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Seiten-ID: 518 Mediationsformat: Der Umgang mit der Co-Mediation 4-Inhalt »  (03) Mediation (Systematik) »  Mediationsformat 3-Abteilung »  Archiv »  Archiv: Mediationen

Co-Mediation

Das Co steht für kooperativ. Es deutet darauf hin, dass zwei Mediatoren die Mediation mit den Mediadaten gemeinsam durchführen. Die Co-Mediation grenzt sich von der Teammediation ab wo mehr als zwei Mediatoren eingesetzt werden.

Voraussetzungen

Ob eine Co-Mediation durchgeführt wird oder nicht ist zunächst eine Frage der Vereinbarung, die im Mediationsvertrag festzuhalten ist. Zwingend ist eine Co-Mediation immer dann, wenn der Horizont des Mediators eingeschränkt ist. Ein Anhaltspunkt dafür ist, dass der Mediator alle Medianden und Themen im Blick haben kann. Genügt sein Gesichtskreis dafür nicht, muss er ihn kollegial erweitern.

Gesichtskreis

Der Gesichtskreis entspricht dem Blickwinkel. Als Faustregel gilt:

Merke:1

Immer wenn der Mediator nicht alle Parteien im Blick haben kann, muss er über seine Blickfelderweiterung durch einen Co-Mediator oder eine Teammediation nachdenken.

Der Co-Mediator sieht also, was der Mediator nicht sehen kann. Intern gleichen die Mediatoren ihre Sichten aufeinander ab. Beispiel:

Co-Mediator

Eingeschränkter Blickwinkel

Bei dieser Sitzanordnung hat der Mediator nur eine Partei im Blick. Er kann nicht sehen, ob und wie die andere Partei auf den Dialog mit der einen Partei reagiert. Ein Co-Mediator muss das Gesichtsfeld erweitern und eine Rückmeldung geben, wie die andere Partei gegebenenfalls reagiert.

Co-Mediator

Umfassender Blickwinkel

Der Mediator hat nur beide Parteien im Blick. Ein Co-Mediator ist nicht erforderlich.

Was für die räumliche Perspektive gilt, gilt auch für die procedurale. Ist der Mediator zum Beispiel nicht in der Lage, die Interdisziplinarität selbst abzubilden, indem er sowohl einen juristischen wie einen psychologischen oder sonst erforderlich werdenden Blick auf das Procedere lenkt, ist die Hinzuziehung eines weiteren Mediators anzuraten. Es macht also keinen Sinn wenn zwei männliche Juristen eine Co-Mediation betreiben. Ganz anders sieht es aus, wenn beispielsweise bei einem Paarkonflikt sowohl ein männlicher wie ein weiblicher Mediator auftreten oder ein Jurist und ein Psychologe.

Rechtsfolgen

Es ist als ein Fehler anzusehen, wenn der Mediator auf die Notwendigkeit zur Hinzuziehung eines Co-Mediators nicht hinweist. Ob sich die Parteien einen Co-Mediator leisten wollen oder nicht, ist dann deren Entscheidung.

Rechtsbeziehung

Kommt es zu einer Co-Mediation, treten die Mediatoren im Zweifel als BGB Gesellschaft auf. Wenn nichts anderes vereinbart wird, haften Sie als Gesamtschuldner für die Erbringung der Mediationsleistung und als Gesamtgläubiger für die Vereinnahmung der Honorare. In der Praxis können sich aber auch andere Rechtsgestaltungen geben, etwa wenn die Mediatoren Angestellte einer Mediationsfirma sind. Dann ergibt sich ihre Rechtsbeziehung aus dem Arbeitsverhältnis.

Grundsätzlich ist die Beziehung von Mediator und Co-Mediator eine gleichberechtigte. Aber auch hier sind abweichende Vereinbarungen möglich, etwa dass der Co-Mediator nur assistiert. Die Mediatoren sind gut beraten, wenn sie sich eine Choreografie zurechtlegen und klären, wer von ihnen der Wortführer ist und wie sich der Co-Mediator einbringen kann. Das grundlegende Konzept muss immer sein, dass das maximale Gesichtsfeld hergestellt wird.

Haftung

Die Gesamtschuldnerschaft führt dazu, dass beide Mediatoren für die ordnungsgemäße Erfüllung ihrer Leistungen einzustehen haben. Für Fehler des Mediators haftet also auch der Co-Mediator, es sei denn, dass der Mediator vorsätzlich oder grob fahrläsig gehandelt hat.

Abstimmungen

Damit die Mediatoren optimal zusammenarbeiten, sind Abstimmungen erforderlich. Die Abstimmungen sollten folgende Punkte betreffen:

  • Verständnis der Mediation und der Rolle des Mediators
  • Umgang mit der Phasenlogik (Anzahl der Phasen und Bedeutung)
  • Konfliktanalyse
  • Einzusetzendes Mediationsmodell
  • Rollenverteilung zwischen Mediator und Co-Mediator
  • Absprachebedarf und Möglichkeiten Absprachen vorzunehmen (können die Mediatoren die Interventionen offen vor den Parteien besprechen oder müssen Sie eine Auszeit nehmen)
  • Entscheidungsbefugnisse des Mediators ( die Faustregel lautet: alles was den Mediationsvertrag oder die Mediationsdurchführungsvereinbarung betrifft, muss abgestimmt werden)
  • Aufmerksamkeit (Wie schließt sich der Gesichtskreis?)
  • Interventionsrepertoire

Was tun wenn..

Hinweise und Fußnoten

Alias: Zweitmediator
Bearbeitungshinweis: Textvollendung erforderlich.
Prüfvermerk: -

Erstellt von Arthur Trossen. Letzte Änderung: Donnerstag Dezember 14, 2017 16:48:20 CET by Arthur Trossen.