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Felder der Mediation

In ihren unterschiedlichen Anwendungsbereichen werden Mediationen gerne als Fachmediationen beschrieben. Die Bezeichnungen Familienmediation oder Wirtschaftsmediation sind eingeführt. Der Gesetzgeber spricht von „Arten der Mediation“ und grenzt sie zu „Stilen der Mediation“ ab. Systematisch korrekt wäre es, von „Mediatiionsfeldern“ oder von der “Mediation in den Anwendungsfeldern“ zu sprechen. Mit diesen Begriffen wird deutlich, dass sich die in der Fachliteratur als Medi-ationsarten bezeichneten, unterschiedlichen Modelle der Mediation ebenso wie ihre Formen in nahezu allen Mediationsfeldern wiederfinden lassen.
Zweifellos sind die Bedingungen, unter denen die jeweiligen Fachmediationen durchgeführt werden, und die konfliktbezogene Kommunikation voneinander zu unterscheiden. Der Mediator mag dies bei der Rahmen-bildung in Phase eins individuell thematisieren und berücksichtigen.

Die mit den Fachmediationen zu differenzierenden Ausgestaltungen der Mediation werden durch die unterschiedlichen Anwendungsfelder beeinflusst.
Oft dienen ausgewiesene Fachmediationen lediglich dazu, eine besondere Kompetenz i.S. einer Spezialisierung des Mediators herauszustellen. Die von Feldern ausgehende fachliche Abgrenzung ist juristischen Fächern angelehnt. So wird aus dem Familienrecht eine Familienmediation. Folgende Fachmediationen und Mediationsfelder werden unterschieden (alphabetisch geordnet):

Fachmediationen

Das Verfahren und wofür es gut ist

BezeichnungBeschreibungFundstelle
FamilienmediationMediation in FamilienstreitigkeitenFamilienmediation
ErbmediationMediation in RechtsnachfolgesachenRechtsnachfolgemediation
CBMGrenzüberschreitende Streitigkeiten - zu unterscheiden von unterkulturellen und internationalen StreitigkeitenCrossBorderMediation
KreditmediationStreitigkeiten im Zusammenhang mit der Kreditvergaben bzw. -abwicklungKreditstreitigkeiten
Elder MediationMediation in Generationenkonflikten.Generationenkonflikte
UmweltmediationMediation im öff. BereichUmweltmediation
KulturmediationInterkulturelle MediationInterkulturelle Mediation
Täter-Opfer-AusgleichMediation in StrafsachenTäter-Opfer-Ausgleich
NachbarschaftsmediationMediation unter NachbarnNachbarschaftsmediation
SchulmediationMediation im Schulbereich, oft von Schülern als Mediatoren durchgeführt (Peer-Mediation).Schulmediation
VerbrauchermediationMediation in Konsumentenstreitigkeiten (B to C)Verbrauchermediation
Wirtschaftsmediation

Streitigkeiten mit wirtschaftlichem Bezug. GGfalls:
Mediation im Unternehmen, zwischen Unternehmen, mit Gesellschaftern und Inhabern, Rechtsnachfolge und Unternehmensübernahme, Verbraucherstreitigkeiten

Wirtschaftsmediation
interkulturelle MediationMediation bei Beteiligung von Medianden aus unterschiedlichen Kultureninterkulturelle_Mediation
GenerationenmediationMediation in Generationenkonflikten (dt. Wort für Elder Mediation).Generationenkonflikte
RechtsnachfolgemediationMediation in Rechtsnachfolgeangelegenheiten. Betroffen sind Unternehmensnachfolge, Erbschaften, usw.Rechtsnachfolgemediation
SportmediationMediation in Sportangelegenheiten.Sportmediation
Baumediation Mediation in BausachenBaumediation
GroßgruppenmediationMediation in großen Gruppen.Großmediation
FinanzmediationMediation bei Überschuldung oder FinanzierungsfragenFinanzmediation


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Notwendiges Fachwissen

Weil die Mediation ein reines Prozessmanagement ist, das selbst kein Fachwissen vorzuhalten hat, ist es durchaus umstritten, ob und inwieweit der Mediator spezifische Fachkenntnisse besitzen muss. Die Meinun-gen gehen auseinander. Die Antwort ergibt sich aus dem Wesen der Mediation. Wenn die Mediation eine Verstehensvermittlung ist, dann ist ein immanentes (also nicht von außen herbeizuholendes) Fachwissen nur in-soweit geboten, als es dazu beiträgt, die Medianden, das Problem und den Konflikt zu verstehen, nicht ihn zu lösen. Die Argumente für ein vorzuhaltendes Fachwissen bele-gen ein besseres Verständnis der Zusammenhänge, wo-bei die Kenntnis der Fachtermini vorausgesetzt wird. Die Argumente gegen ein spezifisches Fachwissen sehen in der Unbedarftheit des Mediators ein durchaus hilfreiches Merkmal, das ihn veranlasst, alles zu hinterfragen was er-forderlich ist, um die Zusammenhänge verstehen zu kön-nen. Diese Notwendigkeit kommt der Verstehensvermittlung spätestens dann entgegen, wenn einer der Median-den ebenfalls ein Laie ist. Selbst wenn der Mediator der einzige Laie ist, kann seine naive Neugier zu einem bes-seren Verständnis der Hintergründe beitragen. Andererseits hilft die Fachkenntnis, Zusammenhänge zu erken-nen, die ein Laie möglicherweise übersehen mag. Es obliegt der Verantwortung des Mediators und seiner Fall-vorbereitung, zu entscheiden, was er sich zutrauen kann und was nicht. Es ist als ein Mediationsfehler anzusehen, wenn der Mediator seine fachliche Kompetenz (fachliche Grenzen) falsch einschätzt und sie der Verfahrenskompetenz vorzieht. Seine Aufgabe ist darauf zu achten, dass fehlende Kompetenzen in das Verfahren eingebracht werden. Es ist nicht seine Aufgabe, sie vorzuhalten.

Der Mediator ist in jedem Fall gut beraten, wenn er seine Leistungsinhalte und Grenzen von vornherein im Vertrag offen legt.

Bestimmung der Leistungsinhalte und Grenzen

Mit jeder Fachbezeichnung wird eine fachliche Kompetenz unterstellt. Sie soll das Vertrauen des Kun-den wecken und die Nachfrage erleichtern. Die Einführung von Fachmediationen hat also durchaus eine mer-kantile Bedeutung. Konflikte orientieren sich nicht an Fachbereichen. Ein Mediator sollte stets ein Generalme-diator sein, der mit allen Konfliktdimensionen zu Recht kommt. Wenn die Fachbezeichnung bewirkt, dass ein Wirtschaftsmediator keine Beziehungskonflikte bearbei-ten kann, dann ist sie nicht spezialisierend, sondern einschränkend. Kontraproduktiv wirkt die Fachbezeichnung auch dann, wenn sie den Eindruck erweckt, als habe der Mediator eine fachlich inhaltliche Verantwortung.

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Seite zuletzt geändert: am Mittwoch Mai 18, 2016 03:22:01 CEST von Administrator.