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Die Arbeit an und mit Fällen ist ein zentrales Thema in der Mediation.
Deshalb geben Ihnen die folgenden Kapitel Gelegenheit, sich mit der Arbeit am Fall näher zu befassen:

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Gemeindefahrzeugfall

Ein Gemeindefahrzeug scherte plötzlich vor dem Radfahrer A auf den Radweg aus, sodass der Radfahrer gerade noch voim Fahrrad abspringen konnte. Das Rad wurde überfahren. Es gab keinen Personenschaden. Mit der Gemeinde wird über die Schadensabwicklung verhandelt.


rückwärts in eine Einfahrt

Auf dem Weg zur Arbeit fuhr ich mit meinem Rad auf einem Radweg entlang eines Grünstrei-fens. Es ging leicht bergab, sodass ich zügig unterwegs war. Auf der Grünfläche sah ich ein Gemeindefahrzeug (orangener Kleintransporter mit Ladefläche) und ein kleines Mähfahrzeug. Deshalb verlangsamte ich mein Tempo. Das Gemeindefahrzeug scherte plötzlich vor mir auf den Radweg aus und ich konnte gerade noch vor der Ladefläche bremsen. Dies sah der Fahrer des noch auf dem Grünstreifen stehenden Mähfahrzeugs, sprang aus der Fahrerka-bine und rief winkend dem Fahrer des Gemeindefahrzeugs „Halt“ zu. Dieser deutete das Winken seines Kollegen als „Rückwärtsfahren“ und fuhr rückwärts. Ich zog mein Fahrrad rückwärts hüpfend vor mir her und klopfte schreiend mit der freien rechten Hand auf die La-defläche. Der Fahrer hörte anscheinend nichts und fuhr weiter rückwärts, sodass ich mitsamt dem Rad unter die Ladefläche gelangte. Er fuhr mit dem Hinterreifen über das Rad. Dies be-merkte er und hielt an. Sein Kollege half mir unter dem Gemeindefahrzeug heraus. Der Fahrer des Fahrzeugs war sehr erschrocken, als er sah, dass er mich überfahren hatte. Aber er stieg wieder ein und fuhr vorwärts- nochmals über mein Rad, obwohl man es auch so unter dem Fahrzeug hätte heraus ziehen können. Sein Kollege beschimpfte ihn und ich tat es ihm gleich. Der Fahrer des Gemeindefahrzeugs hob daraufhin mein Rad hoch, drehte am Vorder-rad, welches stark achterte und meinte, es wäre ja nichts passiert. Ich blutete an der Hand und war über diese Reaktion sehr wütend. Der Kollege des Fahrers notierte meine Telefon-nummer (dienstlich) und schrieb mir den Namen des Unfallverursachers auf. Voller Ärger beschimpfte ich den Fahrer nochmals und riet ihm, da er aus meiner momentanen Erregung heraus eine Gefahr für die Umwelt darstellte, endlich in Rente zu gehen (er war ca. 65 Jahre alt). Dann packte ich mein Rad und schleifte es hinter mir her in die Arbeit. Dort wurde mir bewusst, dass ich Glück gehabt hatte und der Vorfall auch hätte schlimmer ausgehen kön-nen. Ich verband dort meine Hand und musste mich erstmal setzen, da ich doch ziemlich geschockt war. Ca. eine Stunde später rief mich der Bürgermeister der Gemeinde an und fragte nach meiner Befindlichkeit. Er entschuldigte sich für seinen Angestellten und erzählte mir, dass dieser im Rathhaus zusammengebrochen war und nun im Krankenhaus sei, so geschockt wäre er. Natürlich würde die Gemeinde für die Radreparatur aufkommen. Nach dem Telefonat war ich wieder beruhigt und der Fahrer tat mir leid, da mir ja nichts Schlimmes passiert war.

