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Seiten-ID: 881 Eine gemeinsame Basis ist die Voraussetzung für einen gemeinsamen Weg A) Abteilung »  03. Wissen B) Inhalt »  04. Prozess (Mediation) »  Ziel und Zweck

Gemeinsamkeiten

Ein gemeinsames Ziel braucht eine gemeinsame Basis

Die Parteien haben sich auf ein gemeinsames Ziel verständigt, nämlich eine allseits zufriedenstellende, einvernehmliche Lösung zu finden. Sie können dieses Ziel nur erreichen, wenn sie einen gemeinsamen Nenner finden und einen Ausgangspunkt, von dem sie die Lösung gemeinsam entwickeln können.




Die gemeinsame Basis
für eine konstruktive Lösung

Die mediative Strategie

Die Mediation arbeitet Gemeinsamkeiten heraus, um dadurch eine Basis für die einvernehmliche Lösung zu schaffen. Der Mediator unterstützt sie dabei. Er muss sich noch nicht einmal sehr anstrengen, denn die Gemeinsamkeiten werden aus dem Prozess heraus entwickelt und sind für die Parteien selbst erkennbar. Allerdings gelingt das nicht immer. Dann muss der Mediator etwas nachhelfen.

Warum Gemeinsamkeiten wichtig sind?

Konträrer Lösungsansatz


Bei dem konträren Ansatz. Jede Partei die Lösung auf ihrer Position auf. Suchen sie eine Lösung im Streit (im Widerspruch), kann es kaum ene gemeinsame Lösung geben. Die Lösungen stehen im Wettbewerb. Die eine wird gegenüber der anderen gewinnen. Der Verlierer muss sich unterwerfen, bestenfalls sieht er ein, dass sie andere Lösung besser ist.

konträre Lösungen

Paralleler Lösungsansatz


Baut man die Lösung auf Gemeinsamkeiten auf, kommt es zum parallelen Denken. Die Zielausrichtung ist identisch. Ein gemeinsamert Weg führt in die Lösung. Unterschiedliche Lösungen können sich angleichen, sodass im Ergebnis eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann.

parallele Lösungen

Gemeinsamkeiten herausarbeiten

Die Mediation hat ihren Anteil daran. Während des Verstehensprozesses stellen sich mehr oder weniger automatisch Gemeinsamkeiten her. Der Mediator geht in kleinen Schritten vor. In kleinen Schritten, die gemeinsam gegangen werden, lassen sich Gemeinsamkeiten schneller und leichter finden. Sie werden die Basis für den Weg der Lösungsfindung.

Den Widerspruch auflösen

Außer den Parteien sind die Lösungen im Widerspruch. Man könnte sagen, die Parteien benutzen den Widerspruch der Lösung um ihrer gegensätzlichen Befindlichkeit (um nicht zu sagen Ablehnung) Ausdruck zu verleihen. Die Mediation erlaubt keine Diskussion über den Widerspruch. Die Diskussion sollten Phase zwei abgeschlossen sein. Der Blick auf die Interessen (Motive und Bedürfnisse) erlaubt er das Aufspüren von Gemeinsamkeiten.

Beispiel Umgangsstreit: Bei dem Streit über das Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Kind trägt die Mutter in Phase drei vor: "Ich will, dass das Kind bei mir ist. Dann weiß ich, dass es gut aufgehoben und sicher ist". Die Mutter präsentiert eine Lösung. Der Vater kann damit nicht einverstanden sein. Auf der Streitebene würde er reagieren: "Das musst du gerade sagen, du passt doch selbst nicht auf das Kind auf!". Das muss niemand hören. Bevor zur Erwiderung kommt paraphrasiert der Mediator deshalb: "Ihnen ist es wichtig, dass das Kind sicher verwahrt ist". Bestätigung wird eingeholt. Der Mediator fährt fort, bevor die Gegenpartei erwidern kann: "Was sind die Kriterien für eine sichere Verwahrung?". Die Mutter kann Sekretärin jetzt nennen, ohne dass es dabei zu Angriffen kommt. Im Gegenteil! der Vater wird wahrscheinlich den Kriterien zustimmen, denn im Zweifel möchte auch er, dass sein Kind sicher verwahrt ist. Wie sich die Kriterien herstellen lassen (Lösung) wird erst erörtert, nachdem die Parteien über die Kriterien einig geworden sind.

Ebenentauchen

Wir halten fest, dass es auf der Lösungsebene (zumindest zunächst) keine Gemeinsamkeiten gibt, weil die von den Parteien vorgestellten Lösungen im Widerspruch sind. Eine Ebene tiefer, auf der Interessenebene, lassen sich eher Gemeinsamkeiten finden. Sollte auch das nicht gelingen, muss der Mediator noch eine Ebene tiefer gehen, indem er sich auf die Bedürfnisebene begibt. Findet sich auch hier keine Gemeinsamkeit, muss er noch eine Ebene tiefer gehen. Das geschieht so lange, bis es eine Gemeinsamkeit gibt von der aus eine Lösung entwickelt werden kann. Der Vorgang wird Ebenentauchen genannt. Grafisch lässt er sich wie folgt darstellen:

Die Grafik ist eine starke Vereinfachung. Entscheidend ist, dass der Mediator die widersprüchliche Streit- oder Lösungsebene (Position ≠ Position) verlässt und erst dann wieder auf sie zugeht, wenn sich eine gemeinsame Basis hergestellt hat. Natürlich sammelt er auf jeder Ebene Gemeinsamkeitspunkte und Erkenntnisse, der die andere Partei zustimmen kann. In ihrer Summe stellen sie wiederum eine Ebene dar, die als gemeinsame Plattform für die Entwicklung eines Lösungsmodells herhalten kann.

Ebenentauchen

Bedeutung für die Mediation

Das Herausarbeiten von Gemeinsamkeiten ist strategisch mindestens ebenso bedeutsam wie psychologisch. Die Parteien können nur dan einen gemeinsamen Weg (bei der Lösungssuche) gehen, wenn sie ein gemeinsames Ziel haben und von einem gemeinsamen Ausgangspunkt aus starten. Den ersten Schritt in eine Gemeinsamkeit haben Sie mit der Vereinbarung zu Mediationsverfahren hinter sich gebracht. Jetzt müssen Sie Ihre Positionen überwinden. Die Mediation geht strategisch darauf ein, in dem sie den Streit in der Phase zwei belässt und in der Phase drei nach Motiven sucht, wo Gemeinsamkeiten möglich sind.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-12-19 10:45 / Version 32
Alias: Ebenentauchen
Prüfvermerk: Administrator

© Wiki to Yes: Trossen, Arthur Trossen "Gemeinsamkeiten" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Gemeinsamkeiten
An dieser Seite haben mitgearbeitet: Administrator und Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Mittwoch Dezember 19, 2018 10:45:49 CET von Administrator.