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Seiten-ID: 1703 Elternentfremdungsfall A) Abteilung »  09. Bereich »  Wiki unlimited »  Training B) Inhalt »  08. Beruf »  Praxis »  Fälle

Die Arbeit an und mit Fällen ist ein zentrales Thema in der Mediation.
Deshalb geben Ihnen die folgenden Kapitel Gelegenheit, sich mit der Arbeit am Fall näher zu befassen:

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Elternentfremdungsfall

Sachverhalt

Der Vater (V) kämpft seit langen Jahren um den Kontakt mit seiner 13-jährigen Tochter (T). Die Mutter (M), seine ehemalige Lebenspartnerin, hat ihn für eine lesbische Beziehung verlassen. Die Beziehung zur Mutter ist völlig abgebrochen. Der Konflikt ist extrem hoch eskaliert. Es gibt eine Reihe an Gerichtsprozessen über das Umgangsrecht, das die Mutter - so lautet der Vorwurf des Vaters - stets vereitelt hatte. Die Mutter behauptet, das Kind wolle nichts mit dem Vater zu tun haben. So lauten auch die Äußerungen des Kindes gegenüber dem Gericht. Der Vater beantragt nun vor dem Gericht den Entzug des Sorgerechts, weil die Mutter die Beziehung des Kindes zum Vater unterdrücke. Er behauptet, das sei eine schädliche Beeinflusssung, das die Erziehungsunfähigkeit der Mutter belege. Der Vater beantragt vor Gericht, das Kind in ein Heim zu verbringen, damit es von dort aus, ohne den Einfluss der Mutter wieder eine Beziehung zum Vater aufbauen könne.

Briefing

Rolle des V

Rollenverhalten des Vaters:

Der Vater ist bei dem Thema extrem stark politisch engagiert. Er ist aktiv in einem Väterverband, der gegen das PAS-Syndrom vorgehen will. Das Engegent oist so stark, dass der Vater die Gerichtskorrespondenz in einem Verteiler der Vereinsmitglieder veröffentlicht. Die sich ändernde Rechtsprechung scheint ihm Recht zu geben.

  • Positionen: Das Kind soll von der Mutter getrennt werden, weil es der Mutter nicht gelingt, eine Beziehung des Kindes zum Vater aufzubauen.
  • Argumente: Die Mutter sei erziehungsunfähig und übe schlechten Eiunfluss auf das Kind aus. Sie sei auch lesbisch und habe wegen der Beziehung zu ihrer nbeuen Frau selbst die Kindesinterssen vernachlässigt.
  • Interessen: Kontakt mit dem Kind um jeden Preis
  • Prozessverhalten: V zieht alle Register und scheut keine Kosten
Rolle der M

Rollenverhalten der Mutter:


M sieht sich als Beschützerin des Kindes. Die Wut gegen den V ist aber extrem groß, weil V sie nicht in Ruhe lässt. M denkt, das Verhalten des V sei durch die Trennung veranslasst. Sie bestreitet, dass sie lesbisch sei und führ die Trennung auf das Verhakten des V zurück. Verbal stimmt sie natürlich zu, dass ein Kind eine möglichst reibungslose Beziehung zum Vater haben muss.

  • Positionen: Kind bleibt bei ihr und das Sorgerecht ebenfalls
  • Argumente: Es gibt nichts, das man der M vorwerfen könne, aber dem V
  • Interessen: Schutz des Kindes
  • Prozessverhalten: wehrt sich wie eine Löwin
Rolle des Kindes

Rollenverhalten des Kindes:


Das Kind ist inzwischen 13 Jahre alt. Es fühlt sich vom Vater verfolgt und will tatsächlich nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Hinweise und Fußnoten

Bitte beachten Sie die Zitier- und Lizenzbestimmungen
Bearbeitungsstand: 2019-11-10 09:49 / Version .
Siehe auch: OMA
Diskussion (Foren): Erfahrungen mit Fällen und der Fallarbeit, OMA Mediatorenausbildung. Vorschläge, Kritik, Kommentare
Geprüft: Arthur Trossen

An dieser Seite haben mitgearbeitet: Arthur Trossen .
Seite zuletzt geändert: am Sonntag November 10, 2019 09:49:29 CET von Arthur Trossen.