Zwei Wochen später reichte ich die Rechnung für die Radreparatur bei der Gemeinde ein. Dort begegnete ich dem Bürgermeister, welcher mich bat, mit dem Fahrer des Gemeinde-fahrzeugs einen Kaffee trinken zu gehen, damit er sehen könne, dass es mir gut geht. Denn seit dem Vorfall leide er an psychischen Problemen und sei arbeitsunfähig. Ich erklärte mich einverstanden und so traf ich mich mit dem Fahrer. Er war sehr besorgt und nett und ich schämte mich etwas für meine Beschimpfungen am Unfallort. Die Sache wurde bei einem Schokocroissant bereinigt.
Zu erwähnen ist, dass meine Beziehung zu Gemeindefahrzeugen eher negativ ist (-:
Denn im Winter schaufeln die Fahrer den Schnee immer auf mein Auto, welches ich dann regelmäßig ausbuddeln muss. Dabei habe ich dem Fahrer schon eine Flasche Wein gegeben und ihn gebeten, abwechselnd auf die linke und die rechte Straßenseite zu schaufeln, damit nicht immer nur ich mein Auto ausbuddeln muss. Dies half nur eine Woche, dann musste ich wieder graben und habe es aufgegeben, mit dem Fahrer zu reden.

Da ich nun mit einem Gemeindemitarbeiter beim Kaffeetrinken saß, nutze ich die Chance und teilte ihm nochmals mein Anliegen bezüglich Autoausgraben im Winter mit. Seither buddele ich nur noch ab und an mein Auto aus und darf auch mal den Nachbarn beim Autoausgraben zusehen.
Happy End!

Briefing

Rolle des V

Rollenverhalten des Vaters:

Der Vater ist bei dem Thema extrem stark politisch engagiert. Er ist aktiv in einem Väterverband, der gegen das PAS-Syndrom vorgehen will. Das Engegent oist so stark, dass der Vater die Gerichtskorrespondenz in einem Verteiler der Vereinsmitglieder veröffentlicht. Die sich ändernde Rechtsprechung scheint ihm Recht zu geben.

  • Positionen: Das Kind soll von der Mutter getrennt werden, weil es der Mutter nicht gelingt, eine Beziehung des Kindes zum Vater aufzubauen.
  • Argumente: Die Mutter sei erziehungsunfähig und übe schlechten Eiunfluss auf das Kind aus. Sie sei auch lesbisch und habe wegen der Beziehung zu ihrer nbeuen Frau selbst die Kindesinterssen vernachlässigt.
  • Interessen: Kontakt mit dem Kind um jeden Preis
  • Prozessverhalten: V zieht alle Register und scheut keine Kosten
Rolle der M

Rollenverhalten der Mutter:


M sieht sich als Beschützerin des Kindes. Die Wut gegen den V ist aber extrem groß, weil V sie nicht in Ruhe lässt. M denkt, das Verhalten des V sei durch die Trennung veranslasst. Sie bestreitet, dass sie lesbisch sei und führ die Trennung auf das Verhakten des V zurück. Verbal stimmt sie natürlich zu, dass ein Kind eine möglichst reibungslose Beziehung zum Vater haben muss.

  • Positionen: Kind bleibt bei ihr und das Sorgerecht ebenfalls
  • Argumente: Es gibt nichts, das man der M vorwerfen könne, aber dem V
  • Interessen: Schutz des Kindes
  • Prozessverhalten: wehrt sich wie eine Löwin
Rolle des Kindes

Rollenverhalten des Kindes:


Das Kind ist inzwischen 13 Jahre alt. Es fühlt sich vom Vater verfolgt und will tatsächlich nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-11-10 12:13 / Version .
Siehe auch: OMA
Diskussion (Foren): Erfahrungen mit Fällen und der Fallarbeit, OMA Mediatorenausbildung. Vorschläge, Kritik, Kommentare
Geprüft: Arthur Trossen

An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Sonntag November 10, 2019 12:13:06 CET von Arthur Trossen.