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Seiten-ID: 854 Manipulationen in der Mediation. Wer beeinflusst hier wen? 4-Inhalt »  Methodik »  Kommunikation  3-Abteilung »  Archiv

Manipulation

In der Technik wird der Begriff wertneutral in seiner ursprünglichen Bedeutung vewrendet. Er kommt aus dem Lateinischen und setzt sich zusammen aus manus ‚Hand‘ und pulere ‚füllen‘ und wird als Handhabung verstanden. In der Psychologie und im alltäglichen Sprachgebrauch bekommt er eine Wertung. Hier steht die Manipulation für das verdeckte Beeinflussen eines Menschen zu seinem Nachteil.




Wer beeinflusst wen und wozu?

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Beeinflussung durch den Mediator

Ja und nein. In keinem Fall wird verdeckt manipuliert und erst recht nicht zum Nachteil einer Partei. Zutreffend ist allerdings, dass der Mediator den Fokus des Denkens verschiebt. Er versucht Sichtänderungen möglich zu machen. Seine Rückmeldungen haben stets einen positiven Akzent und lenken den Blick in die heile Welt und das Denken in eine Ja-Straße. Allerdings vergewissert er sich stets bei den Parteien, dass diese Rückmeldung auch Bestandteil ihres Denkens ist. Der Grundsatz der Freiwilligkeit garantiert, dass die Parteien mit dem Weg des Denkens einverstanden sind. Transparenz und Offenheit sind wichtige Prinzipien des Mediators. Alle Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Der Mediator hat keine Direktionsbefugnis. Die Zuführung in ein positives Denken ist keine Beeinflussung, die gegen den Willen der Parteien stattfindet und von ihnen sogar mit der Entscheidung für eine Mediation beauftragt wurde.

Beeinflussung durch die Parteien

Wenn die Parteien zur Beinflussung neigen, kommt es darauf an, wer manipuliert werden soll.

Beeinflussung des Mediators
Die Versuche, den Mediator beeinflussen zu wollen, kann aus der missverstandenen Verfahrensstrategie heraus erfolgen. Möglicherweise haben die Parteien übersehen, dass der Mediator nicht entscheidungsbefugt ist. Mehr noch; er ist auch nicht in dem operativen Meinungsbildungsprozess für die Lösung beteiligt. Dies ergibt sich aus dem Grundsatz der Indetermination. Wenn er seine Rolle korrekt ausübt, kann auch er nicht von den Parteien beeinflusst werden. Seine gesetzlich geschützte Unabhängigkeit macht ihn weisungsfrei.
Beeinflussung des Gegners
Richten sich die Manipulationsversuche an den Gegner, muss sich der Mediator damit auseinandersetzen. Er muss sicherstellen, dass die Parteien eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen. Erkennt er, dass die partei den Manipulationen unterliegt und statt der eigenen eine aufgedrängte oder sonst unerwünschte Entscheidung treffen, muss er intervenieren. Gamz abgesehen davon interessiert er sich für das Phänomen, weil es Aufschluss über die Interessen und gegebenenfalls über die Beziehungsstruktur gibt. Er muss auch in Betracht ziehen, dass es sich um ein Verhaltensmuster handelt, das in dem fraglichen Beziehungssytem geübt wird und gegebenenfalls sogar unbewusst erfolgt. Dann ist es an dem Mediator, den Parteien andere Tools an die Hand zu geben (wie z.B. die Mediation), mit denen sie ihre Interessen auch auf ehrlichem, offenen Weg erzielen können.

Wertfreies Verstehen

In der Mediation kommt es nicht darauf an das irgendwer irgendwen beeinflusst, außer wenn dies zur Klärung beiträgt. Eine operative Beeinflussung ist weder für die Parteien noch für den Mediator möglich. Der Mediator ist die personifizierte Metaebene für die Parteien, die nur funktioniert, wenn er wertfrei versteht, was die Parteien meinen. Manipuliert er ihre Meinung, verlässt er die Rolle eines Mediators und begeht einen Mediationsfehler.

Der Mediator muss sich auch im Klaren darüber sein, dass er die Metaebene verlässt, wenn er durch die Beeinflussungsversuche (egal gegen wen sie sich richten) Antipathien oder gar Wut entwickelt. Er mag seine Gefühle als Hinweis auf das Verhalten verstehen und sich fragen, warum er so darauf reagiert. Er muss sich im Klaren darüber sein, dass er in diesem emotonalen Setting möglicherweise die neutrale wertefreie Sicht verliert und dahin zurückkommen.

Bedeutung für die Mediation

Grundsätzlich haben Manipulationen in der Mediation nichts zu suchen. Es gibt allerdings Interventionen, die nicht aufgedeckt werden können. Sie verlieren dann ihre Wirkung.

Beispiel - Technik mit Ansage: Eine paradaxe Intervention wäre nicht mehr paradox und würde ihre Wirkung verlieren,. wenn der Mediator sie ankündigt.


Andererseits gibt es Methoden und Techniken, die angesagt werden müssen, damit sie ihre Wirkung entfalten. Der Mediator ist darauf angewiesen, maximale Transparenz herzustellen. Zum Einen, um den Parteien ein Vorbild zu sein und zu zeigen, dass die Offenheit Chancen eröffnet. Zum Anderen weil er für jede Entscheidung einen Konsens herbeiführen muss. Er hat - anders als ein Richter - keine Entscheidungsbefugnis, auch nicht für Verfahrensentscheidungen. Die Frage, ob verdeckte Beeinflussungen möglich sind, hängt also im Wesentlichen von der wahl der Techniken ab. Keinesfalls sind Beeinflussungen zum Nachteil der Parteien oder mit der Absicht zulässig, eine bestimmte Lösung herbeizuführen. Der Mediator muss also im Einzelfall abwägen, ob er seine Aufgabe, maximale Transparenz herzustellen, im Interesse der Medfiationsverwirklichung zurückstellt oder nicht.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.
Bearbeitungsstand: 2019-12-03 14:16 / Version 10.
Alias: Beeinflussung
Hinweis: Auf dieser Seite werden Aufgaben beschrieben, die im Beitrag Aufgabenverzeichnis erfasst und gelistet sind.
Prüfvermerk: -

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© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Manipulationen in der Mediation. " (2019) unter Wiki-to-Yes.org/Manipulation
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Dienstag Dezember 3, 2019 14:16:08 CET von Arthur Trossen.