Lade...
 
Wiki to Yes, das Metaportal
Seiten-ID: 1816 Der Kontext in der Mediation legt die Zusammenhänge offen B) Inhalt »  05. Methodik »  3. Verstehen »  Wahrnehmung A) Abteilung »  08. Archiv

Kontext

Laut Duden beschreibt der Kontext den umgebenden Text einer sprachlichen Einheit oder den inhaltlichen Gedanken-, Sinnzusammenhang, in dem eine Äußerung steht, und dem Sach- und Situationszusammenhang, aus dem heraus sie verstanden werden muss. Der Kontext ist also einen Verstehensmerkmal, das zum korrekten und vollständigen Verständnis eines Problems oder einer Aussage beiträgt.

In gewisser Weise steht der Kontext im Gegensatz zur rhetorischen Tilgung, die die Information durchweg Leistungen attraktiv macht. Die Gefahr Informationen zu verändern, in dem der Kontext aus dem Blick verloren geht ist allseits bekannt. Einzelne Zitate einer Rede werden aus dem Zusammenhang gerissen, sodass sie eine andere Bedeutung bekommen. Dass dies in der Mediation nicht zielführend sein kann, liegt auf der Hand.

Anwendungsfälle in der Mediation

Der Kontext wird in der 1.Phase, in der 2.Phasde und durchgängig hergestellt.

1. Phase:

Schon bei der Initialisierung des Verfahrens achtet der Mediator darauf, dass der Kontext, aus dem heraus die Mediation in Anspruch genommen wird allen Beteiligten bekannt ist. Gleich zu Beginn weist er auf eventuelle Vorkontakte hin und erläutert, wie das Verfahren zustande gekommen ist. Er erläutert den Parteien, was er bereits über das Problem erfahren hat und wie es sich in die Konfliktbewältigung der Mediation einfügt.

Beispiel - Initialisierungsfloskel: Der Mediator führt nach der Begrüßung aus: "Soweit ich informiert wurde, geht es um eine Trennungsproblematik. Ich hatte Kontakt mit dem Ehemann, der sich telefonisch nach der Mediation erkundigt hat und mit dem dieser Termin vereinbart wurde. Ich habe es als positiv vermerkt, dass sie beide über die Mediation und stellt die Terminvereinbarung sich direkt selbst auseinandersetzen konnten. Worum es genau geht werden wir im Verlauf der Mediation noch klären. Mich interessiert deshalb zunächst was sie von der Mediation erwachten.

2. Phase:

Auch bei der Herausarbeitung der Themen in der zweiten Phase, sollten diese nicht isoliert im Raum stehen. Es ist wichtig dass sich die Themen auf einen Konflikt beziehen. Ebenso wichtig ist es, dass die gesamte Konfliktlandschaft bekannt wird, auch wenn nicht über einzelne Konflikte oder Themen gesprochen werden soll. Auch diese Herangehensweise dient dazu den gesamten Kontext aufzudecken, in dem sich das zu lösende Problem befindet.

Durchgängig:

Im generellen Verlauf der Gespräche achtet der Mediator darauf, dass rhetorische Tilgungen vermieden oder aufgefüllt werden. Auch Selektionen versucht er dadurch zu relativieren, dass er sie in einen Kontext stellt. Je nach dem Mediationskonzept ist die Bewältigung der Komplexität, mithin also die Aufdeckung aller Aspekte, die auf eine Problemlösung einwirken, eine ganz besondere Herausforderung für den Mediator.

Bedeutung für die Mediation

Der Mediator sollte in seiner Wahrnehmung darauf geschult sein, stets das ganze Bild im Blick zu haben. Der Kontext ist für das Verstehen unerlässlich. Sie können beobachten, wie schnell er im Gespräch bedingt durch das selektive und lineare Denken verloren geht. Wie wichtig der Kontext ist, ergeben die Beispiele zum Loopen1 . Bei vielen Vorlagen gelingt eine korrekte Rückmeldung nur, wenn sie in einen (unterstellten) Zusammenhang gebracht werden.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten
Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen

Bearbeitungsstand: 2020-12-18 07:36 / Version 6.
Alias: Zusammenhang
Siehe auch: Ratgeber für Interventionen
Prüfvermerk: -

1 Siehe die Übungen zum Loopen in der OMA-Ausbildung OMA-Loopen
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Administrator .
Seite zuletzt geändert: am Freitag Dezember 18, 2020 07:36:57 CET von Administrator.