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Seiten-ID: 1711 Kindesrückführungsfall A) Abteilung »  09. Bereich »  Wiki unlimited »  Training B) Inhalt »  08. Beruf »  Praxis »  Fälle

Die Arbeit an und mit Fällen ist ein zentrales Thema in der Mediation.
Deshalb geben Ihnen die folgenden Kapitel Gelegenheit, sich mit der Arbeit am Fall näher zu befassen:

Fallbeispiele Falldatenbank Fallstudien Fallbearbeitung Arbeitshilfe Erfahrungen  

Kindesrückführungsfall

So ist das Leben ...
Vor etwa 4 Jahren wurde das Vormundschaftsgericht mit dem Fall einer getrennt lebenden Mutter von 2 Kindern befasst. Die Frau litt möglicherweise unter einer psychischen Erkrankung. Offensichtlich war, dass sie nicht mehr in der Lage war, ihren häuslichen Bereich zu organisieren. So erlebte der Vormundschaftsrichter die Wohnung bei mehreren Hausbesuchen in einem unverändert desolatem und sogar konkret gesundheitsgefährdenden Zustand. Der Aufforderung, die Wohnung in einen menschenwürdigen Zustand zu versetzen, kam die Betroffene nicht nach. Ihr fehlte der dazu erforderliche innere Antrieb. Im Einvernehmen mit ihr wurden die Kinder daraufhin in eine Pflegefamilie verbracht. Die Betroffene wurde unter Betreuung gestellt. Die Betreuerin wurde beauftragt, die Therapie der Mutter und eventuelle Kindkontakte zu gewährleisten. Leider konnte die Betroffene ihre Betreuerin nicht akzeptieren. Dieses Phänomen wiederholte sich von Betreuer zu Betreuer, von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter von Richter zu Richter. Alle mit dem Fall befassten Personen bemerkten schnell, dass die Betroffene nur beschränkt in der Lage war, den ihr gemachten Aufforderungen nachzukommen. Ihr Antriebskraft reichte nicht aus. Die Zeit geht ins Land. Im Abstand von etwa ½ Jahr meldet sich die Betroffene bei den Behörden. Sie fordert verstärkten Kindkontakt und mitunter sogar die Rückgabe der Kinder. Die Behörden haben die Bedingungen, unter denen die Kinder (theoretisch) zurückkehren dürfen, immer und immer wieder aufgezeigt. Dennoch änderte sich nichts. Die Betroffene schaffte es nicht, eine kindgerechte Versorgung herzustellen. Nicht einmal gelang es ihr, die Wohnung in Ordnung zu bringen. In der Folge finden unzählige Gerichtsverfahren statt. Es gibt Streit mit den Pflegeeltern. Die Folge ist die Distanzierung von den Kindern. Die Betroffene gilt zunehmend als schwierig. Sie wird lästig. Ihre Angriffe können jedoch leicht zurückgewiesen werden. Mit jedem Anwaltswechsel findet die Betroffene einen Vertreter, der die Situation zunächst ebenso ungerecht empfindet wie sie selbst. Dann bemerkt er, dass eigentlich keiner das Interesse hat, der Mutter in irgendeiner Form zu schaden. Im Gegenteil. Man hat sich redlich bemüht. Im Lauf der Zeit war jedoch eine Resignation eingekehrt. Dies nicht wissend, versucht jeder neu mandatierte Anwalt Interventionen, die zuvor schon von seinen Vorgängern erfolglos verlaufen waren. Dies geschieht so lange, bis auch er resigniert oder merkt, dass er die Sache nicht kostendeckend zu Ende führen kann. Die Intervention der Betroffenen verläuft im Sande, bis sie wieder genug Antriebskräfte für eine neue Intervention mit einem neuen Anwalt gewonnen hat.
Kann der Frau geholfen werden?
Was ist mit den Kindern?

Briefing

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-11-10 13:31 / Version .
Siehe auch: OMA
Diskussion (Foren): Erfahrungen mit Fällen und der Fallarbeit, OMA Mediatorenausbildung. Vorschläge, Kritik, Kommentare
Geprüft: Arthur Trossen

An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Sonntag November 10, 2019 13:31:02 CET von Arthur Trossen.