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Seiten-ID: 181 Woran messe ich den Erfolg einer Mediation? 3-Abteilung »  Bücher (Wiki) 4-Inhalt »  (05) Methodik »  Qualität

Erfolgskriterien

Woher wissen Sie, ob eine Mediation erfolgreich war?
Woran messen Sie gegebenenfalls den Erfolg?

Der Erfolg stellt sich ein, wenn das Ziel erreicht wurde. Das Ziel ist das Finden einer Lösung, nicht zwingend das Zustandekommen einer Abschlussvereinbarung. Die beste Lösung kann auch sein, nichts zu vereinbaren.




Der Erfolg stellt sich ein
wenn das Ziel erreicht wurde

Die gelingende Mediation

Der Begriff gelingende Mediation wird in der Fachwelt synonym für eine erfolgreiche Mediation gebraucht. Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik scheint mehr ein Argument für die Ausbildung zu sein als dafür, was genau die Mediation im Einzelfall zu einer erfolgreichen Mediation macht1 .

Auseinandersetzung mit dem gelingen der Mediation

Als ein Verfahren, das sich durch seine Selbstregulierung auszeichnet, findet sich die Antwort auf die Frage, wann eine Mediation erfolgreich war oder nicht, in der Mediation selbst2 .

Der Erfolgsmaßstab

Weil die Abschlussvereinbarung kein zwingendes Erfolgskriterium ist, stellt sich die Frage, woran sonst der Erfolg einer Mediation zu messen ist.

 Merke:

3377 - Die Mediation legt selbst die Kriterien fest, wann sie wie erfolgreich war oder nicht. Die Kriterien ergeben sich aus den Motiven, die in der 3.Phase erarbeitet werden!

Wurde sie korrekt durchgeführt, hat der Mediator in der 1.Phase die grobe Nutzenerwartung und in der 3.Phase alle darauf bezogenen Kriterien erarbeitet, die eine für die Partei nützliche Regelung beschreiben. Die gefundene Lösung soll den Weg dorthin weisen. Der Mediationserfolg ergibt sich somit aus einem Abgleich der Nutzenerwartungen aus Phase drei mit den Lösungsvorschlägen der Phase vier.

Die Lösungskriterien

Die Lösungskriterien beschreiben den erwarteten Nutzen. Der Nutzen wird aus den Interessen abgeleitet, die mit den Handlungsmotiven identisch sind. Gegebenenfalls muss auf die Bedürfnisse eingegangen werden, die letztendlich der Auslöser für die Motive sind. Ein Konzept zur Ermittlung der Motive ergibt sich aus dem Lösungspentagramm.

Lösungskriterien = Nutzenkriterien  

Die Nutzenkriterien

Die in Phase drei erarbeiteten Nutzenkriterien sind selbst keine Lösung, ehe der Lösungszweck. Um zu prüfen, ob das vorgetragene Interesse auch ein Lösungskriterium sein kann, muss der Mediator sich bei der Interessenerhellung fragen, ob und inwieweit das vorgetragene Interesse einen Nutzen darstellt, den es anzustreben gilt und der geeignet ist, den Konflikt zu überwinden.

Beispiel Nutzenkriterien: Die Partei sagt in Phase 3: "Ich möchte, dass es mir gut geht". Sie bekundet damit zweifellos einen Nutzen. Allerdings fehlen jegliche Kriterien um zu wissen, wann sich dieser Nutzen einstellt. Die Frage des Mediators: "Was ist anders wenn es ihnen gut geht?", führt dazu, dass die Partei die Kriterien benennt.

Die Partei sagt in Phase 3: "Ich will das Auto haben!". Das wäre eine Lösung. Sie erschließt nicht den Nutzen. Der Mediator kann fragen: "Wozu brauchen Sie das?". Die Antwort ergibt den Nutzen


Wenn die Motive (Interessen) zugleich die Lösungskriterien darstellen, muss der Mediator in der 3.Phase darauf achten, dass nicht nur der Nutzen erwähnt wird sondern auch die Kriterien, an denen sich der Nutzen messen lässt.

Beispiel Interesse konkretisieren: Die Partei sagt in Phase 3: "Ich will nur meine Ruhe!". Was für den einen Ruhe ist es für den anderen noch lange keine Ruhe. Es fehlen also die Kriterien, was Ruhe ausmacht. Der Mediator kann fragen: "Woran erkenne ich ob sie Ruhe haben oder nicht?". Die Antwort sind die Kriterien für Ruhe.

Die Nachhaltigkeitskriterien

Es geht nicht nur darum eine Lösung zu finden. Zur Aufgabe des Mediators gehört es auch darauf zu achten, dass die Lösung nachhaltig und umsetzbar ist. Diese Anforderung erweitert den Kriterienrahmen. Sie ergibt sich nicht ohne weiteres aus der 3.Phase und ist deshalb gegebenenfalls gesondert zu ermitteln.

Was haben die Parteien davon?

Eine korrekte und vollständige Erarbeitung der Nutzenskriterien gibt nicht nur den Lösungsansatz und die Antwort auf die Frage, ob die Mediation erfolgreich verläuft oder nicht. Sie erlaubt es auch den Parteien, der Gegenseite Angebote zu unterbreiten, von denen sie annehmen kann, dass die Gegenseite damit einverstanden ist.

Bedeutung für die Mediation

Die Interessenerhellung führt zum Nutzen. Sie verändert das Denken in eine positive Richtung, wo Lösungen auf Gemeinsamkeiten aufgesetzt werden können. Weil die Festlegung der Nutzenskriterien zugleich die Erfolgskriterien der Mediation bestimmen, sind sie ihr wesentlicher Bestandteil, ohne den die Mediation keine Mediation ist.

Was tun wenn ...

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2018-12-30 14:26 / Version 35.
Alias: Erfolgskriterium, Erfolg, Lösungskriterien, Nutzenkriterien

© Wiki to Yes: Arthur Trossen "Erfolgs- und Nutzenkriterien in der Mediation" (2018) unter Wiki-to-Yes.org/Erfolgskriterien