen könnnen, obwohl kein Gewerbe, in der Rechtsform einer GmbH oder einer anderen Gesellschaft angeboten werden. Dann gilt das für die gewählzte Gesellschftsform geltende Recht. Es ist darauf zu achten, dass der handelnede Mediator einen unabhängigen Status hat.

Sozietät, ...

Berufstätigkeit

Es genügt nicht, ein Schild an die Tür zu hängen. Ganz abgesehen davon, dass dieser Plan eine Tür benötigt , an der man ein Schild anhängen kann, bedarf es eines weiteren Equipments und einer Organisation, die ein professionelles Auftreten und Arbeiten möglich macht. Die Anforderungen sind nicht hoch, weshalb ein Berufseinstieg leicht möglich ist. Trotzdem gibt es einiges zu bedenken. Genug, um sich damit in einem Beitrag auseinanderzusetzen, der sich mit der Realisation der Berufstätigkeit auseinandersetzt.

Verwirklichung

Berufsaufsicht

Wer überwacht die korrekte Ausübung der Mediation und die Einhaltung berufsrechtlicher Vorschriften?
Mangels berufsrechtlicher Regelungen ist diese Frage weder eindeutig noch einheitlich zu beantworten. Entnehmen Sie Einzelheiten dazu bitte dem Kapitel Berufsaufsicht.

Berufsaufsicht

Haftung

Haftungsfragen unterliegen nicht dem Berufsrecht, sondern dem Recht der Mediationsausführung, also dem Mediationsrecht. Das Mediationsrecht gestaltet die Ausführung der Mediation und ist vom Berufsrecht zu unterscheiden. Antworten auf Fragen zu den Pflichten des Mediators bei der Verfahrensdurchführung, den Regeln der Kunst und zur Haftung finden Sie also nicht im Berufs- sondern im Mediationsrecht.

Mediationsrecht

Versicherung

Sicherheit gefällig? In Österreich besteht für Mediatoren (wenn sie in Zivilrechtssachen tätig werden) eine Haftpflichtversicherungspflicht. In Deutschland ist das noch nicht der Fall. Eine Versicherung ist jedoch möglich. Die Rede ist von einer Vermögensschadensversicherung. Rechtsanwälte, Steuerberater sind versicherungspflichtig. Deren Vermögensschadenshaftpflichtversicherung umfasst auch die Mediation. Ein eigenständiger, freiberuflicher Mediator unterliegt keiner Versicherungspflicht. Die Frage, ob ein Mediator versichert sein sollte oder muss wird kontrovers diskutiert. Wenn er sich an die “Kunstregeln” der Mediation hält braucht er sicher keine. Aber das gilt für jeden Dienstlsieter und Werkunternehmer. Die Ansicht, der Mediator sei für das Verfahren zuständig und die Parteien für das Ergebnis ist erstens so nicht korrekt und zweitens kein Freibrief.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-04-16 23:59 / Version 88.
Aliase: Mediator (Beruf), Berufsausübung, F04-Berufsausübung, Berufstätigkeit, reglementierter Beruf
Siehe auch: Beruf, Mediator-Beruf, Berufsausübung
Diskussion: Ist Mediator ein Beruf?

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3 Arg.: der Beruf ist nicht in der regulativ Professions - Datenbank und in der Datenbbank der Arbeitsagentur gelistet. Beide Quellen abgelesen am 17.7.2017
© Wiki to Yes: Trossen, Arthur "Berufsausübung" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Mediation-Berufsausübung
Erstellt von Administrator. Letzte Änderung: Dienstag April 16, 2019 23:59:02 CEST by Arthur Trossen.