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Seiten-ID: 1461 Konfliktanlässe, Ursachen und Hintergründe 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 4-Inhalt »  (06) Konflikt

Konfliktanlässe und Konfliktursachen

Die folgende Szene stellt einen Streit dar.
Erkennen Sie den Anlass? Kommt es darauf überhaut an?

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Interpunktion

Wegen der Interpunktion der Kommunikation meint Watzlawick1 , dass es keinen Sinn mache herauszufinden, wer angefangen hat. Auch das zuvor gezeigte Video gibt keinen Anhaltspunkt dafür, den Anlass oder gar die Ursache des Streits zu erkennen. Erkennbar wird lediglich, wie es zur Eskalation kommt. Man müsste in die Vergangenheit und in die Tiefe gehen, um herauszufinden was genau der Anlass für den Konflikt war.

In offenen Konflikten ist der Anlass oft klar erkennbar. Der Streit wird zwischen den Konfliktparteien ausgetragen. Bei einem verdeckten Konflikt werden Anlass und Austragung verschleiert. Schließlich ist zu beobachten, dass der Konflikt umgelenkt wird. Konfliktanlass und -austrag fallen auseinander. Die Theorie der Konfliktumleitung beschreibt, warum und wie es zu einer Konfliktverschiebung kommt, indem sich der Konfliktaustrag gegen andere Inhalte oder Personen richtet, die mit dem ursprünglichen Konfliktanlass nichts zu tun haben2 .

Identifikation

Das Erkennen von Anlässen und Abweichungen von Konflikten kann für die Konfliktanalyse von entscheidender Bedautung sein. Wenn es nicht gelingt, den eigentlichen Konflikt zu identifizieren, lässt er sich kaum beilegen. In der Literatur werden folgende Konflktanlässe beschrieben3 :

  1. Unvereinbarkeit von Zielen, Interessen, Bindungen, Anliegen, Rechtsnormen, Wertvorstellungen, Tätigkeiten, Selbstkonzepten, Pflichten, Glaubensüberzeugungen, Ansprüchen, Anforderungen, Wertungen von Personen und Sachverhalten u.a.
  2. Die Unvereinbarkeit muss sich zumindest eine der Konfliktparteien beeinträchtigt oder bedroht fühlen
  3. Sie muss (bei sozialen Konflikten) die die andere Partei für die drohende oder erfahrene Beeinträchtigung verantwortlich machen

Es wird deutlich, dass sich diese Anlässe auf äußere und innere Tatbestände beziehen. Die äußeren Tatbestände finden sich in systemischen oder strukturellen Vorgaben oder im Verhalten des anderen wieder.

Beispiel äußere Konfliktanlässe: fehlerhafte Arbeitsanweisung, Dilemmata, Kritik, Angriff, Lüge, Verrat, Vertragsverletzung, nichtgehaltenes Versprechen, nicht erledigte Arbeit, Übergriffe, Missverständnisse, Stress, Belastung, usw.


Ohne den zweiten und den dritten Konfliktanlass ginge es nur um die Unvereinbarkeit von Zielen, die sich in vielen Dilemmata und Problemen wiederfindet. In der Summe lenken die Konfliktanlässe jedoch in die innere Welt der Konfliktpartei und auf Tatbestände, die ihre Betroffenheit auslösen. Jetzt wird der Grad der Empörung zum Maßstab des Konfliktes die Emotionen der Partei helfen, den inneren Anlass herauszufinden.

Die Bedeutung der Emotionen im Konflikt

Bedeutung für die Mediation

Die Mediation erfordert keine Konfliktdiagnose. Es genügt, den Konflikt zu identifizieren. Die Konfliktanlässe geben dazu Anhaltspunkte. Der Grad der Betroffenheit hat Einfluss auf die Wahl des Mediationsmodells und mithin der notwendigen Bearbeitungstiefe.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-12-19 10:59 / Version 10.
Aliase: Konfliktumleitung
Siehe auch: Rumpelstilzcheneffekt
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© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Konfliktanlässe" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Konfliktanlass
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Seite zuletzt geändert: am Mittwoch Dezember 19, 2018 10:59:54 CET von Administrator.