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Seiten-ID: 1687 Hochsensibilität, eine Fähigkeit, die eine Charaktereigenschaft nach sich zieht und keine Krankheit ist B) Inhalt »  06. Konflikt »  Emotionen A) Abteilung »  08. Archiv

Hochsensibilität

Der Begriff wurde vor 32 Jahren erstmals von der Forscherin Elaine N. Aron eingeführt. Er beschreibt ein Phänomen, das Maria Anna Schwarzberg wie folgt auf den Punkt bringt:1

Ich war ein implodierendes Chaos, das gar nicht wusste, wohin mit sich.



Die etwas andere Wahrnehmung
Fluch und den Segen der Hochsensibilität

Definition

Die Hochsensibilität beschreibt das Phänomen, wenn das Gehirn äußere Reize stärker als gewöhnlich wahrnimmt. Sinnesreize wie Gerüche, Geräusche, Bilder, Geschmäcker oder Ertastbares werden stärker als gewöhnlich wahrgenommen. Die Reizkanäle sind, wenn man so will, ständig geöfffnet. Es kommt zu Belastungen und Überforderungen, die zu einer anderen Selbstwahrnehmung der Betroffenen führt.

Phänomenonolgie

Maria Anna Schwarzberg beschreibt das Phänomen ysehr eindrucksvoll in dem Interview von Raphael Weiss. Sie führt aus, dass es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Charaktereigenschaft handele. Bemerkenswert ist, dass etwa 20% der Menschen diese Fähigkeit besitzen.

Die Reizkanäle sind ständig offen. Das Gehrin muss also mehr Reize verarbeiten als üblich. Die Reizüberflutung kann sowohl eine Überlastung wie eine Überforderung darstellen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Betroffenen das Phänomen oft selbst gar nicht erkennen. Das Eingangszitat lässt erkennen, was hochsensible Menschen erleben.

Merkmale

Schwarzberg führt aus, dass sich die Hochsensibilität bei jedem Menschen anders äußere. Häufig sei die auditive Überreizung. Auch eine Unverträglichkeit von Alkohol, Drogen, Rauchen, Zucker in rauen Mengen wird berichtet. Man bemerke sehr schnell, welche Grundstimmung in einem Raum herrscht und wie sich die Stimmung verändert. Schwarzberg spricht nicht davon, die Gefühle anderer aufzunehmen, obwohl das ein Phänomen ist, das viele Hochsensible beschreiben. Sie vergleicht das Phänomen wie bei Sherlock Holmes, der über seine Sinneskanäle viel mehr wahrnehme, auch kleine Veränderungen. Das Gehirn zöge dann sehr schnell Rückschlüsse über den Gemütszustand anderer.

Merkmale der Hochsensibilität lassen sich dem von Elaine N. Aron veröffentlichten Testformular entnehmen. Die Partei kann auch anhand eines Selbsttests herausfinden, ob sie hochsensibel ist oder nicht.

Selbsttest Hochsensibilität

Therapie

Weil es sich bei dem Phänomen nicht um eine Krankheit handelt, sei auch eine Therapie nicht zwingend erforderlich. Sie kann aber angebracht sein. Der erste Schritt der Anpassung liegt darin, sich des Phänomens bewusst zu werden, um nicht an sich selbst zu zweifeln. Das subjektive Erleben der Betroffenen lässt sie an sich zweifeln. Ihre Andersartigkeit ist für sie wahrnehmbar. Betroffene neigen dazu, sich als falsch einzuschätzen, woraus ein kaum zu bewältigenderer Anpassungsbedarf entsteht, wenn er die Betroffenen dazu veranlasst sich dem erhöhten Reizaufkommen der Anderen auszusetzen.

Bedeutung für die Mediation

Der Mediator sollte wissen, dass es solche Phänomene gibt. Sie helfen, die Parteien besser zu verstehen, umso mehr, wenn sie selbst das Phänomen nicht erkennen und die Ursachen an anderer Stelle vermuten. In der Mediation selbst wird der Mediator ohnehin darauf achten, dass äußere Reize reduziert sind, sodass sich die Teilnehmer besser aufeinander konzentrieren können.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen. Zitiervorgabe im ©-Hinweis.
Bearbeitungsstand: 2019-09-06 07:28 / Version 4.
Siehe auch: Wahrnehmung, Interpretation, Krankheit, Charakter
Literaturhinweise: Weiss (Hochsensibilität) - 2019-09-06

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Hochsensibilität" (2019) unter Wiki-to-Yes.org/Hochsensibilität
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Freitag September 6, 2019 07:28:07 CEST von Arthur Trossen.